Abbott: Baby Brent’s Bill belastet Aktie

Abbott steht zwischen politischem Druck aus Washington und einer 13-prozentigen Kurserholung. Neue Regeln für Säuglingsnahrung und ein Fokus auf Krebsdiagnostik prägen die Lage.

Auf einen Blick:
  • Gesetzesinitiative zu Säuglingsnahrung belastet
  • Institutionelle Investoren erhöhen Abbott-Anteil
  • Kurs testet wichtige 200-Tage-Marke
  • Onkologie-Sparte soll Wachstum stützen

Abbott Laboratories steht Anfang August 2026 vor einer Zerreißprobe. Die Aktie erholte sich in den letzten 30 Tagen zwar um über 13 Prozent. Nun bremsen jedoch neue Gesetzespläne aus Washington die Euphorie der Anleger.

Neue Regeln für Säuglingsnahrung

Im US-Kongress sorgt das Gesetzesvorhaben „Baby Brent’s Bill“ für Druck. Die Vorlage zielt auf strengere Kontrollen bei der Vermarktung von Spezialnahrung für Frühgeborene ab. Die Federal Trade Commission soll künftig Täuschungsversuche in diesem sensiblen Sektor härter bestrafen. Dies geschieht vor dem Hintergrund anhaltender Rechtsstreitigkeiten um gesundheitliche Risiken.

Parallel dazu greifen institutionelle Investoren zu. Evolutionary Tree Capital Management kaufte zuletzt knapp 18.000 Aktien im Wert von rund 1,8 Millionen Dollar. Damit rückt Abbott in die Top-15 des Portfolios auf und unterstreicht das Vertrauen in die langfristige Strategie des Medizintechnik-Konzerns.

Kampf um die Trendwende

An der Börse testet das Papier derzeit eine wichtige technische Marke. Mit einem Schlusskurs von 91,92 Euro liegt der Kurs nur hauchdünn unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Diese Linie verläuft aktuell bei 92,77 Euro.

Ein Ausbruch darüber würde das Ende des bisherigen Abwärtstrends signalisieren. Der Relative-Stärke-Index nähert sich bereits der kritischen Schwelle zur Überhitzung. Das Momentum bleibt vorerst erhalten, auch wenn der Spielraum für schnelle Gewinne schrumpft.

Fokus auf Krebsdiagnostik

Das Management setzt nun verstärkt auf die Onkologie. Nach der Integration von Exact Sciences stieg die Gewinnprognose für das Gesamtjahr auf bis zu 5,60 Dollar je Aktie. Das hochmargige Diagnostikgeschäft soll mögliche Belastungen aus dem Bereich Ernährung abfedern.

Im August stehen weitere rechtliche Weichenstellungen bevor. Anleger warten auf neue Entwicklungen in den US-Sammelklagen zur Babynahrung, während die Integration der Milliardenübernahme weiter voranschreitet.

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