Abbott Laboratories lässt die schwerwiegendsten Rechtsrisiken hinter sich. Nach einer volatilen Phase mit zweistelligen Kursgewinnen konsolidiert das Papier aktuell bei 88,80 Euro. Das Unternehmen nutzt die gewonnene Klarheit für eine gezielte Expansion in der Diagnostik und Medizintechnik.
Durchbruch bei der Alzheimer-Vorsorge
Abbott hat eine globale Lizenzvereinbarung mit ALZpath geschlossen. Ziel der Partnerschaft ist ein neuer Bluttest zur Früherkennung von Alzheimer. Die Technologie basiert auf dem klinisch validierten pTau217-Antikörper. Labore können den Test künftig direkt auf den weltweit verbreiteten Alinity-Systemen von Abbott durchführen.
Parallel dazu vertieft der Konzern seine Zusammenarbeit mit Medtronic. Abbott integriert seine Systeme zur kontinuierlichen Glukosemessung in die Insulinpumpen des Partners. Diese Allianz soll die Position im Wettbewerb um digitale Lösungen für Diabetiker stärken. Die neu eingeführten Systeme Lingo und Libre Rio flankieren diesen Wachstumskurs.
Ende des strafrechtlichen Verfahrens
Das US-Justizministerium hat die jahrelangen strafrechtlichen Untersuchungen im Bereich Säuglingsnahrung eingestellt. Das Verfahren belastete die Ernährungssparte seit geraumer Zeit massiv. Nun strebt die Behörde lediglich eine zivilrechtliche Einigung an. Marktbeobachter werten dies als Signal, dass das Risiko hoher strafrechtlicher Sanktionen vom Tisch ist.
Der operative Aufwind stützte zuletzt die Erholung. Im zweiten Quartal steigerte Abbott den Umsatz um 13 Prozent auf 12,59 Milliarden Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag mit 1,31 Dollar über den Markterwartungen. Vor allem die Sparten Medizintechnik und Diagnostik lieferten starke Impulse.
Analysten sehen weiteres Potenzial
Mehrere Banken haben ihre Einschätzungen nach den jüngsten Entwicklungen aktualisiert:
- Baird: „Outperform“, Kursziel 121 Dollar.
- Citi: „Buy“, Kursziel 99 bis 104 Dollar.
- Evercore ISI: „Outperform“, Kursziel 112 Dollar.
Baird verweist bei der Erstabdeckung insbesondere auf mögliche Synergien mit Exact Sciences. Evercore ISI begründet das positive Votum mit den stabilen Behandlungszahlen im gesamten MedTech-Sektor.
Die Aktie hat sich deutlich von ihrem Tief bei knapp 70 Euro im Mai gelöst. Mit dem Wegfall der juristischen Altlasten und der neuen Produktpipeline in der Neurologie steht die fundamentale Bewertung wieder im Vordergrund. Das Unternehmen hat damit die Basis für einen nachhaltigen Aufwärtstrend geschaffen.
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