ABB trimmt seine globalen Abläufe mit einer massiven Digitalisierungsoffensive auf Geschwindigkeit. Durch den flächendeckenden Einsatz der Red Hat Ansible Automation Platform spart der Industriekonzern tausende Arbeitsstunden ein. In einzelnen Geschäftsbereichen schrumpfen Wartungszeiten von Stunden auf wenige Minuten.
Seit Anfang 2025 nutzen 32 globale Teams die neue Software-Plattform. Pro Team spart dies monatlich im Schnitt 57 Arbeitsstunden ein. Die Entlastung der Belegschaft ist ein zentraler Baustein der internen Strategie, um operative Abläufe signifikant zu beschleunigen.
Besonders deutlich wird der Fortschritt beim SAP-Team in China. Dort sank die Zeit für das Patching pro Server von ursprünglich 6,5 Stunden auf lediglich 20 Minuten. Über 4.000 Support-Tickets wurden bereits vollständig automatisiert, was in der Summe rund 40.000 Arbeitsstunden einspart.
Indes prüft das Management bereits die Ausweitung der Technologie auf weitere Unternehmensbereiche. Auch der Einsatz der Plattform Red Hat OpenShift steht zur Debatte, um die interne Software-Infrastruktur weiter zu optimieren.
Vernetzung im Industriesektor
Parallel dazu entwickelt ABB sein Angebot für externe Kunden weiter. Die neuen CoriolisMaster-Massedurchflussmesser erhalten eine Ethernet-APL-Schnittstelle für Branchen wie Chemie und Energie. Diese ermöglicht Datenraten von 10 Mbit/s über Distanzen von bis zu 1.000 Metern.
Ein weiterer Schritt in der Produktentwicklung ist bereits geplant. Die neue Konnektivität soll zeitnah auf Druck- und Temperaturmessgeräte ausgeweitet werden. Hinzu kommt der neue R9e-Antriebsrahmen für Kühlanwendungen, der mit einer Leistung von bis zu 355 kW das Portfolio im Bereich der Niederspannungsantriebe stärkt.
Bewertung am Rekordhoch
Die Aktie spiegelt den operativen Optimismus wider und notiert mit 93,84 Euro nur knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus auf beachtliche 48,48 Prozent. Marktbeobachter verweisen jedoch auf die ambitionierte Bewertung mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 40.
Der leichte Umsatzrückgang auf 6,84 Milliarden Franken im ersten Quartal 2026 verdeutlicht den Druck auf die Margen. Die massiven Effizienzsteigerungen durch Automatisierung sind daher notwendig, um das aktuelle Kursniveau fundamental zu rechtfertigen. Am Markt wird nun beobachtet, wie schnell die neuen Industrielösungen in den Kernmärkten Chemie und Energie Marktanteile sichern können.
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