ABB verdient operativ deutlich mehr und hebt den Jahresausblick an. Dennoch steht die Aktie nach den heute veröffentlichten Zahlen für das dritte Quartal 2026 unter Druck: Die Tagesveränderung beträgt -5,1%. Dem kräftigen Auftragswachstum stehen ein leicht rückläufiger Nettogewinn und die Erwartung einer niedrigeren Marge im Schlussquartal gegenüber.
Rechenzentren treiben die Nachfrage
Der Auftragseingang erreichte mit 12,055 Milliarden US-Dollar einen Rekordwert. Gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht das einem Plus von 40%. Die Bestellungen für Rechenzentren stiegen nach Angaben von ABB dreistellig.
Damit bleibt das Rechenzentrumsgeschäft ein wesentlicher Wachstumstreiber. Reuters berichtet von einem anhaltenden Boom bei Ausgaben für KI-Rechenzentren. Gefragt sind insbesondere Produkte zur Stromverteilung und Kühlsysteme. Die starke Nachfrage schlägt sich bei ABB somit bereits in konkreten Bestellungen nieder.
Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung in der Elektrifizierung. Laut Handelsblatt legten die Aufträge in dieser größten und profitabelsten Sparte um 70% zu. Das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz erreichte konzernweit 1,24.
ABB erhält damit mehr neue Bestellungen, als das Unternehmen im selben Zeitraum als Umsatz verbucht. Das stützt die weitere Geschäftsentwicklung. Für die Ergebnisentwicklung bleibt allerdings entscheidend, wie profitabel ABB die Aufträge abarbeitet.
Operative Stärke kommt nicht vollständig unten an
Der Quartalsumsatz wuchs um 14% auf 9,701 Milliarden US-Dollar. Die operative EBITA-Marge erreichte 20,8%.
Die Profitabilität verbesserte sich damit gegenüber dem Vorjahr. Der operative Ergebnisanstieg fiel zugleich stärker aus als das Umsatzwachstum. Beim Vergleich mit den Markterwartungen ergibt sich allerdings ein gemischtes Bild.
Reuters zufolge lag das operative EBITA mit 2,03 Milliarden US-Dollar leicht über dem Analystenkonsens von 2,0 Milliarden US-Dollar. Beim Umsatz verfehlte ABB dagegen den Konsens knapp.
Das operative Wachstum überträgt sich nicht vollständig auf den Gewinn unter dem Strich. Diese Unterscheidung ist für Anleger wichtig: Eine höhere operative Marge bedeutet nicht automatisch einen steigenden Nettogewinn.
Der Nettogewinn sank um 2% auf 1,181 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn je Aktie betrug 0,65 US-Dollar.
Höherer Jahresausblick mit Einschränkung
ABB hat die Umsatzprognose für das laufende Jahr leicht angehoben. Zugleich signalisiert der Ausblick, dass sich die zuletzt erreichte operative Marge nicht unverändert fortsetzen dürfte.
Laut dpa-AFX erwartet ABB für 2026 ein vergleichbares Umsatzwachstum am unteren Ende der Spanne von 13–19%. Die operative EBITA-Marge soll gegenüber dem Vorjahr um mindestens 270 Basispunkte steigen.
Für das Schlussquartal rechnet das Unternehmen mit einem vergleichbaren Umsatzwachstum etwa auf dem Niveau des Berichtsquartals. Die operative EBITA-Marge dürfte gegenüber dem Vorquartal hingegen sinken.
Die Quartalsbilanz liefert damit zwei unterschiedliche Signale: Der Nachfrageboom stärkt das Wachstum und ermöglicht einen höheren Jahresausblick. Der rückläufige Nettogewinn und die erwartete sequenzielle Margenabschwächung begrenzen jedoch das durchweg positive Bild. Für Anleger zählt deshalb neben dem hohen Auftragseingang vor allem dessen Umsetzung in nachhaltige Erträge.
ABB-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue ABB-Analyse vom 20. Oktober liefert die Antwort:
Die neusten ABB-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für ABB-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 20. Oktober erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
