Der Schweizer Industriekonzern ABB verstärkt sein Engagement im Bereich der nuklearen Energietechnik. Am Mittwoch unterzeichnete das Unternehmen ein Kooperationsabkommen mit Rolls-Royce SMR, um künftig gemeinsam Projekte mit kleinen modularen Reaktoren (SMR) zu realisieren. Diese Vereinbarung markiert einen strategischen Schritt, um die Rolle des Konzerns bei modernen nuklearen Lösungen für die künftige Energieinfrastruktur zu festigen.
Parallel zur technologischen Kooperation treibt ABB seine Expansionspläne im Bereich der Automatisierung voran. Ein entscheidender Meilenstein wurde am Donnerstag vergangener Woche bei der geplanten Übernahme des britischen Unternehmens Rotork erreicht.
Wie die London Stock Exchange berichtete, stimmten die Aktionäre von Rotork dem Barangebot in Höhe von 506 Pence je Aktie zu. Der Abschluss dieses Milliarden-Deals wird für die erste Jahreshälfte 2027 erwartet.
Analystenreaktion und aktuelle Marktlage
Die Analysten der Bank of America (BofA) reagierten am Dienstag auf die jüngsten Entwicklungen. Sie senkten ihr Kursziel für ABB von 86 auf 81 Schweizer Franken, hielten jedoch an ihrer neutralen Einstufung für das Papier fest. Trotz der leichten Zielkorrektur durch die Experten zeigt sich die Aktie im Wochenverlauf stabil.
Am heutigen Freitag notiert die Aktie bei 83,08 Euro und verzeichnet damit ein Plus von 0,9 %. Mit diesem Zuwachs festigt das Papier seine Position oberhalb wichtiger technischer Marken und liegt derzeit rund 4,7 % über dem gleitenden Durchschnitt der vergangenen 200 Tage. Seit Beginn des Jahres hat der Wert damit ein Plus von 30 % erzielt.
Operative Erfolge und technologische Schwerpunkte
Neben den Großprojekten meldete ABB Fortschritte im operativen Geschäft. In Schweden sicherte sich der Konzern einen Auftrag für die Elektrifizierung einer neuen Sortieranlage des Bergbauspezialisten LKAB.
ABB liefert hierfür die komplette Infrastruktur, inklusive Mittel- und Niederspannungsschaltanlagen. Zudem wurde das Unternehmen am Donnerstag vergangener Woche mit einem Projekt zur Laufzeitverlängerung eines Kernkraftwerks in Rumänien betraut.
Bereits vollzogen ist die Übernahme des norwegischen Marine-Automationsspezialisten Høglund AS, die zum 1. September abgeschlossen wurde. Dieser Zukauf stärkt die Position des Konzerns im Bereich der maritimen Automatisierungslösungen.
Zusätzlich veröffentlichte ABB am Mittwoch gemeinsam mit der Boston Consulting Group einen Fachbericht zur Rolle von Gleichstromtechnologien in künftigen Stromsystemen. Die Studie betont die wachsende Bedeutung von Hybrid-AC/DC-Lösungen für eine effizientere Energieverteilung.
Flankiert werden diese technologischen Bestrebungen durch eine vertiefte Partnerschaft mit dem IT-Dienstleister Wipro, der am Mittwoch vor einer Woche die Fortsetzung seiner KI-gestützten Dienstleistungen für die weltweite ABB-Belegschaft bekannt gab.
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