Der Schweizer Technologiekonzern ABB setzt sein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm konsequent fort. Wie aus Unternehmensmitteilungen hervorgeht, hat der Konzern in der Woche vom 13. bis zum 19. August insgesamt 571.000 eigene Anteilsscheine über die Börse zurückerworben.
Diese Maßnahme ist Teil einer umfassenden Strategie zur Kapitalrückführung, die bereits seit Anfang Februar läuft. Bis einschließlich Mittwoch summierte sich die Gesamtzahl der im laufenden Programm zurückgekauften Aktien damit auf rund 6,68 Millionen Stück.
Beschleunigung der Rückkäufe im August
Die Intensität der Rückkäufe hat im Vergleich zur Vorwoche spürbar zugenommen. In der Zeitspanne vom 6. bis zum 12. August hatte das Unternehmen 383.910 Aktien zurückgekauft. Mit dem jüngsten Anstieg der Volumina signalisiert das Management weiterhin Vertrauen in die langfristige Wertentwicklung, auch wenn der breitere Markt zuletzt nach einer starken Phase zur Konsolidierung neigte. Das laufende Programm war am 9. Februar gestartet worden und bildet eine zentrale Säule der Aktionärspolitik des Konzerns, um überschüssige Liquidität an die Investoren zurückzugeben.
Analysten von Bernstein positionieren sich neutral
Begleitet wurden die operativen Rückkäufe am vergangenen Freitag von einer neuen Einschätzung durch das Analysehaus Bernstein. Die Experten versahen die ABB-Aktie mit einem „Neutral“-Rating. Diese Bewertung erfolgt in einem Kontext, in dem das Papier bereits eine beachtliche Wegstrecke zurückgelegt hat: Seit Jahresbeginn konnte der Wert um 34 Prozent zulegen. Die Experten beobachten nun offenbar, ob das aktuelle Kursniveau nach der dynamischen Entwicklung der letzten Monate gerechtfertigt bleibt. Am Freitag verabschiedete sich die Aktie mit einem Schlusskurs von 85,68 Euro aus dem Handel.
Strategische Weichenstellungen und Marktreaktion
An der Schweizer Börse SIX zeigte der Titel zuletzt ein bewegtes Bild. Nachdem die Notierung am Montag noch zeitweise bis auf 83,44 CHF geklettert war, geriet sie zur Wochenmitte unter Druck. Medienberichten zufolge rutschte der Kurs am Dienstag im Tagesverlauf bis auf 80,08 CHF ab, konnte sich jedoch im weiteren Verlauf wieder leicht stabilisieren. Trotz dieser kurzfristigen Schwankungen notiert das Papier weiterhin in Reichweite seines 52-Wochen-Hochs von 96,36 Euro, das im Juni dieses Jahres erreicht wurde.
Das Marktumfeld für ABB bleibt derweil von strategischen Anpassungen geprägt. Vor rund zwei Wochen beteiligte sich der Konzern mit einer Minderheit an LevelTen Energy, um sein Engagement im digitalen Energiemarkt auszuweiten. Diese Meldung konnte jedoch keinen neuen Kursimpuls setzen; seit der Bekanntgabe verlor die Aktie etwa 2,2 Prozent an Wert.
Bereits vor rund einem Monat hatte die angekündigte Übernahme von Rotork sowie die geplanten Verkäufe im Robotics-Segment für Aufmerksamkeit gesorgt. Mit dem fortgesetzten Aktienrückkauf versucht das Unternehmen nun offenbar, den Kurs in einer Phase moderater Gewinnmitnahmen zusätzlich zu stützen.
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