Die 66-Milliarden-Dollar-Industrie, die Sie täglich nutzen – aber nie bemerken

Crown Holdings übertrifft Erwartungen mit starkem Quartalsgewinn und erhöht Prognose. Das Unternehmen punktet mit niedrigem KGV und hoher Cashflow-Rendite.

Auf einen Blick:
  • Gewinn je Aktie steigt um 13 Prozent
  • Free-Cashflow-Rendite bei 11,4 Prozent
  • Aktienrückkäufe von 314 Millionen Dollar
  • Europäisches Geschäft wächst um 12 Prozent

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

während sich die Anleger 2026 um Künstliche Intelligenz, Halbleiter und Raumfahrt-Aktien prügeln, läuft eine der ältesten Industrien der Welt still und leise zur Höchstform auf. Die Rede ist vom Verpackungsgeschäft. Präziser: von Dosen, Kronkorken und Metallverpackungen jeder Art. Was nach verstaubter und langweiliger Old Economy klingt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Cash-Maschine mit Potenzial.

Im Zentrum dieser unscheinbaren Erfolgsgeschichte steht Crown Holdings. Ein Unternehmen, das bereits 1892 gegründet wurde – übrigens im selben Jahr wie der softdrink-Riese Coca-Cola. Das ist auch kein Zufall, denn beide Geschäftsmodelle gehören sprichwörtlich zusammen wie Deckel und Dose.

Crown Holdings: Der unsichtbare Riese hinter Millionen Produkten

Wenn Sie heute eine Bierdose öffnen, eine Gesichtscreme aus der Metalltube drücken oder WD-40 auf quietschende Scharniere sprühen, haben Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Produkt von Crown Holdings in der Hand. Das Unternehmen beliefert Giganten wie Heineken, Coca-Cola, Barbasol und unzählige weitere Marken mit Verpackungslösungen.

Doch Crown Holdings produziert nicht allein nur Getränkedosen. Das Portfolio umfasst Lebensmittelbehälter, Aerosoldosen und sogar Spezialitäten wie die festlichen Blechdosen für dänische Kekse zur Weihnachtszeit. Mit 189 Produktionsstätten in 39 Ländern erwirtschaftete das Unternehmen 2024 einen Umsatz von 11,8 Milliarden Dollar.

Für Anleger bietet Crown Holdings einen erfrischenden Kontrast zum allgegenwärtigen Tech-Hype. Während KI-Aktien mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 40 oder 50 gehandelt werden, notiert Crown Holdings bei einem KGV von gerade einmal 12,1. Das ist die Hälfte des Vorjahreswerts. Um es auf den Punkt zu bringen: Die Aktie wurde im allgemeinen Tech-Rausch schlicht übersehen und vergessen.

Starkes Wachstum

Die operative Entwicklung gibt dieser niedrigen Bewertung Rätsel auf. Denn die Geschäftszahlen sind alles andere als langweilig, im Gegenteil. Sie zeigen eine klare Dynamik in der Ausweitung der operativen Parameter. Im dritten Quartal 2026 steigerte Crown Holdings den Gewinn je Aktie um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Free-Cashflow-Rendite liegt bei starken 11,4 Prozent. Das Management erhöhte die Jahresprognose im Oktober kräftig: Der Gewinn je Aktie soll 2026 nun 7,75 Dollar erreichen – ein Plus von 12 Prozent gegenüber der vorherigen Schätzung. Beim freien Cashflow wurde die Prognose sogar um 25 Prozent auf eine Milliarde Dollar angehoben.

Crown Holdings nutzt die starke Liquidität konsequent für Aktionäre. In den ersten neun Monaten 2026 kaufte das Unternehmen eigene Aktien im Wert von 314 Millionen Dollar zurück. Zusammen mit Dividenden flossen über 400 Millionen Dollar an die Aktionäre zurück. Das entspricht einer Rendite von 3,7 Prozent auf den aktuellen Aktienkurs.

Das Management hat sich über die Jahre einen Ruf für konservative Prognosen erarbeitet. In 63 Prozent der vergangenen zehn Jahre lagen die tatsächlichen Gewinne über den ursprünglichen Schätzungen. Was auch aktuell ein Achtunszeichen darstllt. Denn so sollte die jüngste Prognoseerhöhung nicht als einmaliger Ausreißer abgetan werden.

Europa kompensiert Zoll-Belastungen in Lateinamerika

Natürlich läuft nicht alles rund bei Crown Holdings. Die Zollpolitik der USA belastet das Geschäft in Mexiko und Brasilien spürbar. In beiden Märkten zusammen brachen die Volumina im dritten Quartal um 15 Prozent ein. Hinzu kam einer der kältesten brasilianischen Winter seit 20 Jahren, was die Nachfrage nach Getränkedosen zusätzlich dämpfte. Selbst Heineken musste eingestehen, dass die niedrigen Temperaturen in Südbrasilien den Konsum beeinträchtigten.

Die europäischen Märkte zeigen jedoch ein ganz anderes Bild. Dort steigerte Crown Holdings im dritten Quartal die Auslieferungen um 12 Prozent. Der Gewinn in der Region kletterte sogar um 27 Prozent. Besonders stark lief das Geschäft im Mittelmeerraum während der Sommersaison. Auch die Golfstaaten entwickeln sich zum Wachstumsmarkt, getrieben von neuen Getränkemarken in der Region.

Das Management dämpfte allerdings die Erwartungen für die Zukunft. Ein Wachstum von 12 Prozent sei nicht nachhaltig. Realistisch seien vier bis fünf Prozent pro Jahr. Dennoch: Solides Wachstum in einem stabilen Markt mit hohen Cashflows ist für Anleger attraktiver als volatile Wachstumsfantasien in überhitzten Sektoren.

Asien trotzt politischen Unsicherheiten

Auch in Asien läuft das Geschäft von Crown Holdings besser als erwartet. Trotz höherer Zölle und eines Rückgangs der Volumina in Südostasien um drei Prozent lag die operative Marge bei über 17 Prozent. Das zeigt die Preissetzungsmacht und Effizienz des Unternehmens. Ohne die Zollbelastungen wäre die Region noch profitabler.

Die globale Präsenz von Crown Holdings ist Fluch und Segen zugleich. Einerseits diversifiziert sie Risiken und erschließt Wachstumsmärkte. Andererseits operiert das Unternehmen in politisch instabilen Regionen wie Myanmar, Indien, China, Türkei und Tunesien. Politische Verwerfungen könnten einzelne Standorte gefährden.

Auch der Klimawandel birgt Risiken. Wetterextreme beeinflussen nicht nur die Konsumnachfrage, sondern können auch Produktion und Lieferketten stören. Zudem ist Aluminium als Hauptrohstoff Zoll-, Klima- und Regulierungsrisiken ausgesetzt.

Crown Holdings schlägt die Konkurrenz deutlich

Im Vergleich zu den Wettbewerbern steht Crown Holdings blendend da. Die Bilanz ist mit einem Verschuldungsgrad von 2,5 (Nettoverschuldung zu EBITDA) solider als bei Silgan Holdings (3,4) oder Ball Corporation (2,8). Auch an der Börse läuft es besser: Crown Holdings legte 2026 um 17,5 Prozent zu, während Silgan um 26 Prozent und Ball um 15 Prozent nachgaben.

Analysten sehen für die Aktie deutliches Aufwärtspotenzial. Mit einem Discounted-Cashflow-Modell lässt sich ein Kursziel von 125 Dollar ableiten. Falls die internationalen Märkte weiter florieren, könnte das KGV auf 16 steigen. Bei erwarteten Gewinnen von 8,02 Dollar je Aktie für 2026 ergäbe das einen Kurs von 128 Dollar. Ein Mittelwert dieser Ansätze liegt bei 126 Dollar – 30 Prozent über dem aktuellen Niveau.

Fazit: Solide Rendite statt Tech-Träume

Crown Holdings ist kein Raketentrieb für Portfolios, die auf schnelle Gewinne aus sind. Dafür bietet die Aktie etwas, das in überhitzten Märkten selten geworden ist: Eine vernünftige Bewertung bei soliden Fundamentaldaten. Ein KGV von 12, eine Free-Cashflow-Rendite von über 11 Prozent und kontinuierliche Aktienrückkäufe sprechen für sich.

Wer nach Alternativen zu überteuren Tech-Werten sucht, findet in Crown Holdings eine unterschätzte Cash-Maschine. Das Unternehmen beherrscht sein Geschäft seit über 130 Jahren. Diese Erfahrung zahlt sich aus – in Form stabiler Gewinne und Cashflows, die an die Aktionäre zurückfließen.

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