3M-Aktie: Ein Satz zum Stirnrunzeln!

3M bestätigt Jahresziele, doch die Aussage des CFO, das erste Halbjahr werde profitabler sein als das zweite, sorgt für Skepsis. Ein Puffer für Ölpreisrisiken und Unsicherheiten bleibt bestehen.

Auf einen Blick:
  • EPS von 2,14 Dollar im ersten Quartal, operative Marge bei 23,8 Prozent
  • Jahresziele bestätigt: EPS 8,50 bis 8,70 Dollar, organisches Wachstum rund 3 Prozent
  • Aufträge im ersten Quartal um mehr als 10 Prozent gestiegen, Auftragsbestand zweistellig gewachsen
  • Zweites Halbjahr mit expliziter Pufferzone belegt, Tonlage vorsichtiger als im Vorquartal

Wer 3M-CEO William Brown beim Earnings Call zuhörte, bekam zunächst ein positives Bild: Marge rauf, Aufträge rauf, Jahresziele bestätigt. Und dann, fast beiläufig, kam CFO Anurag Maheshwari mit dem Satz, der die Analysten die Stirn runzeln ließ: Das erste Halbjahr werde beim Gewinn je Aktie höher liegen als das zweite. Im Vorquartal hatte Maheshwari noch gesagt, beide Hälften würden sich die Last gleichmäßig teilen. Das ist kein kleines Detail.

Was steckt hinter dem Puffer?

Die offizielle Erklärung: eine Pufferzone für das zweite Halbjahr, aufgeteilt auf Ölpreisrisiken und makroökonomische Unsicherheiten. 3M verarbeitet ölgebundene Rohstoffe, und Brown bezifferte den potenziellen Kostenblock auf rund 125 Millionen Dollar, den das Unternehmen mit gezielten Preiserhöhungen abfedern will. Dazu kommt die Frage, wie viel von den starken Q1-Aufträgen schlicht Vorziehkäufe waren. „Es ist schwer zu sagen, wie viel davon ein Prebuy war“, räumte Brown im Q&A ein. Barclays-Analyst Julian Mitchell hatte genau darauf gezielt, und die Antwort war nicht besonders beruhigend.

Maheshwari ergänzte, man liege beim EPS tendenziell 0,05 bis 0,15 Dollar über dem bisherigen Pfad, halte die Pufferzone aber bewusst aufrecht. Prudent, wie er es nannte. Man kann das auch anders lesen: Das Management weiß nicht genau, wie Q3 und Q4 laufen, und will sich nicht festlegen.

Die guten Nachrichten zuerst

Dabei war das Quartal selbst wirklich nicht schlecht. EPS von 2,14 Dollar, operative Marge von 23,8 Prozent, freier Cashflow von 540 Millionen Dollar. 3M hat im Quartal 2,4 Milliarden Dollar an die Aktionäre zurückgegeben, davon zwei Milliarden über Aktienrückkäufe. Aufträge stiegen um gut 10 Prozent, der Auftragsbestand wuchs zweistellig. Für Q2 rechnet Maheshwari mit einem organischen Wachstum von mehr als 3 Prozent und einer operativen Marge von rund 24,5 Prozent.

Auch auf der Portfolioseite tut sich etwas. Die Übernahme von Madison Fire & Rescue soll ein globales Feuer- und Sicherheitsgeschäft mit 800 Millionen Dollar Umsatz formen, wachsend im hohen einstelligen Bereich. Gleichzeitig wurde das Schleif- und Finishinggeschäft verkauft, sieben Werke weniger, die Gesamtzahl der Produktionsstandorte sinkt auf unter 100. Brown selbst sagte im Q&A, selbst diese Zahl sei noch größer als nötig.

3M Company Aktie Chart

Halbleiter stark, Consumer Electronics schwach

Ein Muster zieht sich durch das Quartal: Halbleiter und Rechenzentren laufen, Consumer Electronics hängt durch. Speicherchip-Probleme in der Branche belasteten das Segment, während Datencenter-Konnektivität und Halbleiter-Nachfrage die Lücke mehr als schlossen. Brown sagte, man investiere dennoch gezielt in neue Produktentwicklungen für Consumer Electronics, trotz des schwierigen LCD-Umfelds. Ob das langfristig zieht, ist eine andere Frage.

Das organische Wachstum von 1,2 Prozent im ersten Quartal war mager. Brown nannte es selbst einen „schwachen Start beim Umsatz“. Die Jahresziele von rund 3 Prozent organischem Wachstum und EPS zwischen 8,50 und 8,70 Dollar stehen, der freie Cashflow soll über 4,5 Milliarden Dollar liegen. Alles bestätigt, nichts erhöht. Und hinten drin sitzt ein Puffer, über den das Management im Q&A lieber vage blieb.

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