3M hebt nach dem dritten Quartal die Gewinnprognose für 2026 an. Der Konzern verbessert die Marge, stellt zugleich aber seine bereinigte Gewinnrechnung um. Wer die Zahlen vergleichen will, muss deshalb genau hinsehen.
Zahlen im Rahmen, Marge legt zu
Der Umsatz stieg im Quartal um 1,0 Prozent auf 6,6 Milliarden Dollar. Organisch wuchs 3M nach GAAP nur um 0,2 Prozent. Bereinigt um hergestellte PFAS-Produkte, aus denen der Konzern aussteigt, lag das organische Plus bei 3,3 Prozent.
Der Gewinn je Aktie nach GAAP kletterte auf 2,63 Dollar, nach 1,55 Dollar im Vorjahr. Der Sprung geht vor allem auf einen Bewertungseffekt aus der Beteiligung an Solventum zurück. Aussagekräftiger ist der bereinigte Gewinn je Aktie von 2,50 Dollar, ein Plus von 12 Prozent.
Die bereinigte operative Marge erreichte 26,2 Prozent, 110 Basispunkte mehr als vor einem Jahr. Konzernchef William Brown spricht von einer Produktivitätssteigerung durch den strukturellen Umbau.
Neue Basis für die bereinigten Zahlen
3M behandelt die Abschreibung auf immaterielle Vermögenswerte künftig als Sonderposten, und zwar rückwirkend für alle ausgewiesenen Perioden. Das hebt die bereinigte Marge im Basisquartal um etwa 40 Basispunkte und den bereinigten Gewinn je Aktie um rund 4 Cent. Der Vorjahresvergleich bleibt laut Unternehmen davon weitgehend unberührt.
Das erklärt einen Teil der angehobenen Jahresprognose. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll 2026 bei 9,10 bis 9,15 Dollar liegen. Zusätzlich fließen die bisherige Geschäftsentwicklung und die Übernahme von Madison Fire & Rescue ein.
Beim Umsatz erwartet 3M ein bereinigtes Wachstum von mehr als 4,5 Prozent, organisch von mehr als 3,5 Prozent. Der bereinigte freie Cashflow soll bei rund 4,8 Milliarden Dollar liegen. Im dritten Quartal lag er bei 1,2 Milliarden Dollar, der operative Cashflow bei 0,5 Milliarden.
Rechenzentren als Wachstumsfeld
Strategisch setzt 3M auf optische Konnektivität für Rechenzentren. Amazon erhielt einen Warrant auf bis zu 3,2 Millionen 3M-Aktien. Er ist an kumulierte Umsätze von 6 Milliarden Dollar mit entsprechenden Produkten über sieben Jahre gekoppelt.
Hinzu kommt eine Kooperation mit dem taiwanischen Optikspezialisten GSEO, an dem 3M rund 4,7 Prozent der Anteile erwirbt. Mit BOE entsteht außerdem ein gemeinsames Labor für Displaytechnik.
Aktionären flossen im Quartal 0,6 Milliarden Dollar über Dividenden und Aktienrückkäufe zu. Im Telefonat mit Investoren am Dienstag um 9 Uhr Ostküstenzeit dürfte sich zeigen, wie belastbar das Management die höhere Prognose für das vierte Quartal einschätzt.
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