Ein Kurssprung von rund neun Prozent binnen weniger Handelsstunden ist bei einem Industriekonzern wie 3M keine Selbstverständlichkeit. Genau das lieferte der Post-it-Hersteller heute — und die Gründe liegen tief im laufenden Konzernumbau.
Zahlen übertreffen die eigenen Erwartungen
3M hebt die Gewinnprognose für 2026 an. Der Konzern rechnet nun mit einem bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 8,80 und 8,95 Dollar, nachdem zuvor eine Spanne von 8,50 bis 8,70 Dollar im Raum stand. Im zweiten Quartal kletterte der bereinigte Gewinn um rund elf Prozent auf 2,40 Dollar je Aktie — mehr, als Analysten erwartet hatten.
Der Umsatz stieg um 2,4 Prozent auf 6,5 Milliarden Dollar. Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 933 Millionen Dollar hängen, ein Plus von 29 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Das organische Wachstum von 5,5 Prozent lag damit deutlich über der erst kürzlich angehobenen Management-Zielmarke von mehr als drei Prozent.
RBC-Analyst Deane Dray sieht in den Zahlen eine Fortsetzung der operativen Dynamik der vergangenen Quartale. Ausschlaggebend seien laut ihm vor allem stärkeres organisches Wachstum sowie bessere Margen in den Sparten Safety & Industrial und Transportation & Electronics gewesen. Schwächer entwickelte sich dagegen das Konsumentengeschäft.
Der Umbau trägt Früchte
Hinter den Zahlen steckt eine gezielte Strategie von Konzernchef William Brown. Er treibt seit Monaten den Rückzug aus Nicht-Kerngeschäften voran und will 3M gleichzeitig mit neuen Produkten in den verbleibenden Sparten stärken. Die aktuellen Quartalszahlen liefern den bislang deutlichsten Beleg dafür, dass diese Strategie greift — die Margenverbesserung in den margenstärkeren Segmenten kompensiert die Schwäche im Konsumentengeschäft mehr als aus.
Die Aktie gehörte am Dienstag zu den stärksten Werten im S&P 500 und zog auch auf Wochensicht kräftig an. Mit der angehobenen Jahresprognose hat das Management die Messlatte für die kommenden Quartale nun selbst höher gelegt — die nächsten Zahlen werden zeigen, ob sich das organische Wachstum von 5,5 Prozent als nachhaltiges Niveau oder als Ausreißer erweist.
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