Liebe Leserin, lieber Leser,
die Aktie des aus dem westfälischen Heek stammenden Blockheizkraftwerke- und Wärmepumpen-Herstellers 2G Energy ist in Zuge starker Geschäftsergebnisse deutlich angezogen. Wer sich nach durchwachsenen Ergebnissen im Sommer 25 nicht aus der Aktie treiben ließ, kann nach auf ein Jahresplus von 46% zurückschauen. Ein Großteil der Gewinne wurde dabei in den vergangenen 3 Monaten angehäuft. Offenbar hat der Markt hohe Erwartungen an die Heeker, die meines Erachtens nicht ungerechtfertigt sind.
2G ist Investitionsstory, die auf mehreren Beinen steht. Das Brot und Butter-Geschäft sind Blockheizkraftwerke. 2G hat seine Wurzeln in der Landwirtschaft, die ursprünglichen Anlagen waren also Biogas-Anlagen. Die Gründer haben allerdings ein großes technisches Verständnis und die Cleverness, zu sehen wo der Bedarf am Markt ist. 2G entwickelte daher gasmotorische Anlagen, die mit Wasserstoff oder Wasserstoff-Beimischungen laufen können – und wird damit zu einem wichtigen Baustein der Energiewende.
Bestellungen mehr als verdoppelt
Auch wenn der reine Wasserstoffmarkt heute noch im Aufbau ist, sind wasserstofffähige Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen ein zentrales Element, um Industrie, Kommunen und große Liegenschaften schrittweise auf grüne Energieträger vorzubereiten. Sobald die Investitionsanreize, Infrastruktur und Elektrolysekapazitäten weiter ausgebaut werden, dürfte 2G meiner Meinung nach zu den ersten Anbietern zählen, die unmittelbar profitieren. Wie zu hören ist, kauft 2G aktuell massiv industrielle Liegenschaften auf, um zu wachsen.
Das macht man natürlich nur, wenn die aktuelle Auftragslage passt und mit weiterem Wachstum auch darüber hinaus gerechnet wird. 2G hat allen Grund anzunehmen, dass dem so ist. Die jüngsten Vorabzahlen haben sehr klar gezeigt, wie stark das Unternehmen am Übergang zu einer dezentralen, flexiblen und zunehmend wasserstofffähigen Energieversorgung partizipiert. Besonders auffällig war das vierte Quartal, in dem der Auftragseingang einen massiven Sprung machte und damit den operativen Trend der vergangenen Monate bestätigte. In Deutschland stiegen die Bestellungen um 145% auf 22,4 Mio. Euro, nachdem im Vorjahresquartal lediglich 9,1 Mio. Euro verbucht worden waren.
Auch im europäischen Ausland legten die Aufträge deutlich zu: Ohne die Ukraine verzeichnete 2G ein Plus von 160% auf 11,7 Mio. Euro. Insgesamt lagen die Bestellungen außerhalb der Ukraine rund 56% über dem Vorjahr. Beachtenswert ist zudem, dass der Nordamerika-Markt – trotz ausgelaufener steuerlicher Anreize – auf bemerkenswert stabilem Niveau blieb und mit 15,5 Mio. Euro erneut einen kräftigen Beitrag lieferte. 2G etabliert sich dort als Anbieter von dezentralen, gas- und wasserstofffähigen Energieanlagen in einem Markt, der aus regulatorischen wie infrastrukturellen Gründen massiv auf lokale Energieerzeugung setzt.
KWK-Anlagen als zuverlässiger Energie-Lieferant für Rechenzentren
Genau das bringt mich zu einem besonders spannenden Teil der Investitionsstory: Ein Rechenzentrum in Verbindung mit einer 2G-KWK-Anlage. Rechenzentren sind heute einer der größten Stromverbraucher der digitalisierten Welt – und das Wachstum explodiert durch KI. Gleichzeitig sind Rechenzentren abhängig von einer absolut zuverlässigen Energieversorgung im Dauerbetrieb. Netzschwankungen, Überlastungen oder instabile Einspeisung können nicht akzeptiert werden. Deshalb beginnt die Branche weltweit, stärker auf dezentrale Energiehubs zu setzen, die die Grundlast abdecken und das Risiko eines Netzausfalls erheblich reduzieren. Genau in diesem Umfeld hat sich 2G ein sehr attraktives Kompetenzfeld aufgebaut: hochverfügbare KWK-Containerlösungen, die Strom, Wärme und – dank Koppelung mit Absorptionskälte – sogar Kühlung liefern können.
Für Rechenzentren entstehen so modulare Energieeinheiten, die gleichzeitig die Kosten senken, die Effizienz erhöhen und die Ausfallsicherheit steigern. Während in Deutschland und Europa vor allem regulatorische Diskussionen über Energieeffizienzstandards geführt werden, ist der Bedarf in Nordamerika und Teilen Asiens bereits hochgradig nachfragestark. Dass der US-Markt im vierten Quartal trotz Förderkürzungen stabil blieb, ist auch im Kontext der Rechenzentrum-Investitionen zu sehen: Viele Betreiber amerikanischer Datacenter setzen auf flexible Kraftwerks-Cluster, und 2G rückt zunehmend in den Fokus dieser Kunden. Auf Analysten- und Investorenveranstaltungen Ende 2025 stellte das Management neue Großaufträge in Aussicht, ich rechne fest damit, dass die Anleger bis Juni wissen, was da im Busch ist.
Aufbruchstimmung in Heek: 2026 könnte 2G der Durchbruch gelingen
Zeigt sich, dass 2G bei US-Rechenzentrenprojekten ein riesiges nicht eingepreistes Potenzial erschlossen hat, wäre sowohl für das Unternehmen als auch für die attraktiv bewertete Aktie äu0erst positiv. Die ist fundamental betrachtet auch mit dem „normalen Energiewende-Setup“ nicht zu teuer, wenn man auf die Zahlen schaut. Der Umsatz soll 2026 laut Management zwischen 440 und 490 Mio. Euro liegen, begleitet von einer EBIT-Marge zwischen 9 und 11%.
Angesichts der extrem dynamischen Auftragseingänge und der Bonus-Chance im Rechenzentrumsbereich wirken diese Planungen eher konservativ – vielleicht hat man aus der Marktreaktion auf schwächer als erwartete Ergebnisse im zweiten Quartal 2025 gelernt. Gut möglich, dass es in diesem Jahr eine Positiv-Überraschung gibt und 2026 sogar zum Durchbruch-Jahr für 2G wird.
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