Die Aktie von 2G Energy verzeichnete am gestrigen Dienstag einen deutlichen Kurssprung um 7,9 % und beendete den Handelstag bei 61,00 Euro. Zeitgleich gab das Unternehmen neue Einblicke in die operative Entwicklung: Für das dritte Quartal sicherte sich der Konzern erneut ein Auftragsvolumen von mehr als 400 Millionen Euro. Einen konkreten Grund für das sprunghafte Kursplus nannte das Unternehmen in seiner Mitteilung nicht.
Großprojekte treiben das Auftragsvolumen
Ein wesentlicher Pfeiler des Quartalserfolgs stammt aus den Vereinigten Staaten. Vor gut einer Woche erhielt 2G Energy von Energy Vault Holding Inc. einen Auftrag über 275 Megawatt zur Bereitstellung von Energieinfrastrukturlösungen für dortige KI-Rechenzentren. Die Abwicklung dieses Vorhabens ist langfristig angelegt. Die Auslieferungen sollen im vierten Quartal 2027 anlaufen und bis zum dritten Quartal 2028 andauern. Zudem umfasst die Vereinbarung langfristige Serviceleistungen für die installierten Anlagen.
Neben dem Vorhaben für die Rechenzentrumsbranche berichtete der Konzern über einen weiteren avisierten Großauftrag, der aus dem Mining-Bereich stammt. Zudem legte das Unternehmen gestern vorläufige Kennzahlen für das erste Halbjahr 2026 vor, ohne hierbei jedoch detaillierte Kennziffern aufzuführen.
Analysten uneins über Auftragsdetails
Die jüngsten Erfolgsmeldungen stoßen am Markt nicht auf einhellige Begeisterung. Die Expertenmeinungen gehen bezüglich der Bewertung deutlich auseinander. Am Freitag reagierte First Berlin Equity Research wohlwollend auf die Entwicklung, bestätigte die Kaufempfehlung und erhöhte das Kursziel von 76,00 Euro auf 83,00 Euro.
Dagegen bleibt Parmantier & Cie. GmbH ausgesprochen skeptisch. Das Analysehaus bestätigte am Freitag seine Verkaufsempfehlung mit einem Kursziel von lediglich 39,00 Euro. In der Begründung verwiesen die Analysten direkt auf den Vertrag mit Energy Vault.
Kritisiert wurde vor allem, dass bisher wesentliche Vertragsdetails fehlen: So habe das Unternehmen weder Angaben zu konkreten Zahlungsbedingungen noch zu Anzahlungen oder möglichen Entschädigungen bei einer Stornierung veröffentlicht.
Einordnung des aktuellen Kursniveaus
Trotz der geäußerten Vorbehalte hinsichtlich der vertraglichen Absicherung blicken die Anteilseigner auf einen überaus erfolgreichen bisherigen Jahresverlauf zurück. Seit Jahresanfang summiert sich der Kursgewinn der Aktie auf 74 %.
Ob sich der jüngste Schwung fortsetzt, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie transparent das Management die weiteren Rahmenbedingungen der Großprojekte gestaltet und wie sich die Abarbeitung der Aufträge ab Ende 2027 konkret darstellt.
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