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Netflix-Aktie: Gaming-Offensive als Hoffnungsschimmer – die Hintergründe!

Netflix will mit einer Gaming-Offensive seine Kunden bei der Stange halten. Lesen Sie hier die Hintergründe zu diesem aussichtsreichen Projekt.

Auf einen Blick:
  • Netflix muss alles daran setzen, neue Anreize zu schaffen
  • Nun will man in Sachen Gaming groß durchstarten
  • Hierfür kooperiert man unter anderem mit Ubisoft
  • Zudem gründet Netflix jetzt ein eigenes Spielestudio
  • An der Börse kommt die Aktie aber trotzdem nicht wirklich in Schwung

Liebe Leser,

wussten Sie, dass man auf Netflix auch Videospiele zocken kann? Den meisten Menschen jedenfalls dürfte das nicht bekannt sein. Das zeigen die Daten der Analysefirma Apptopia. Demnach nutzen nur 1,7 Millionen Netflix-Kunden regelmäßig die auf der Plattform angebotenen Games. Das ist im Vergleich zur gesamten Abonnentenzahl (221 Mio.) verschwindend gering.

Doch das soll sich nun ändern. Netflix will die seit 2021 bestehende Videogame-Funktion nämlich gehörig ausbauen. Hierzu hatte der Konzern zuletzt diverse Ankündigungen gemacht.

Ubisoft soll für Netflix exklusive Games entwickeln

Die Vielversprechendste zuerst: Netflix hat mit der französischen Spieleschmiede Ubisoft kürzlich eine Kooperation geschlossen. Demnach werden die Franzosen exklusiv für Netflix Videospiele entwickeln. Dabei geht es unter anderem um einem Mobile-Titel rund um das beliebte Franchise „Assassin’s Creed“.

Die Spiele der historisch angelegten Adventure-Reihe stoßen seit vielen Jahren auf großen Zuspruch der Community. Netflix will sich diese Zugkraft nun ins Haus holen und damit seinen Gaming-Dienst offensiv bewerben.

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Der Clou: Gleichzeitig zu dem Spiel will Netflix auch eine Live-Action-Serie zu „Assassin’s Creed“ produzieren. Dadurch ergeben sich Synergien im Marketing, was die Reichweite beider Produkte unterstützen dürfte.

Doch das ist längst nicht alles. Ubisoft entwickelt für Netflix auch eine Fortsetzung des erfolgreichen Titels „Valiant Hearts“. Dabei handelt es sich um ein preisgekröntes 2D-Abenteuer, das die Spieler sehr eindringlich in die Wirren des Ersten Weltkriegs entführt. Der neue Ableger, der übrigens schon im Januar auf Netflix verfügbar sein wird, soll mit einer komplett neuen Story aufwarten und gleichzeitig dem Original aus dem Jahr 2014 treu bleiben.

Netflix gründet auch eigenes Spielestudio

Die Kooperation mit Ubisoft bietet für Netflix jedenfalls horrendes Potenzial. Wie viel Hoffnung der Streaming-Gigant mittlerweile in das Gaming-Geschäft setzt, zeigt eine weitere Meldung aus den letzten Tagen. Netflix will das Potenzial nämlich nicht nur mit externen Partnern abschöpfen, sondern auch selbst in die Branche einsteigen.

So hat Netflix kürzlich die Gründung eines eigenen Spielestudios bekannt gegeben. Die Kalifornier folgen damit anderen Tech-Konzernen wie Microsoft oder Amazon. Das neue Netflix-Studio soll übrigens im finnischen Helsinki entstehen. Das jedenfalls kommt nicht von ungefähr. Finnlands Hauptstadt gilt als wichtiger Cluster der Gaming-Branche und bietet viel Fachpersonal, damit Netflix eine eigene Entwicklung aufbauen kann.

Und: Erst Anfang des Jahres schluckten die US-Amerikaner den in Helsinki ansässigen Entwickler Next Games. Dieser hatte unter anderem zu der beliebten Netflix-Serie „Stranger Things“ einen Spiele-Ableger auf den Markt gebracht.

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Das neue Netflix-Studio soll indes von Marko Lastikka geleitet werden. Der Programmierer und Projektmanager hatte bereits bei großen Branchenkonzernen wie Electronic Arts gearbeitet und gilt als Koryphäe.

Bis die Kalifornier mit einem eigenen Spiel auf den Markt kommen werden, dürften allerdings noch einige Jahre vergehen, wie der Konzern einräumen musste.

Streaming-Konzern muss neue Anreize schaffen

Klar: Vor allem bei eigenen Spielen ist das wirtschaftliche Risiko nicht zu vernachlässigen. Schließlich muss Netflix hierfür viel Geld investieren und am Ende Produkte präsentieren, die sowohl zugkräftig als auch innovativ sind. Ansonsten wird es für den Konzern schwierig, sich in der wettbewerbsintensiven Gaming-Branche zu behaupten.

Der Streaming-Konzern hat aber auch kaum eine andere Wahl. Er muss schlicht neue Anreize schaffen, damit die Kunden weiterhin bei der Stange bleiben. Allein mit Serien und Filmen scheint das jedenfalls nur bedingt zu gelingen. So musste man im zweiten Quartal 2022 zum zweiten Mal einen Rückgang der Abonnenten hinnehmen, auch weil etablierte Filmstudios wie HBO, Disney und Paramount dem Branchenführer immer mehr Marktanteile im Streaming-Geschäft streitig machen.

Q2-Zahlen noch sehr robust

Immerhin: Noch sieht die Bilanz von Netflix sehr robust aus. In Q2 konnte der Konzern seinen Gesamtumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,5 Prozent auf 7,97 Milliarden Dollar steigern. Der Nettogewinn belief sich auf 1,44 Milliarden Dollar. Das ist ein Plus von 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr, aber ein Rückgang im Vergleich zu Q1 2022, wie Sie der folgenden Grafik entnehmen können:

Nettogewinn je Quartal von Netflix

Dass man zuletzt Nutzer einbüßen musste, schränkt natürlich die Perspektive der Aktie ein. Im Folgenden sehen Sie den Aktien-Chart:

Netflix Aktie Chart
1T
1W
3M
6M.
1J
5J
max