Nel ASA: Es geht wieder in die Tiefe!

Nach einem kurzen Ausflug in Richtung Norden zeigen sich bei Nel ASA schon wieder Schwächeanfälle. Muss der Traum des Comebacks schon beerdigt werden?

Die Freude über einen neuen Auftrag mit einem Rekordvolumen scheint die Aktie von Nel ASA nicht allzu lange auf einen Höhenflug befördert zu haben. Zwar konnten die Kurse in der vergangenen Woche zeitweise um deutlich mehr als 20 Prozent zulegen. Doch die gute Stimmung bröckelt derzeit schon wieder gewaltig. Schon vor dem Wochenende mussten die Anleger dabei zusehen, wie das Papier knapp unterhalb von 1,70 Euro nach unten abprallte und bei 1,58 Euro per Handelsschluss am Freitag landete.

Zu Beginn der neuen Woche kann von einer Entwarnung keine Rede sein. Stattdessen zeigten sich am Montagmorgen erneut rote Vorzeichen und es ging um 2,9 Prozent auf nur noch 1,53 Euro in die Tiefe. Damit ist es nicht mehr weit bis zur Linie bei 1,50 Euro und das Unterschreiten eben jener könnte weitere Verkaufssignale mit sich bringen.

Eine günstige Gelegenheit für die Anleger von Nel ASA?

Was genau für den recht schnellen Ausverkauf sorgt, lässt sich momentan gar nicht mit Gewissheit sagen. Dass die Märkte an sich in der neuen Woche schwach starteten, wird sicherlich ein Faktor sein. Zu vermuten ist auch, dass die Aktionäre nach vielen entbehrungsreichen Monaten mit Gewinnmitnahmen schlicht nicht mehr lange fackeln. Schließlich ist die letzte Gelegenheit für einen Verkauf auf dem jetzigen Kursniveau schon eine ganze Weile her.

Es wird also wohl noch einige weitere gute Neuigkeiten brauchen, um bei der Nel ASA-Aktie ein endgültige Trendwende herbeizuführen. Wünschenswert wäre natürlich, sollte es noch einen weiteren Auftrag mit einem ähnlichen Volumen wie zuletzt aus den USA geben. Damit würden die Norweger schließlich auch unter Beweis stellen, dass derartige Order künftig zur Normalität werden könnten und es sich nicht nur um einen seltenen Ausreißer nach oben handelt. Verlassen könnten die Anteilseigner sich aber freilich nicht auf ein solch erfreuliches Szenario.

Nel ASA wird weiter von Fragezeichen begleitet

Unter dem Strich bleiben bei Nel noch zu viele große Fragezeichen, als dass die Bullen erfolgreich die nächste Rallye aufs Parkett zaubern könnten. Unklarheit gibt es vor allem bei diesen Fragen:

  • Um wen handelt es sich beim US-Auftraggeber?
  • Sind Folgeaufträge zu erwarten?
  • Gibt es bald noch weitere Großaufträge von anderen Unternehmen?
  • Schafft Nel ASA den Sprung in die schwarzen Zahlen?
  • Wie hoch fällt der weitere Finanzbedarf aus?

Solange es auf all diese Dinge keine klare und verlässliche Antwort gibt, wird die Aktie von Nel ASA weiterhin von Unsicherheiten begleitet werden und das ist Gift für jede Aktie. Das muss nicht bedeuten, dass es direkt zu einer Fortsetzung des Abwärtstrends der vergangenen Monate kommt. Auf dem Weg nach oben ergeben sich aber augenscheinlich zu viele Widerstände, welche die Käufer nicht ohne Weiteres überwinden können.

Eine Branche sieht Rot

Nicht verschwiegen werden soll an dieser Stelle, dass Nel ASA am Montag mit Kursverlusten längst nicht alleine dastand. Der gesamte Wasserstoffsektor geriet unter Druck und bei einigen Vertretern dieses Sektors fielen die Verluste sogar noch deutlich höher aus. Die gute Stimmung an den Märkten aus der vergangenen Woche scheint immer mehr zu versiegen, während Sorgen um die Konjunktur wieder mehr in den Vordergrund rücken. Das macht spekulativen Wachstumstiteln schwer zu schaffen und genau dazu zählen die meisten, wenn nicht alle der Wasserstoff-Aktien.

Aktie Kurs (EUR) (25.7.22, 10:30 Uhr) Differenz zum Vortag
SunHydrogen 0,0284 +3,65 %
Plug Power 17,34 +/-0,00 %
Ballard Power 6,85 +/-0,00 %
PowerTap Hydrogen Capital 0,09 -1,21 %
Hydrogenpro 1,86 -2,11 %
Nel ASA 1,53 -2,90 %
PowerCell Sweden 15,05 -5,55 %
ITM Power 2,22 -6,41 %

Optimisten mögen durch diese Beobachtung darauf hoffen, dass die jüngsten Verluste bei Nel ASA sich noch in einem vertretbaren Rahmen bewegen und damit die Hoffnung auf eine längere Erholung am Leben gehalten werden kann. Solange die Kurse sich über 1,50 Euro halten, sind derartige Vermutungen auch nicht völlig an den Haaren herbeigezogen. Schließlich notiert das Papier damit noch immer deutlich höher als vor einer Woche und diese Erfolge sollen an dieser Stelle in keiner Weise schlechtgeredet werden.

Was sagen die Analysten zu Nel ASA?

Wer noch immer positiv auf die Zukunft von Nel ASA blickt, erhält dabei auch durch die Analysten Unterstützungen. Jenen ist der jüngste Großauftrag selbstredend nicht verborgen geblieben und mancher Börsenprofi hat seine Prognose für die Aktie der Norweger entsprechend bereits angepasst. Insgesamt ergibt sich bei einem Blick auf die Kursziele weiterhin ein sehr ansehnliches Bild. Goldman Sachs etwa hält an einer Kaufempfehlung fest und spricht als Kursziel 21 norwegische Kronen (NOK) aus. Jefferies ist noch optimistischer und hält gar 23 NOK für möglich. Beide Kursziele liegen umgerechnet jenseits der 2-Euro-Linie und auch über dem 52-Wochen-Hoch bei 2,07 Euro.

Es gibt also weiterhin einige Lichtblicke, auch wenn Nel ASA nach dem letzten Kurssprung schnell wieder für etwas Ernüchterung sorgte. Entscheidend bleibt ohnehin die Frage, in welche Richtung sich der Konzern langfristig entwickeln wird. Hier steht und fällt alles mit der Bedeutung, welche Wasserstoff bei der künftigen Energieversorgung haben wird. Da der Abschied von fossilen Brennstoffen aus Russland im Westen größtenteils bereits besiegelt ist, sind die Voraussetzungen für einen großen Durchbruch besser als je zuvor. Anleger mit viel Weitblick und der nötigen Bereitschaft zum Risiko dürfen Nel ASA daher weiterhin im Auge behalten.

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