Nel ASA-Aktie: „Es fehlt an fast allem!“

Die Aktie von Nel ASA hält sich recht stabil bei 1,25 Euro. Der große Wurf ist das aber kaum. An den schnellen Wasserstoff-Durchbruch glauben ohnehin nicht alle.

Auf einen Blick:
  • Die Aktie Nel ASA hatte nach den Quartalszahlen ordentlich zugelegt
  • Damit allerdings wurden lediglich Verluste aus den Vormonaten etwas gemildert
  • Ein Analyst warnt vor einem erneuten Einbruch beim Wasserstoff-Titel
  • Auf Deutschland sollte Nel, aller Diskussionen zum Trotz, offenbar nicht hoffen

Die Aktie von Nel ASA hält sich seit einigen Tagen stabil um einen Kurs von 1,25 Euro. Das kann man als Erfolg sehen, hatten die Papiere des norwegischen Wasserstoff-Spezialisten sich nach den Quartalszahlen doch ordentlich nach oben entwickelt, von 1,03 Euro Ende April auf das jetzige Kursniveau. Geht man etwas weiter zurück, dann war der jüngste Aufschlag bei der Nel-Aktie jedoch lediglich Schadensbegrenzung. Seit ihrem Zwischenhoch bei 1,72 Euro am 9. Februar beträgt der Abschlag noch immer annähernd 30 Prozent. Dass sich daran Entscheidendes ändern wird, daran glauben nicht alle.

Nel ASA: Kursziele zwischen1,81 Euro und 91 Cent

Sicherlich: Mehrere Analysten hatten nach dem Quartalsbericht ihre Kursziele für die Nel-Aktie sogar leicht angehoben, etwa die US-Investmentbank Goldman Sachs von 20,60 auf 21,00 norwegischen Kronen (NOK), was aktuell 1,81 Euro entspricht. Doch es gab zuletzt auch Gegenstimmen. So hatte etwa JPMorgan das Kursziel für Nel kurz vor den Quartalszahlen sogar von 11,60 auf 11,50 NOK gesenkt

  • Die Einstufung beließ Analyst Patrick Jones auf „Underweight“
  • Kein Wunder, erwartet er doch einen Rücksetzer auf 0,91 Euro

Der JPMorgan-Experte bleibt für europäische Wasserstoff-Aktien insgesamt vorsichtig und wartet „auf bessere Einstiegsgelegenheiten“, wie er schrieb. Diese sieht er erst, „wenn Unterstützung von der Politik und größer skalierbare Projekte zu einer stärkeren Auftragsdynamik, Umsatzwachstum und verbesserten Margen führten“. Und in diesem Punkt kann Nel ASA zumindest nicht auf Deutschland hoffen.

Verschläft Deutschland den Wasserstoffboom?

Denn: Während in Politik und Gesellschaft beständig über die Energie der Zukunft diskutiert wird, „vertrödelt Deutschland den Wasserstoffboom“, wie das Nachrichtenmagazin Der Spiegel unlängst berichtete. Grüner Wasserstoff solle Millionen Häuser heizen und die Industrie brummen lassen, „doch bislang fehlt es an fast allem, um das Wundergas nutzen zu können“, so der Bericht. Der Bedarf ist zweifellos da. Doch von den 44 Terrawattstunden Wasserstoff, die 2022 in Deutschland produziert wurden, wurde laut Spiegel nicht einmal ein Prozent klimaneutral durch Elektrolyse aus Ökostrom produziert. Für Elektrolyseur-Produzent Nel ist das keine gute Nachricht.

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