Nebenwerte aktuell: Zweite Dividende?

So etwas klingt aus Aktionärssicht doch erfreulich! Die Deutsche Pfandbriefbank AG teilte neulich mit:

Vorstand und Aufsichtsrats wollen der nächsten Hauptversammlung „eine weitere Dividendenausschüttung“ vorschlagen (und zwar für das Geschäftsjahr 2020).

 Was ist da los?Um das einzuordnen:Die ordentliche Hauptversammlung der Deutsche Pfandbriefbank AG für das vorige Geschäftsjahr hat bereits stattgefunden: Und zwar bereits am 12. Mai 2021.

Wie so viele Hauptversammlungen in diesem Jahr war das eine „virtuelle“ Veranstaltung ohne Präsenz der Aktionäre/innen, was ich persönlich schade finde.

Damals war entschieden worden: Vom Bilanzgewinn in Höhe von ca. 115,3 Mio. Euro sollen knapp 35 Mio. Euro zur Ausschüttung einer Dividende verwendet werden.

Das waren dann 0,26 Euro Dividende je Aktie.

Der große Rest (ca. 80,4 Mio. Euro) wurde auf neue Rechnung vorgetragen.

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Interessantes Detail:

Die Dividende wurde in vollem Umfang aus dem sogenannten steuerlichen Einlagenkonto geleistet.

Das bedeutete, dass die Aktionäre/innen die Brutto-Dividende in voller Höhe gutgeschrieben bekamen, ohne Abzug von Kapitalertragssteuer (oder Soli-Zuschlag oder Kirchensteuer).

Das ist im Paragrafen 27 Körperschaftssteuergesetz geregelt.

Allerdings: Solch eine Dividendenzahlung mindert die steuerlichen Anschaffungskosten. Sprich: Wer die Aktienposition mit Gewinn verkauft, der zahlt dann höhere Steuern, weil die Dividende entsprechend den Kaufkurs verringert hat.

Deutsche Pfandbriefbank AG: Wer aber die Aktie hält…

…der/die kann sich erstmal darüber freuen, die volle Dividende von 0,26 Euro je Aktie erhalten zu haben.

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Und um die neue Mitteilung einzuordnen: 2020 hatte die Deutsche Pfandbriefbank AG die Dividendenzahlung ausgesetzt. Sie folgte damals laut eigenen Angaben einer Empfehlung der EZB (= Europäische Zentralbank“) „an alle ihrer direkten Aufsicht unterliegenden Banken“.

Eigentlich hätten Vorstand und Aufsichtsrat sonst 2020 eine Dividende von 0,90 Euro je Aktie vorgeschlagen – so hieß es damals in der Einladung zur Hauptversammlung.

Nun kann aber nicht einfach so eine weitere Dividende ausgeschüttet werden – dazu ist ein Beschloss der Hauptversammlung notwendig.

Und deshalb soll es auch eine zweite Hauptversammlung in diesem Jahr geben bei der Deutsche Pfandbriefbank AG, entsprechend eine außerordentliche HV.

Da soll der Vorschlag dann lauten: Ausschüttung von weiteren 0,32 Euro je Aktie als Dividende, was zusammen dann rund 43 Mio. Euro Ausschüttung entsprechen würde.

Auch diese Dividende soll dann in vollem Umfang aus dem steuerlichen Einlagenkonto erfolgen (Handhabung siehe oben).

Zusammen wären das dann 0,58 Euro pro Aktie, welche die Deutsche Pfandbriefbank AG an ihre Aktionäre/innen im laufenden Jahr für das vorige Geschäftsjahr ausschütten würde. Und das ist doch eine schöne Dividendenrendite, oder?

Mit freundlichem Gruß!

Michael Vaupel

Diplom-Volkswirt / M.A. 

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Klarstellung
Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktie zu verkaufen oder zu kaufen. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld - verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine.

Zum Autor
Michael Vaupel, Diplom-Volkswirt und Historiker (M.A.), Autor mehrerer Fachbücher. Seine Einstellung: „Gewinn um jeden Preis verachte ich. Natürlich möchte ich Gewinner-Investments und profitable Trades empfehlen. Doch keineswegs solche, welche die Umwelt oder die Gemeinschaft schädigen.“ Sein Finanzblog ist lesenswert: http://www.ethische-rendite.de