Münchner Rück: Gewinnziel zurückgenommen!

Die Münchner Rück hat nun ihre Gewinnziele für das laufende Jahr zurückgenommen. Für das erste Quartal wird der Gewinn sogar recht deutlich niedriger erwartet. Grund ist wie bei vielen anderen Unternehmen auch die Corona-Krise bzw. davon ausgehende wirtschaftliche Schäden. Allerdings sind die Auswirkungen für Aktionäre, die dauerhaft investieren, nicht ganz so gravierend. Es gibt gute Nachrichten von der Dividendenfront.

Munich Re: Dividende bleibt konstant

Die gute Nachricht: Das Unternehmen hat aktuell noch immer vor, die Dividende von 9,80 Euro zu zahlen. Dies sind immerhin gleich 65 Cent mehr als im Vorjahr, als 9,25 Euro ausgeschüttet worden sind. Je nach Kursentwicklung wird sich die Dividendenrendite zum Ausschüttungszeitpunkt in gut vier Wochen noch etwas bewegen. Auf Basis des aktuellen Kurses errechnet sich für Neueinsteiger eine Rendite in Höhe von immerhin 5,6 %.

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Aus Sicht der Dividendenjäger also dürfte die Aktie noch immer eine starke Kaufwirkung auslösen. Wirtschaftlich betrachtet jedoch haben sich für das erste Quartal die Zahlen eingetrübt. Das Unternehmen rechnet nur noch mit einem „niedrigen dreistelligen Millionen-Betrag als Gewinn“. Dies wäre ein deutlicher Rückgang gegenüber den Ergebnissen aus dem ersten Quartal 2019. Damals waren 633 Millionen Euro Gewinn zu verzeichnen.

Aktuell würde das Unternehmen zudem davon ausgehen, dass die Prognose für den Jahresgewinn in Höhe von 2,8 Milliarden Euro nicht mehr zu erreichen sei. Dies schließt die Annahme einer „ansonsten erwartungsgemäßen Belastung aus menschengemachten“ Schäden und die Annahme von Großschäden aus Naturkatastrophen mit ein. Aktuell jedoch zählt vor allem das Corona-Virus.

Rückversicherungen werden dann belastet, wenn etwa Veranstaltungen abgesagt oder zumindest verschoben werden müssen. Genau dies passiert durchgehend bis hin zu den internationalen Großveranstaltungen.

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Daher werde das Unternehmen auch das Aktienrückkaufprogramm, das am 26.2. verkündet worden war, nicht unmittelbar fortsetzen. Hier warte das Unternehmen mit der Fortsetzung ab, bis mehr Klarheit über die Schäden aus der Corona-Krise herrsche.

Dass mehr Schäden entstehen, ist allerdings mittel- und langfristig aus Sicht solcher Unternehmen wie Rückversicherungen noch kein Verkaufsargument. Denn große Schäden garantieren fast sicher höhere Einnahmen in den Folgejahren, sie sind Teil des Geschäftsmodells. Aus der Krise kann Munich Re also sogar gestärkt hervorgehen, erwarten einige Beobachter.

Als Dividendenstar dürfte die Aktie der Münchner Rück ohnehin in den kommenden Tagen und Wochen an den Börsen noch einige positive Nachrichten erzeugen. Denn zahlreiche andere Unternehmen kürzen ihre Ausschüttungen, um Liquidität für die Phase der Wirtschaftskrise vorzuhalten. Insofern dürfte sich – zumindest aus dieser Sicht – der Fokus zahlreicher Investoren gen dieser Aktie richten.

Kurzfristig jedoch hat der Kurs um ordentliche fast 5 % nachgegeben. Dies ist aus Sicht von Chartanalysten noch immer kein Problem, da sich die Aktie vor Beginn der Krise in einem sehr langfristigen und starken charttechnischen Aufwärtstrend befand. Dieser dürfte sich nach Beendigung der Krise aus den oben genannten wirtschaftlichen Erwägungen heraus sogar fortsetzen lassen.

Denn die Aktie hat aktuell bereits in Höhe von 175 Euro einige starke Unterstützungen erreicht. Das aus charttechnischer Sicht maximale Abwärtspotenzial reicht etwa bis zu 150 Euro, dem Tief aus dem Jahr 2016. Nach oben hin eröffnen sich allerdings keine nennenswerten Hürden bis auf die Marke von 200 Euro. Wenn die Aktie durch diese Barriere hindurch klettert, sobald die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wieder normalisiert sind, eröffnen sich sehr große Potenziale. Bei 225 Euro könnte noch einmal eine Hürde erreicht sein. Dann allerdings sind die früheren Tops bei 275 Euro keine Utopie, meinen die Analysten.

Insofern ist zumindest der sehr langfristige Aufwärtstrend trotz des exogenen Schocks noch in Kraft. Das Kursziel selbst ist aus formaler Sicht der technischen Analysten allerdings sehr ambitioniert. Denn der Kurssturz sorgte dafür, dass der Titel sowohl den GD200 wie auch den GD100 und den GD38 nach unten durchkreuzte. Dabei hat die Aktie erst in Höhe von 210 Euro den GD38 wieder im Visier und würde den kurzfristigen Trend aufwärts drehen. Allerdings dürfte die Situation technisch betrachtet als Ausreißer gelten.

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