MDAX: Die Bären halten den Druck hoch!

Nach einer Erholung in der vergangenen Woche geht es für den MDAX in dieser Woche wieder in südlicher Richtung. Schwache Konjunkturerwartungen und die Gaskrise belasten.

Wie befürchtet gehen auch im zweiten Halbjahr die volatilen Bewegungen an den hiesigen Aktienmärkten weiter. Zwar konnten sich DAX & Co. nach einem schwachen Dienstagshandel in der vergangenen Woche zu einer kleineren Erholung aufschwingen, doch diese gerät in dieser Woche schon wieder ins Stocken. Seit Wochenbeginn geht es für den deutschen Leitindex, den Kleinstwerteindex SDAX, den TecDAX und den Index der mittelgroßen Werte MDAX erneut in Abwärtsrichtung.

In dieser Woche beginnt in den USA die Berichtssaison. Großbanken wie JPMorgan, Morgan Stanley und die Citigroup machen den Anfang und berichten über die Zahlen zum abgelaufenen Quartal. Das wird Anlegern einen ersten Eindruck geben, ob der aggressive Straffungskurs der Federal Reserve Bank bereits zu einem wirtschaftlichen Abschwung geführt hat. Genau das befürchten viele Marktbeobachter. Sie gehen davon aus, dass die Gewinne die Erwartungen verfehlen und es eine Welle von Prognosesenkungen geben wird.

Dann wiederum wären Analysten gezwungen, ihre Gewinnschätzungen zu überarbeiten und Kursziele nach unten zu korrigieren. Am Markt könnte dies eine weitere Verkaufswelle auslösen, was sicherlich auch hierzulande zu spüren wäre. In Deutschland geht die Berichtssaison zum zweiten Geschäftsquartal erst Ende Juli/Anfang August so richtig los.

Dreht Russland Deutschland das Gas komplett ab?

Zusätzlich belastet wird die Stimmung an den deutschen Aktienplätzen durch die Energiekrise und den drohenden Gaslieferstopp aus Russland. Seit Beginn dieser Woche wird aufgrund von Wartungsarbeiten kein Gas mehr durch die Pipeline Nord Stream 1 gepumpt.

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Der Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, erklärte zwar, dass Russland die bereits seit Mitte Juni stark gedrosselte Gasversorgung nach den Wartungsarbeiten wieder hochfahren könnte. Jedoch rechne man eher damit, dass die Lieferungen ab diesem Zeitpunkt komplett ausbleiben. Auch Parteikollege und Wirtschaftsminister Robert Habeck befürchtet einen vollständigen Lieferstopp. Bei einem Nachhaltigkeitsgipfel der Süddeutschen Zeitung sprach er davon, dass ab dem 11. Juli eine komplette Blockade von Nord Stream 1 drohe.

Daran ändert auch nichts, dass Kanada die Ausfuhr einer von Siemens Energy reparierten und gewarteten Turbine an den russischen Pipeline-Betreiber Gazprom genehmigt hat. Die offiziellen Wartungsarbeiten dauern nun bis zum 21. Juli. Erst dann wird man sehen, ob sich die Befürchtungen bewahrheiten und kein Gas mehr durch die Pipeline gepumpt wird oder ob die Lieferungen wieder aufgenommen werden.

Die Konjunkturerwartungen haben sich weiter eingetrübt

Die Sorgen vor einem Komplettausfall russischer Gaslieferungen und die Aussicht auf steigende Zinsen haben dazu geführt, dass sich die Konjunkturerwartungen von Finanzexperten im Juni gegenüber dem Vormonat noch stärker eingetrübt haben als von Analysten befürchtet. Darauf weisen Daten des Stimmungsbarometers des Mannheimer Forschungsinstituts ZEW hin. Auch bei der Bewertung der Konjunkturlage zeigen die Daten eine überraschend deutliche Verschlechterung.

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US-Inflationsrate steigt im Juni auf 9,1 Prozent

Am Mittwoch wurden die mit Spannung erwarteten US-Inflationsdaten für den Monat Juni vorgelegt. Von Reuters befragte Ökonomen waren im Vorfeld von einer Teuerungsrate von 8,8 Prozent ausgegangen. Die nun vom Arbeitsministerium vorgelegten Daten zeigen, dass sich die Verbraucherpreise im Jahresvergleich nun aber sogar um 9,1 Prozent verteuert haben. Dabei handelte es sich um ein neues 40 ½-Jahres-Hoch. Die größten Preistreiber waren wieder einmal die hohen Energiekosten und die Preise für Lebensmittel.

Setzt die Fed ihren aggressiven Straffungskurs fort?

Von der US-Notenbank könnten dies als Zeichen dafür interpretiert werden, den aggressiven Straffungskurs fortzusetzen, um den steigenden Preisen Herr zu werden. Selbst wenn man damit eine Rezession riskiert. Angesichts des deutlichen Rückgangs der Ölpreise im Juli könnte der vergangene Monat dann aber doch den Höhepunkt der Inflation markieren. Analysten von ANZ gehen für diesen Fall davon aus, dass die dynamischste Phase der Straffung durch die Fed mit einer weiteren Erhöhung um 75 Basispunkte am 27. Juli enden könnte.

MDAX taucht zunächst ab, dreht aber wieder nach oben

Nach Bekanntgabe der Inflationsdaten um 14:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit geriet der MDAX zunächst kräftig unter Druck, konnte im späten Handel aber angesichts einer zurückhaltenden Reaktion von der Wall Street wieder etwas zulegen. Trotz zwischenzeitlicher Verluste von 2,4 Prozent beendete das Börsenbarometer den Handel damit „nur“ 0,98 Prozent leichter.

Gerresheimer springt nach oben, Delivery Hero geht baden

Zu den besten Performern zählen am Mittwoch die Papiere des Verpackungsherstellers Gerresheimer, die dank besser als erwarteter Quartalszahlen mehr als 3 Prozent zulegen. Ebenfalls gefragt sind die Aktien des Immobilienunternehmens TAG Immobilien und die Papiere des Chipanlagenbauer Aixtron, die jeweils rund 2 Prozent zulegen.

Am unteren Ende landen dagegen die beiden Softwareunternehmen TeamViewer und Nemetschek, deren Aktien 1,75 bzw. 1,8 Prozent nachgeben. Noch härter trifft es die Anteilsscheine des IT-Dienstleisters Bechtle, die 3,5 Prozent verlieren.

Die rote Laterne übernimmt der Essenslieferdienst Delivery Hero, dessen Aktien 4,35 Prozent einbüßen. Das Papier hat sich zuletzt zwar über die 50-Tage-Linie (EMA50) zurückgekämpft, schafft es aber einfach nicht die 40-Euro-Marke zu überwinden. Mit Verlusten von fast 62 Prozent zählt die Aktie zu den größten Verlustbringern in diesem Jahr.

  • MDAX gerät nach leichtem Erholungsschwung in dieser Woche wieder unter Druck
  • Ende der Woche beginnt in den USA die Berichtssaison
  • Es gibt Befürchtungen, dass die Gewinne die Erwartungen verfehlen
  • US-Inflation im Juni mit 9,1 Prozent auf neues 40-Jahres-Hoch geklettert
  • Verhaltene Reaktion von der Wall Street
  • Gerresheimer-Aktie springt angesichts starker Q2-Zahlen nach oben
  • Delivery Hero-Aktie verliert kräftig

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