Machen Sie auch diesen gravierenden Fehler bei Ihrer Altersvorsorge?

Bernd Heim Altersvorsorge und Vermögensaufbau Börsenausblick By Bernd Heim / 29. Oktober 2018

Egal, auf welche Art Sie für das Alter vorgesorgt haben, egal, wie viel Geld Sie für den Lebensabend zurückgelegt haben: Es wird vermutlich nicht reichen. Die Chance, dass es viel schlimmer kommt, als Sie es sich derzeit vorstellen können, sind hoch, sehr hoch sogar.

Es ist nicht die Erwartung, dass Sie bei der finanziellen Planung Ihres Ruhestands auf die falsche Anlageklasse zurückgegriffen haben, die mich diesen Abschnitt mit einer so negativen Prognose beginnen lässt.

Es ist auch keine generelle Schwarzmalerei, die ich hier zum Besten gebe, sondern die Erwartung, dass, wenn Sie nur einigermaßen „durchschnittlich“ sind, auch Sie einen Fehler machen werden, den derzeit fast alle Deutschen machen: die eigene Lebenszeit viel zu kurz anzusetzen.

Niemand weiß im Voraus, wie viel Lebenszeit ihm vergönnt ist, doch die meisten erwarten weit weniger als sie am Ende erhalten werden. Im Schnitt leben Männer sieben Jahre länger als sie es erwarten. Frauen unterschätzen ihre Lebensdauer sogar um fast acht Jahre. Das ist das Ergebnis einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Neun von zehn Befragten verschätzen sich

Dass die Lebenserwartung steigt, wissen die meisten Menschen. Doch nur die Wenigsten sind sich bewusst, wie rasant sie steigt. Pro Jahr gewinnen die Deutschen durchschnittlich drei Monate Lebenszeit hinzu. Alle vier Jahre werden wir im Schnitt um ein Jahr älter.

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Bei diesem Tempo kommt die eigene Lebenserwartung schnell nicht mehr mit. In Deutschland erwarten die Männer nur 77,4 Jahre alt zu werden. Nach der vom Statistischen Bundesamt berechneten aktuellen Generationensterbetafel kann der durchschnittliche deutsche Mann jedoch mit 84,7 Jahren rechnen.

Die befragten Frauen stehen in Sachen Fehleinschätzung den Männern um nichts nach. Sie erwarten zwar mit 80,8 Jahren etwas älter zu werden als die männlichen Kollegen, liegen aber dennoch weit daneben, denn statistisch stirbt eine Frau bei uns erst im hohen Alter von 88,7 Jahren.

Oder anders ausgedrückt. Von zehn Deutschen unterschätzen neun die ihnen zur Verfügung stehenden Jahre und erwarten ihren Tod rund sieben bis acht Jahre früher als er tatsächlich eintreten wird.

Was, wenn am Ende des Geldes noch Leben zu leben ist?

Dass diese gravierende Fehleinschätzung der eigenen Lebenserwartung auch für die eigene Altersvorsorge gravierende Konsequenzen haben wird, liegt auf der Hand. Wer sich nicht allein auf die gesetzliche Rente verlassen und privat vorsorgen will, der muss sich angesichts dieser Zahlen darüber im Klaren sein, dass das angesparte Vermögen im Alter länger reichen muss als zunächst gedacht.

Sollen die „unerwartet“ über uns hereinbrechenden Lebensjahre nicht in Armut verlebt werden, muss erstens früher mit dem Sparen fürs Alter begonnen werden. Es muss zweitens sinnvoller gespart werden, sodass eine höhere Rendite vereinnahmt werden kann, und es muss drittens, wenn es trotz aller Anstrengungen nicht reichen sollte, im Ruhestand mit geringeren Ausgaben kalkuliert werden.

Nicht nur wir Deutschen unterschätzen unsere Lebenserwartung. Andere tun es auch. Eine im Oktober 2015 veröffentlichte Studie der University of California in San Francisco zeigt, dass es Menschen generell schwerfällt, ihre statistische Lebensdauer richtig einzuschätzen. Rund jeder dritte Befragte hat demnach mehr Jahre vor sich, als er selbst glaubt.

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Ein Grund für diese schlechten Schätzleistungen sind die eigenen Eltern. An ihnen und ihrem Alter orientieren sich viele Befragte, wenn man ihnen die Frage nach ihrem wahrscheinlichen Alter vorlegt und sie um eine Antwort bittet. Das ist naheliegend, führt aber zwangsläufig dazu, dass der Antwortende nicht auf der Höhe seiner Zeit ist.

Altwerden ist ein junges Phänomen

Es gab schon immer Menschen, die ein biblisches Alter erreicht haben. Man brachte ihnen auch schon früher eine besondere Aufmerksamkeit und großen Respekt entgegen, denn sie waren die Ausnahme, nicht die Regel.

Heute jedoch ist der frühe Tod die Ausnahme und nicht mehr die Regel. Vor gut 120 Jahren am Ende des 19. Jahrhunderts war das noch vollkommen anders. Ein neugeborener Junge hatte damals eine statistische Lebenserwartung von gerade einmal 45 Jahren. Mädchen konnten erwarten, fünf Jahre älter zu werden.

Viele erreichten dieses Alter nicht einmal annähernd, weil sie schon im Kindesalter verstarben und jene, die die gefährlichen Kinderjahre überstanden, wurden dennoch nicht übermäßig alt, weil sie am Ende eines langen und harten Berufslebens körperlich erschöpft und verbraucht waren.

Der Einsatz von Technik und Maschinen lässt uns heute bei Weitem nicht mehr so hart arbeiten wie noch vor 100, 70 oder 50 Jahren. Aus diesem Grund stieg die allgemeine Lebenserwartung im Lauf des 20. Jahrhunderts steil an. Die Selbstwahrnehmung der meisten Menschen hinkt dieser Entwicklung teilweise noch hinterher.

Die Altersversorgung an die geänderten Bedingungen anpassen

Außerdem orientiert man sich zu sehr an den Menschen, die man kennt, den eigenen Eltern und Großeltern beispielsweise. Leicht vergessen wird dabei, dass jede Generation unter ganz eigenen Lebensbedingungen aufwächst. Diese Bedingungen ändern sich schnell und in den letzten Jahren änderten sie sich zum Vorteil der Menschen.

Alle 10 Jahre wurden diese im Schnitt um 2,5 Jahre älter. Jede Generation lebt somit ungefähr 7,5 Jahre länger als die ihrer Eltern. Das entspricht ziemlich genau dem Schätzfehler der eingangs zitierten Studie und unterstreicht andererseits noch einmal die Notwendigkeit, die eigene Altersversorgung auf ganz solide Basis zu stellen.

Wer zu knapp plant, könnte am Ende leicht in große finanzielle Schwierigkeiten kommen, weil am Ende des Geldes noch viel zu viele Lebenstage zu leben sind.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Handelstag und grüße Sie herzlich

Ihr

Bernd Heim

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