Lukoil- und Gazprom-Aktie: Von wegen!

Die Aktien von Lukoil und Gazprom können seit Donnerstag in Moskau wieder gehandelt werden. Die Entwicklung nach Börsenstart hat so manchen Schwarzseher überrascht.

Die Aktien der russischen Energiekonzerne Lukoil und Gazprom waren aufgrund des Krieges in der Ukraine, und den daraus folgenden Verwerfungen an den Märkten, seit Wochen vom Handel ausgesetzt; die Moskauer Börse hatte ihren Betrieb komplett eingestellt. Das hat sich am Donnerstag geändert: Am russischen Handelsplatz wurden ausgewählte Werte wieder ge- und verkauft, allerdings mit Einschränkungen. Und alle Glaskugelbesitzer, die einen Absturz von Lukoil und Gazprom vorausgesagt hatten, wurden eines Besseren belehrt: Ein Einbruch? Von wegen!

Gazprom und Lukoil legen zweistellig zu

Denn in den ersten Handelsstunden im eingeschränkten Betrieb gingen die meisten der 33 wieder zugelassenen Werte steil nach oben: Die Papiere des privaten Ölkonzerns Lukoil etwa verbesserten sich um gut 17 Prozent auf 5.752 Rubel, die Aktie des staatlichen Gasmonopolisten Gazprom stieg bis gegen 10 Uhr mitteleuropäischer Zeit um 16 Prozent auf 265 Rubel. Der Moex Russland-Index kletterte laut dpa-Informationen zuletzt um rund zehn Prozent. Damit habe der Index einen kleinen Teil seiner Verluste wettgemacht, die er vor der Handelsaussetzung verbucht hatte.

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Der Handel von Gazprom & Co findet allerdings über einen verkürzten Zeitraum von vier Stunden statt. Hinzu kommen weitere Einschränkungen: So können Anleger nicht auf fallende Kurse wetten, da Leerverkäufe verboten sind, heißt es beim Handelsblatt. Zudem habe Russlands Zentralbank es Wertpapierhändlern bereits im Februar untersagt, russische Wertpapiere im Besitz von Ausländern zu verkaufen.

Russischer Index war eingebrochen

Der Handel mit Papieren von Gazprom, Lukoil und anderen war gestoppt worden, nachdem der Moex Russia kurz nach dem russischen Angriff auf die Ukraine am 24. Februar um fast die Hälfte eingebrochen war. Investoren hatten laut Onvista versucht, „so viel Geld wie möglich abzuziehen und in Sicherheit zu bringen“. Die Aktien russischer Unternehmen wurden seither aus wichtigen, weltweiten börsengehandelten Indexfonds gestrichen.

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