Kupfer: Der Kupferpreis in 10 Jahren

Ändern sich die Verhältnisse? Kupfer galt lange als Indikator für die Lage der Weltwirtschaft. Wo könnte sich der Kupferpreis in 10 Jahren befinden?

Kürzlich beschrieb die US-Investmentbank Goldman Sachs den Wandel auf dem Kupfermarkt. So haben unter anderem die Fundamentaldaten lange eine hohe Aussagekraft im Hinblick auf die makroökonomische Großwetterlage gehabt. Doch dies sei heute nicht mehr existent. Zu schaffen machen dem Kupferpreis ESG-Kriterien, Geldpolitik und chronische Unterinvestition. Damit erscheinen die Fundamentaldaten weitaus positiver, als sie tatsächlich sind. Was bedeutet das für den Kupferpreis und wo könnte Kupfer in zehn Jahren stehen?

Im Vergleich zu anderen Metallen, insbesondere den Edelmetallen Gold und Silber, ist eine Abschätzung des Kupferpreises ungleich schwieriger. Es sind zwar Analysen der vergangenen Jahre möglich, diese aber auf die Zukunft zu projizieren ist nicht so einfach wie bei den klassischen Edelmetallen. Versuchen wir uns dem Rohstoff Kupfer zu nähern und seine Eigenschaften, Anlagemöglichkeiten und Risiken zu betrachten. Wir möchten trotzdem versuchen, eine Einschätzung zu treffen, was in Zukunft mit dem Kupferpreis passieren wird. Dazu vereinfachen wir die Fragestellung etwas: Wird der Kupferpreis in 10 Jahren höher oder niedriger sein als heute?

Kupfer als Wertanlage?

Neben Gold und Silber steigt das Interesse von Edelmetallinvestoren auch in Kupfer zu investieren. Das rötlich schimmernde Metall, übrigens neben Gold das einzig farbige Metall, ist relativ weich und findet am meisten in der Industrie Verwendung. Insbesondere im Elektro- und Elektronikbereich und in Legierung mit anderen Metallen wird Kupfer vielfältig eingesetzt. Durch diese Abhängigkeit von der Industrie ist der Kupferpreis sehr zyklisch und eher als Spekulation, als zur langfristigen Anlage geeignet.

Neben der Industrienachfrage spielen auch die Fördermengen und Handelsmengen eine Rolle. So beeinflussen Streiks in Kupferminen oder Großimporte aus China den Kupferpreis maßgeblich. Anders als bei den klassischen Edelmetallen Gold und Silber, bestimmen bei Kupfer weltweites Angebot und weltweite Nachfrage den Preis viel stärker. So kann die Orientierung hin zu Elektroautos beispielsweise den Kupferpreis stark ansteigen lassen, da es für diese Autos viele Kabel braucht und auch ein Elektromotor eine große Menge Kupfer enthält. Wird aber ein anderer Rohstoff gefunden oder entwickelt, der Kupfer überlegen sein sollte, so wird das den Kupferpreis sinken lassen.

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Kupfer wertbeständiger als Papiergeld?

Durch seinen intrinsischen Wert und die vielfältige Verwendung von Kupfer, wird es nie wertlos werden. Die weltweit verfügbare Menge des Metalls ist begrenzt und durch diese natürliche Knappheit ist die Möglichkeit gegeben, dass der Kupferpreis eher steigt als fällt. Betrachtet man den konkreten Kupferpreis, so fällt auf, dass dieser, nicht wie bei Gold oder Silber, in Feinunzen angegeben wird, sondern am Weltmarkt in Tonnen gehandelt wird. Die Tonne Kupfer kostet aktuell rund 10.000 US-Dollar. Um 10.000 US-Dollar in physischem Kupfer anzulegen, begegnet man damit nicht irrelevanten, logistischen Herausforderungen.

In den letzten 5 Jahren ist der Kupferpreis um etwa 75 % gestiegen, was wesentlich auf die Nachfrage in der Industrie zurückzuführen ist. Auch zu Krisenzeiten wie etwa während der Corona-Pandemie gewinnen Rohstoffe typischerweise an Wert. An dieser positiven Entwicklung wollen viele Investoren und Anleger teilhaben. Kann man Kupfer neben kurzfristigeren Spekulationen auch als langfristige Anlage und eine Art „Krisenwährung“ verwenden?

Ist Kupfer eine Art „Krisenwährung“?

Kupfer kann eher nicht als Krisenwährung bezeichnet werden. Der Kupferpreis steigt zwar während Krisen an, das liegt jedoch noch an Kupfer als solchem und der Möglichkeit, mit Kupfer auch bezahlen zu können, sondern daran, dass Rohstoffpreise während Krisen häufig an Wert gewinnen. Als Währung wird Kupfer nicht verwendet werden können. Es werden zwar seit einigen Jahren auch Kupfermünzen geprägt, doch diese werden im Allgemeinen nicht als allgemeines Zahlungsmittel anerkannt. Lediglich die Andorra 1 oz hat einen Nennwert von 1 Euro Cent. Kupfermünzen werden momentan häufig weit über dem Rohstoffwert gehandelt, wobei nicht der Rohstoffwert für den Preis ausschlaggebend ist, sondern die Münzprägung. Auch das steigende Interesse von Anlegern trägt zu diesem Preisanstieg bei.  

Kupfer ist kein klassisches Edelmetall, dass wie Gold, häufig in einem ausbalancierten Depot vorhanden ist, sondern eher eine Ergänzungs- oder Spekulationsposition.

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Alles hat Vor- und Nachteile

Durch seine geringe Wertdichte ist Kupfer eigentlich nicht als physische Anlage geeignet. Auch gibt es keine Dividende oder Zinserträge, wenn man eine große Menge Kupfer besitzt. Renditen lassen sich lediglich über den günstigen Ankauf und teureren Verkauf des Rohstoffs erzielen. Dies ist wegen der Besteuerung von Kupfer mit der Mehrwertsteuer für Privatanleger nicht unbedingt einfach. Logistisch einfachere Investitionen sind über den Wertpapiermarkt möglich, wozu jedoch umfangreiches Hintergrundwissen notwendig ist. Wie man konkret in Kupfer investieren kann und auf was man achten soll, werden wir im Folgenden näher beschreiben.

Diese Punkte sollten Anleger bei Investitionen in Kupfer beachten

Die Investition in physisches Kupfer ist für viele Anleger nicht sinnvoll, da die Wertdichte im Vergleich zu Gold viele niedriger ist. Mit 10.000 US-Dollar kann man entweder 250 g Gold kaufen, das leicht zu lagern ist, oder 1 Tonne Kupfer, was sich nicht mehr so leicht transportieren und lagern lässt. Auch ist Kupfer in der Anschaffung nicht steuerfrei, wie etwa Gold, sondern muss als Industrierohstoff mit 19 % Mehrwertsteuer versteuert werden. Als Schlussfolgerung kann man sagen, dass die Investition in physisches Kupfer herausfordernd ist.

Leichter ist die Investition über den Wertpapiermarkt. Man kann beispielsweise über Aktien direkt in Kupferproduzenten investieren, oder über ausgewählte ETFs (Exchange-Traded-Fund) oder ETCs (Exchange-Traded-Commodity) an Kupferpreisentwicklungen teilhaben. Für spekulative Investoren besteht sogar die Möglichkeit Zertifikate, die den Kupferpreis abbilden, zu handeln.

Welche Aktien, ETFs und ETCs können interessant Sein?

Als ein Produzent von Kupfer kommt etwa die Aurubis AG mit Sitz in Hamburg in den Fokus. Hierbei handelt es sich um einen börsennotierten Kupferproduzenten sowie Kupferwiederverwerter. Weiterhin interessante Aktien-Kandidaten können Nevada Cooper oder auch First Quantum Minerals sein.

Als ETF dürfte sich der Global X Copper Miners ETF anbieten. Er gibt Zugang zu einer breiten Palette von Kupferbergbauunternehmen weltweit. Aber auch das Investieren in einen ETC, welcher den Rohstofftyp Kupfer abbildet, muss ins Auge gefasst werden. Beispielsweise lässt sich hervorragend in den GPF Physical Copper ETC oder WisdomTree Copper investieren.

Wo steht denn nun der Kupferpreis in 10 Jahren?

Wo der exakte Wert des Kupferpreises in 10 Jahren stehen wird, lässt sich nicht vorhersagen. Prognosen über so lange Zeiträume lassen sich nur sehr schwer machen und sind sehr spekulativ. Aus heutiger Sicht und mit dem jetzigen Wissen über Kupfer und dessen Verwendung, kann abgeleitet werden, ob der Preis eher steigen oder fallen wird.

Die wachsende Verwendung in der Industrie, insbesondere bei Elektroautos und in der Elektroinstallation, lassen darauf schließen, dass der Kupferpreis voraussichtlich steigen wird. Da Kupfer ein sehr zyklischer Rohstoff ist, kann aber auch mit stärkeren Schwankungen gerechnet werden. Hinzu kommt, dass der Preis maßgeblich von der Kupferförderung und den Importen einiger Länder abhängen kann. Mit diesen Risiken im Hinterkopf kann man sagen, dass die Chance für einen steigenden Kupferpreis in den nächsten 10 Jahren nicht schlecht stehen.

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