Kunststoffe: Teuer und knapp – wer profitiert?

Liebe Leserinnen und Leser,

im Zuge der rasanten Corona-Erholung zum Beispiel in China sind die Rohstoffpreise in den letzten Monaten durch die Decke geschossen. Dabei geht es längst nicht mehr nur um Industrierohstoffe wie Kupfer, Platin, Zinn und Eisenerz.

Auch die Preise für Kunststoffe sind exorbitant hoch. Als Anleger können Sie über einige Einzelaktien davon direkt profitieren. Doch zunächst einige Daten und Hintergründe, die den Preisboom veranschaulichen und aufzeigen, welche Firmen unter der Misere leiden.

Hersteller von Kunststoffverpackungen sitzen auf dem Trockenen

Laut einer aktuellen Analyse der „Industrievereinigung Kunststoffverpackungen“ (IK) sind die Preise für LDPE und LLDPE seit Jahresbeginn im Mittel um mehr als 60 Prozent gestiegen.

Die beiden chemischen Grundstoffe werden beispielsweise bei der Herstellung von Verpackungsfolien benötigt. Andere Kunststoffrohstoffe wie PP, HDPE, PE, PS, PVC und EPS verteuerten sich im Mittel um mindestens 50 Prozent.

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Für die Hersteller von Kunststoffverpackungen ist das ein Desaster. Denn die steigenden Preise drücken auf die Marge. Ausgelöst wurde die Preisexplosion durch eine prekäre Verknappung auf dem Rohstoffmarkt. Einige Kunststoffverpackungsproduzenten mussten deshalb wohl oder übel ihre Produktion drosseln.

Es sei immer noch schwierig, an die Rohstoffe zu kommen. Und da wo man sie bekomme, seien sie extrem teuer, so der Branchenverband IK. Immerhin scheint die Lage nicht noch schlimmer zu werden. Laut der Industrievereinigung hat die Verknappung mittlerweile ein Negativ-Plateau erreicht.

Die IK führt diese Annahme auf eine Umfrage unter ihren 300 Mitgliedsfirmen zurück. Demnach haben die Unternehmen angegeben, dass die Liefer- und Produktionseinschränkungen derzeit zwar drastischer seien als noch Anfang April. Für die nächsten drei Monate sehen die Firmen jedoch einer Seitwärtsbewegung auf einem sehr niedrigen Niveau entgegen.

Warum aber sind die Preise so stark angestiegen?

Eine Frage, auf die es zumindest bislang noch keine eindeutige Antwort gibt. Ein möglicher Erklärungsversuch sind sogenannte Fälle höherer Gewalt. Im Süden der USA etwa hatten Winterstürme im ersten Quartal nicht nur das öffentliche Leben, sondern auch die Industrie teils lahmgelegt. Das Problem: In der Region sitzen viele Hersteller von Kunststoffvorprodukten.

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Gut möglich, dass auch der inzwischen behobene Stau im Suezkanal die weltweiten Lieferketten stark beeinträchtigt hat.

Verschärft wird das Ganze durch die Corona-Pandemie – bzw. durch die rasante Erholung in China. Im Unterschied zum Westen konnte sich die Volksrepublik wesentlich schneller von den Folgen der Pandemie erholen. 2020 erzielte China unterm Strich gar ein Wirtschaftswachstum, während die Konjunktur zum Beispiel in Deutschland nach unten krachte

Die Folge: Viele Kunststoffrohstoffe aus dem Mittleren Osten und den USA wurden nach China umgelenkt und fehlen nun in Europa. In China boome der Markt und sauge gerade alles auf, erklärte IK-Geschäftsführerin Hancker. Am deutlichsten sei die Verknappung bei Folien und Verpackungen für Lebensmittel zu spüren.

Mit einer kompletten Entspannung bei der Kunststoffversorgung rechnen Experten erst frühestens gegen Ende des Jahres.

Wer profitiert?

Ein Profiteur des Preis-Booms ist der Leverkusener Konzern Covestro. Die ehemalige Kunststoffsparte der Bayer AG konnte im ersten Quartal aus der Materialknappheit und den astronomisch hohen Preisen kräftig Kapital schlagen.

Im Vergleich zum Vorjahresquartal steigerte Covestro seinen Umsatz um 18,8 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. Der Nettogewinn erreichte mit 393 Millionen Euro ein Vielfaches des Vorjahreswerts (20 Mio. €), der allerdings auch von der damals einsetzenden Corona-Pandemie deutlich gebeutelt war.

Ähnlich stark zeigte sich zuletzt auch der US-Konkurrent Dow Chemical. Dessen Umsatz kletterte angesichts der Preissteigerungen für Polyethylen und Polyurethan im ersten Quartal um 22 Prozent auf 11,88 Milliarden US-Dollar nach oben. Der Nettogewinn vervierfachte sich nahezu auf 1,01 Milliarden Dollar.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihren Investments,

Ihr Marco Schnepf

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