Kryptos on fire, aber Bitcoin am Ende?

Ich gebe es zu. Die Überschrift des heutigen Newsletters ist sehr provokativ gewählt. Die meisten von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, werden sie wohl nicht richtig einordnen können. So hat doch El Salvador kürzlich erst den Bitcoin (BTC) – die „Mutter aller Kryptowährungen“ – zur zweiten offiziellen Landeswährung neben dem US-Dollar gemacht. Warum soll er dann jetzt am Ende sein? Ist das nicht vielmehr der Durchbruch?

Nun, genau darauf möchte ich heute eingehen. Vorwegnehmen kann ich dabei schon, dass man den Bitcoin meines Erachtens niemals abschreiben darf. Das möchte daher auch ich heute nicht tun. Nichtsdestotrotz hat er eben Stärken UND Schwächen und die Schwächen könnten kurzfristig gerade durch El Salvador in den Vordergrund rücken. Was die temporäre Schwächephase der nach wie vor dominierenden Kryptowährung dann erklärt.

Schauen wir uns jedoch zunächst einmal an was die Krypto-Märkte zuletzt insgesamt so getrieben haben. 2020 und der Jahresbeginn 2021 gab es eine schier unglaubliche Kursrally, die beim Bitcoin mit dem Börsengang von Coinbase Mitte April ihren Höhepunkt erreichte. Die meisten Altcoins aber setzten noch einen drauf und erreichten – wie Ethereum (ETH) – ihre Allzeithochs erst im Mai. Dann aber war auch hier Schluss.

Ob man die Schuld dafür nun Elon Musk oder den chinesischen Kommunisten und deren Vorgehen gegen die Krypto-Miner im Land in die Schuhe schieben möchte, geschenkt. Meines Erachtens war Elon Musk und sein kindisches Gehabe auf Twitter der Auslöser. Aber ohne die Politik der chinesischen Kommunisten wäre es trotzdem nicht zu einem solch fulminanten „Crash“ gekommen. Die Monate Mai und Juni 2021 waren daher sehr schwierig.

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Bitcoin und Ethereum schwach unterwegs…

Im Juli folgte dann die Stabilisierung und zuletzt wieder eine Kursrally. Dabei legt der Bitcoin von unter 28.000 auf zeitweise über 52.000 US-Dollar und damit um mehr als +85% zu. Dennoch war diese Performance in Relation zu der vieler Altcoins sehr schwach. Anfang der Woche, zufälligerweise mit Einführung des Bitcoin als zweite offizielle Landeswährung von El Salvador (wir sind ja keine Verschwörungstheoretiker und glauben an Zufälle), gab es dann jedoch nochmal einen kleineren „Crash“.

Man könnte diesen „Crash“ allerdings auch als Korrektur oder einfach Setback bezeichnen. Sprich: Der Aufwärtstrend ist dadurch bisher nicht zerstört worden, prinzipiell könnten die Kurse nun also schon wieder steigen. Insbesondere bei den beiden größten Coins des Krypto-Marktes, Bitcoin und Ethereum, tun sie das zuletzt jedoch kaum. Was den Bitcoin betrifft, ist das noch unproblematisch. Ethereum aber sollte schon langsam wieder in die Gänge kommen.

Denn Kursrallys ohne den Bitcoin habe ich an den Krypto-Märkten in den vergangenen drei, vier Jahren schon das eine oder andere Mal erlebt. Aber eine Kursrally ohne Ethereum noch nicht. Was auch kein Wunder ist, basieren doch viele Altcoins (die ja in Wahrheit eher „Alternative Tokens“ und somit AltTokens heißen müssten) eben auf Ethereum (ERC-20 Token) dank dessen Fähigkeit zur Programmierung sogenannter Smart Contracts.

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Kommt der Coin-Flip? Oder droht jetzt Ethereum Gefahr?

Die Kursbewegungen an den Krypto-Märkten zuletzt sind jedenfalls einerseits untypisch, andererseits aber nicht unerklärbar. Denn: Die Fähigkeit zu Smart Contracts ist es, die Ethereum generell besser als Bitcoin macht. Daher habe ich schon öfter thematisiert, dass Ethereum irgendwann in nicht mehr allzu ferner Zukunft in Sachen Marktkapitalisierung am Bitcoin vorbeiziehen dürfte. Das nennt man dann übrigens einen Coin-Flip.

Andererseits gehört aber ebenfalls zur Wahrheit, dass zuletzt das einst quasi monopolartig über allen anderen thronende Ethereum sich zunehmender Konkurrenz ausgesetzt sieht. Sei das nun durch Cardano (ADA), durch Algorand (ALGO), durch Avalanche (AVAX), durch Tezos (XTZ), durch EOS oder auch durch das chinesische Ethereum namens NEO. Neue Smart Contract-Plattformen erobern bereits seit geraumer Zeit die Welt.

Zuletzt besonders interessant war dabei übrigens Tezos (XTZ). Denn auf Basis dieser Plattform haben Schweizer Großbanken erstmals Finanzprodukte über eine solche Plattform entwickelt und angeboten, was das Projekt in gewisser Weise geadelt hat. Aber wenn man sich die atemberaubende Kursentwicklung von Cardano (ADA), Algorand (ALGO) oder Avalanche (AVAX) anschaut, scheint es fast so, als ob selbst die Ablösung von Ethereum als dominierender Plattform nahe sein könnte.

Man sollte Bitcoin und Ethereum NIE abschreiben!

Natürlich ist die Kursentwicklung nicht alles, aber diese zeigt doch wo Investoren derzeit das größere beziehungsweise größte Potenzial sehen. Dies scheint nicht mehr Bitcoin und sogar nicht mehr unbedingt Ethereum zu sein. Was natürlich insofern eine Ironie der Geschichte ist, als dass der Bitcoin durch El Salvador heute endlich dort anzukommen scheint, wo ihn Satoshi Nakamoto seinerzeit sehen wollte. Schließlich beobachten viele andere Staaten die Entwicklung in El Salvador genau.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass ich – insbesondere was den Bitcoin betrifft – in der Vergangenheit schon so manchen Abgesang gelesen habe. So ist – hätte man den Mainstream-Medien Glauben geschenkt – der Bitcoin schon Tausend Tode und noch mehr gestorben. Tatsächlich aber lebt er noch immer und – wie das Beispiel El Salvador zeigt – ja durchaus gut. Von daher möchte ich heute keinen Abgesang auf Bitcoin und/oder Ethereum schreiben, zumal das viel zu früh wäre.

Vielmehr gilt für den Bitcoin und Ethereum das Motto, dass der neue James Bond-Film als Namen trägt, denn beide haben noch „Keine Zeit zu sterben!“. In diesem Sinne freue ich mich schon den neuen James Bond-Streifen bald im Kino sehen zu können und wünsche Ihnen ein schönes Wochenende. Lassen Sie sich dabei nicht von den Medien verrückt machen. Die schreiben aktuell vielleicht schon wieder Abgesänge, über die wir dann in einigen Monaten lachen können!

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