Kryptos: Können Hacker-Angriffe eine Kursrally verhindern?

Zuletzt wurden wohl auch die Krypto-Märkte vom „Sommerloch“ erfasst. Viel ging jedenfalls nicht mehr, zumindest wenn man auf die großen „Bluechip“-Coins und -Tokens schaut. „Was nicht mehr steigt“, so pflegte der große André Kostolany zu sagen, „wird irgendwann zu fallen beginnen!“. Insofern ist eine gewisse Angst vor bald wieder fallenden Kursen sicherlich nicht ganz unberechtigt.

Mein Basis-Szenario, das wissen Sie – liebe Leserinnen und Leser sicherlich – war, ist und bleibt jedoch ein anderes, ein bullisheres. Aber zu jedem Bullenmarkt gehören eben auch Rücksetzer. „Kurse“, so sagen die Börsianer, „steigen immer entlang einer ‚Mauer der Angst‘ (‚Wall Of Worries‘)“. Doch zu groß darf diese Angst eben auch wieder nicht sein.

Verrückt? Ja, das stimmt. Vielleicht sind deshalb Menschen mit leicht psychopathischen Zügen auch die besten Anleger, wie mal eine Studie herausgefunden hat. An der Börse – wie auch an den bekanntlich noch viel freieren Krypto-Märkten – gilt eben Kostolanys Gesetz, dass 2+2 nicht einfach vier, sondern 5-1 ist.

Darum widersprechen sich auch manche Börsenweisheiten auf den ersten Blick nahezu diametral. Auf der einen Seite heißt es, dass man Aktien in Krisenzeiten kaufen solle, wenn sie günstig sind. Auf der anderen Seite aber heißt es zugleich: „Never catch a falling knife!“, zu Deutsch: „Greife nie in ein fallendes Messer!“. Ja, was denn nun? Es kommt eben, wie bei den Juristen, drauf an.

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Dreiteilige Analysen von Aktien, Kryptos und mehr!

So bestehen meine Analysen stets aus drei Teilen. Ich schaue mir erst an, was denn tatsächlich fundamental hinter einem Unternehmen (bei Aktien) oder einem Krypto-Projekt (bei Coins/Tokens) steckt und versuche dies zu bewerten. Dann schaue ich mir die charttechnische Situation an. Zu guter Letzt aber werfe ich immer auch noch einen Blick auf die Marktstimmung, das sogenannte Sentiment.

Dabei muss man jedoch beachten: Wenn die Stimmung zur Kursentwicklung passt, ist alles okay. Dann wird sich der Trend, ob nun Aufwärts- (bei guter Stimmungslage) oder Abwärtstrend (bei schlechter Stimmungslage) wohl fortsetzen. Chancen ergeben sich dagegen immer dann, wenn es eine Divergenz zwischen Kursentwicklung und Stimmung gibt.

Steigt also beispielsweise der Bitcoin (BTC) über 50.000 US-Dollar, wäre eine positive Stimmung unter den Anlegern logisch. Wahrscheinlich steigt er dann auch weiter. Steigt jedoch der Bitcoin über 50.000 US-Dollar, obwohl die Stimmung im Keller ist und Anleger eigentlich eher einen Crash auf unter 30.000 US-Dollar erwarten, wäre das für mich ein sentimenttechnisches Kaufsignal.

Das Sentiment bei den Kryptos ist noch okay…

Schaut man sich die Kursentwicklung der Kryptowährungen zuletzt an und wirft dann einen Blick auf den Crypto Fear & Greed-Index, siehe: https://alternative.me/crypto/fear-and-greed-index/, so erhält man ein erstes Warnzeichen. Denn mit 70% zeigt der Index eine leicht euphorische Stimmung unter den Anlegern an, die so zuletzt nicht mehr ganz zu den Krypto-Märkten passt.

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Auf der anderen Seite können, insbesondere die größten Kryptowährungen, schon seit einigen Tagen nicht mehr richtig steigen. Noch aber fallen sie auch nicht. Zudem zeigt ein Indexstand von 70% zwar Gier an, wir sind aber auch noch meilenweit von extremer Gier weg. Zu guter Letzt war die Stimmung vor einem Monat (19%) noch völlig im Keller und die Gier ist kurzfristig sogar leicht gesunken (von 73% auf 70%).

Alles in allem halte ich das Krypto-Sentiment nicht für die beste aller Welten, aber doch für noch okay. Allerdings könnte sich das Krypto-Sentiment durchaus bald eintrüben, wofür es grundsätzlich drei Trigger gäbe. Erstens, fundamental, ein überraschend früher Tapering-Beginn der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), durch das diese den Märkten ganz allgemein Geld – und damit ihren Treibstoff – entzieht.

Zum zweiten natürlich deutlich fallende Krypto-Kurse – und sei es nur durch irgendwelche Tweets von Elon Musk. Obwohl der „Musk Crash“ im Mai in erster Linie von Elon Musk initiiert wurde, nutzen die chinesischen Kommunisten seinerzeit die Gunst der Stunde – und sorgten für noch mehr Prügel. Zuletzt beobachte ich jedoch, dass eher die Asiaten Kryptos kaufen und eher die Amerikaner sie verkaufen.

Der dritte und letzte Grund könnte dann eine Erschütterung von Vertrauen in die Kryptos sein. Meines Erachtens wird es dazu auch früher oder später kommen, wenn es so weitergeht wie zuletzt. So wurde in der Nacht von der japanischen Krypto-Börse Liquid bestätigt, dass es einen Hacker-Angriff gab und der Hacker Bitcoin (BTC), Ether (ETH), Ripple (XRP) sowie Tron (TRX) erbeutet habe.

Hacker-Angriffe können das Vertrauen in das Krypto-Ökosystem erschüttern

Insgesamt geht es dabei um etwa 80 Millionen US-Dollar in den vier genannten Kryptowährungen, wobei der Großteil (69 Millionen US-Dollar) auf Ethereum (ETH) entfällt. Eine solche Hacker-Attacke ist schon ganz grundsätzlich ein Problem, weil sie eben das Vertrauen in das gesamte Krypto-Ökosystem erschüttert. Aber noch schlimmer ist, dass sich solche Attacken zuletzt häuften.

So gab es erst vor wenigen Wochen den größten DeFi-Hack in der Geschichte, in dessen Zuge der oder die Hacker Kryptowährungen im Gesamtwert von über 600 Millionen US-Dollar erbeuteten. Zum Glück wurden die gestohlenen Coins und Tokens umgehend bei den Krypto-Börsen geblacklisted, so dass der oder die Hacker ihre Beute kurze Zeit später zurückgaben.

Aber Fakt ist, dass es solche und ähnliche Vorfälle schon zu oft gab und wohl auch weiterhin noch oft geben wird. Grundsätzlich verständlich, denn es handelt sich eben noch um ein sehr junges System. So erblickte der Bitcoin (BTC), als älteste Kryptowährungen überhaupt, bekanntlich erst am Samstag, dem 3. Januar 2009, das Licht der Welt.

Schaut man sich das Bankensystem an, so gab es beispielsweise zurzeit des „Wilden Westens“ auch zahlreiche Angriffe (Stichwort: Bankraub). Nichtsdestotrotz wird es höchste Zeit, dass sich die Verantwortlichen im Krypto-Sektor langsam aber sicher ernsthaft mit den Sicherheitsproblemen auseinandersetzen und diese zeitnah lösen. Sonst geht am Ende zu viel Vertrauen verloren – und es kommt zu einem Kurssturz. Auch ohne Elon Musk auf Twitter!

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