Kryptos: Crash durch Fed – Armageddon oder Kaufchance?

Der nächste "Krypto-Winter" rückt angesichts der jüngsten Ankündigungen der FED immer näher. Doch wie lange wird er anhalten?

Seit meinem letzten Newsletter, am 24. Dezember 2021, hat sich einiges getan. Leider nicht gerade das, was sich die Bullen an den Krypto-Märkten gewünscht hätten. Aber Märkte sind nun einmal kein Wunschkonzert und auf die drohenden Gefahren hatte ich schon seinerzeit hingewiesen. So schrieb ich, dass sich der Bitcoin (BTC) noch in einer Seitwärtsbewegung, einer Konsolidierung, befinden würde. Das Chartbild selbst bewertete ich jedoch als weiterhin kritisch.

Darum schrieb ich, dass ein Ausbruch aus der Seitwärtsbewegung nach unten zu Verkäufen führen könnte, die den Kurs bis auf 35.000/36.000 US-Dollar drücken dürften. So weit sind wir noch nicht, aber auf dem Weg dahin schon. Das Chartbild von Ethereum (ETH) gefiel mir dagegen besser. Allerdings war klar, dass sich auch der Ether einem fallenden Gesamtmarkt nicht entziehen können würde. Insofern hat sich hier in den letzten zwei, drei Tagen das Chartbild deutlich verschlechtert.

Aber kommen wir mal weg von den Charts. Denn diese bilden letzten nur die Vergangenheit ab. Zwar können wir aus dieser für die Zukunft lernen. Aber aktuell ist mir ein anderes Thema viel wichtiger. Zumal dieses Thema auch die Aktienmärkte in Mitleidenschaft ziehen dürfte. Und wie zu den Kryptos, haben in den letzten ein, zwei Jahren der Covid-19-Pandemie eben auch viele neue Anleger zu den Aktienmärkten gefunden. Was prinzipiell ja sehr gut ist…

Die Neulinge kennen nur „Buy The (Fuckin‘) Dip“…

Aber… und da sind wir beim großen Aber: Börsenneulinge verfügen, das liegt in der Natur der Sache, noch über keine Erfahrung. Gerade diejenigen, die in den letzten ein, zwei Jahren den Weg an die Finanzmärkte gefunden haben, kennen auch keine Baisse. Ja, sie kennen einen „Crash“, nämlich den „Corona Crash“. Und ja, sie hatten zuvor gelesen, dass man in einen solchen Crash hinein kaufen müsse, haben es getan und so gutes Geld gemacht. Doch so einfach funktioniert es in der Regel eben nicht.

Der „Corona Crash“ war eine absolute Ausnahmesituation. Es gab ein neues Virus, das SARS-Cov-2-Virus. Doch zunächst nur in China. So etwas ähnliches hatte es vor mehr als einem Jahrzehnt schon einmal gegeben. Damals blieb das jedoch auf China beschränkt und so dachten auch diesmal fast alle, dass es wieder so sein würde. Doch plötzlich war die ganze Welt betroffen, wir hatten die Covid-19-Pandemie. Was folgte, waren Lockdowns und somit ein Stillstand der (Welt-)Wirtschaft.

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Bitcoin?

Zum Glück reagierten die Notenbanken darauf mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln. Es wurde so viel Geld gedruckt wie noch nie – und man kann ja nicht sagen, dass in den letzten Jahren wenig Geld gedruckt worden ist. Grundsätzlich, um das klarzustellen, bin ich kein Freund dieser Gelddruckorgien. Aber in diesem konkreten Fall waren sie richtig. Denn besondere Situation erfordern eben besondere Maßnahmen.

Doch trotzdem gilt natürlich, was die Österreichische Schule schon immer sagt: „Jeder Eingriff in (freie) Märkte hat seine Auswirkungen. Zum einen natürlich die beabsichtigten, zum anderen aber eben auch unbeabsichtigte Nebenwirkungen.“. So war es natürlich auch jetzt. Ja, die Notenbanken haben mit ihrer extremst expansiven Geldpolitik die Welt vor einer Weltwirtschaftskrise bewahrt. Aber damit eben auch Preisexzesse bei Sachwerten gefördert.

Mit anderen Worten: Ohne die extrem expansive Geldpolitik der Notenbanken stünde die Nasdaq nicht da, wo sie heute steht. Und auch der Bitcoin (BTC) hätte nicht auf 69.000 US-Dollar steigen können. Schon der große André Kostolany wusste schließlich, dass es am Ende immer auf die Liquidität ankommt. Er fasste dies in seinem berühmten Bonmot zusammen: „Ob Aktien steigen oder fallen, hängt nur davon ab, ob es mehr Idioten als Papiere oder mehr Papiere als Idioten gibt“.

Da die Notenbanken die drohende Covid-19-Weltwirtschaftskrise durch eine Liquiditätsflut ungeahnten Ausmaßes verhinderten, war genug Geld da. Nein, es war nicht nur genug, es war sogar zu viel. Dieses Geld floss daher in Aktien, Kryptos und andere Sachwerte, was die Preise dieser Assets explodieren ließ. Doch anders als in der Vergangenheit blieb es dieses Mal nicht nur bei der Asset-Inflation. Genau das wird nun zum Problem.

Anzeige

Gratis PDF-Report zu Bitcoin sichern: Hier kostenlos herunterladen

Solange die Fed die Inflation bekämpft, sollte man vorsichtig sein!

Denn die Inflationsraten in Deutschland, den USA, ja überall auf der Welt, sind so hoch wie seit Jahrzehnten nicht. Erzählten uns vor drei, vier Jahren noch viele Experten, dass die Inflation tot sei, ist sie – „dank“ der Covid-19-Pandemie – heute lebendiger, als man sich wünscht. Doch es ist nicht nur die Gelddruckorgie infolge der Pandemie, die dazu geführt hat. Vielmehr wurden durch diese Pandemie eben auch Lieferketten ge- und zum Teil sogar zerstört.

Wenn aber Lieferketten ge- oder zerstört sind, führt dies zu weniger Angebot. Anfangs war das noch kein so großes Problem, weil aufgrund der Lockdowns auch die Nachfrage gering war. Doch diese erholt sich nun immer mehr, wohingegen die Lieferketten noch nicht wieder voll intakt sind. So haben wir das Problem eines (zu) geringen Angebots bei einer sich zunehmend normalisierenden Nachfrage. In der Folge steigen die Preise.

Sondereffekte wie zwischenzeitlich gesenkte Steuern, die nun wieder auf ihr ursprüngliches Niveau angehoben wurden oder Steuererhöhungen im Rahmen der „Klimaschutzagenda“ tun ihr übriges. Grundsätzlich ist das natürlich auch schlecht. Doch es gibt eben auch eine gute Nachricht. Denn zumindest die Angebotsverknappung dürfte sich im Laufe der nächsten Monate dank Restauration der Lieferketten von selbst erledigen.

Das war bis vor wenigen Wochen auch das Mantra der Notenbanken, allen voran der Fed. Doch schon im Dezember machte Fed-Chef Powell hier einen U-Turn. So sagte er vor dem US-Kongress, dass es nun angemessen sei, dass Wort „vorübergehend“ (Englisch: „transitory“) zur Beschreibung der Inflation zu streichen. Plötzlich geht der Offenmarktausschuss (FOMC) der Fed also davon aus, dass uns die neue, höhere Inflation, doch länger „beglücken“ wird.

Daher bekämpft die Fed nun plötzlich diese Inflation. Zum einen durch ein doppelt so schnelles „Tapering“ (Reduktion der Anleihekäufe), zum anderen wohl bald auch durch Zinserhöhungen. Zudem möchte man sogar den Balance Sheet schrumpfen. Kritiker werden einwenden, dass die Geldpolitik nun zwar restriktiver als zuletzt sein mag, sie jedoch noch weit von normalen Zeiten entfernt und grundsätzlich immer noch extrem expansiv ist.

Das ist richtig, aber darauf kommt es nicht an. Wenn ein Junkie zu Beginn 1g seiner Droge pro Tag braucht und im Laufe der Zeit die Dosis auf 10g pro Tag steigert, wird er – wenn er plötzlich nur noch 5g pro Tag bekommt – Entzugserscheinungen bekommen. Auch wenn 5g fünf Mal so viel sein mögen wie zu Beginn. So ähnlich sollte man sich das daher nun auch vorstellen. Mit den entsprechenden Auswirkungen auf alle Asset-Klassen.

Konkret: Besonders spekulative Assets werden im Wert deutlich fallen. Dazu gehören beispielsweise Technologieaktien und Kryptowährungen. Defensive Werte könnten als sicherer Hafen dagegen gesucht sein. Beziehungsweise sie sind es ja schon, das dürfte aber anhalten. Neben defensiven Assets ist Cash King. Ja, meines Erachtens könnte sogar schon ein neuer „Krypto Winter“ begonnen haben. Wie lange dieser dauert, weiß derzeit nur einer: US-Notenbankchef Powell.

Denn solange die Fed die Inflation bekämpft, was sie meines Erachtens zu spät und zu stark tut, bleibt es kritisch. Anstatt „Buy The (Fuckin‘) Dips“ heißt es derzeit wohl „Sell/Short The (Fuckin‘) Rips“. Allerdings dürfte sich das Inflationsproblem bald – Fed hin oder her – von selbst erledigen. Zudem hat die Fed auch kein Interesse an einem „Crash“, insbesondere der Aktienmärkte. Daher wird die frostige Zeit wohl nicht so lange dauern wie nach 2017. Aber einige Monate schon…

Kaufen, halten oder verkaufen – Ihre Bitcoin-Analyse vom 20.05. liefert die Antwort:

Wie wird sich Bitcoin jetzt weiter entwickeln? Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Anleger lieber verkaufen? Die Antworten auf diese Fragen und warum Sie jetzt handeln müssen, erfahren Sie in der aktuellen Bitcoin-Analyse.

Trending Themen

Warum die meisten Aktienhändler scheitern!

Erwartungen: Verstehen Sie Ihr Ziel. Verstehen Sie es wirkli...

Anlagemöglichkeiten: Keine Lust auf Aktien?

Falls Sie sich aufgrund der jüngsten Nachrichten über den ...

Dividenden-Aktien: Diese 6 sollten Sie kennen!

In Phasen der Börsenschwäche können Anleger immer noch Re...

Terra-Kollaps: Vitalik Buterin reagiert!

In einem Tweet am Samstag schlug der Ethereum-Experte Anthon...

Vorsorgetipps für Millennials: Darauf solltet ihr achten!

Nehmen wir an, Du fängst jetzt an, 100 Euro pro Monat zu in...

Wohnungsbau: Steigende Hypothekenzinsen!

Mehr Immobilienkäufer nahmen trotz steigender Zinsen Hypoth...

Inflation: Experten reagieren

Der SPDR S&P 500 ETF Trust SPY ist in den vergangenen Ta...

Tether: Löst sich vom Dollar?!

Der führende Stablecoin Tether verlor nach dem Kollaps von ...

NFT-Markt: Ein toter Markt?

Nachdem NFTs den Markt im Jahr 2021 im Sturm erobert hatten,...