x
Finanztrends App Icon
Finanztrends App Kostenlos herunterladen! Jetzt bei Google Play

Kakaopreis: Neues 52-Wochen-Tief – wie geht es nun weiter!

Der Kakao-Future befindet sich seit Mitte Februar im Abwärtstrend. Mit dem Fall auf ein neues 52-Wochen-Tief wurde nun ein frisches Verkaufssignal erzeugt.

Auf einen Blick:
  • Der Kakaopreis befindet sich seit Mitte Februar in einer Abwärtsbewegung
  • Zu Wochenbeginn sanken die Preise auf ein neues 52-Wochen-Tief
  • Die Nachfrage könnte sich weiter abkühlen

Die technischen Aussichten haben sich für den Kakaopreis in den vergangenen Wochen wieder deutlich eingetrübt. Beim Blick auf den Kurschart des an der ICE gehandelten Kakao-Futures erkennt man, dass das Jahr noch sehr vielversprechend begonnen hat. Am 10. Februar gelang der Anstieg auf ein 52-Wochen-Hoch bei 2.838 Dollar je Tonne. Dabei traf der Kakaopreis auf den Widerstand der 2.800-Dollar-Marke und prallte wieder nach unten ab.

Aus dieser Bewegung hat sich im Laufe der Zeit ein veritabler Abwärtstrend gebildet, der sich durch fallende Hochs und fallende Tiefs auszeichnet. Im August und September wagten die Bullen zwar einen Ausbruchsversuch, wurden auf Höhe der 50-Tage-Linie (EMA50) aber wieder zurückgeworfen. In den letzten Tagen hat sich der Kakao-Future wieder in den Abwärtstrend eingeordnet. Zu Beginn der neuen Woche kam es zum Rückfall auf ein neues 52-Tages-Tief bei 2.192 Dollar, wodurch ein frisches Verkaufssignal erzeugt wurde.

Testet der Kakaopreis den langfristigen Aufwärtstrend?

Am Dienstag erholte sich der Kakaopreis wieder etwas und stieg auf 2.286 Dollar. Nun muss sich zeigen, ob die Bullen über ausreichende Kraftreserven verfügen. Sollte es zu einem nachhaltigen Bruch des Doppeltiefs bei 2.232/2.236 Dollar kommen, würde sich das Chartbild noch einmal deutlich eintrüben. Dann drohen weitere Abgabe in Richtung 2.092/2.095 Dollar. Gestützt werden könnte der Kakaopreis durch den langfristigen Aufwärtstrend, der seinen Ursprung Ende 2000 hat. Aktuell verläuft die Trendlinie im Bereich der 2.100-Dollar-Marke.

Aus technischer Sicht würden sich die Aussichten des Kakaopreises erst aufhellen, wenn der Abwärtstrend von Mitte Februar durchbrochen wird. Ein wichtiger horizontaler Widerstand verläuft auf Höhe der 2.400-Dollar-Marke.

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei PowerTap Hydrogen Capital?

Diese Faktoren bestimmen den Kakaopreis

Um den am Weltmarkt gehandelten Kakaopreis zu ermitteln, werden zwei wesentliche Faktoren betrachtet. Zum einen richtet sich der Preis nach der Produktionsmenge von Kakaobohnen, zum anderen aber auch nach der Menge der Bohnen, die jedes Quartal von Süßwarenherstellern in Europa, Nordamerika und Asien gemahlen werden und somit die Nachfrage nach dem Rohstoff widerspiegeln. Eine Besonderheit von Kakao ist zudem, dass der Preis umso höher ist, je mehr Produkte auf Kakaobasis (Kakaopulver, Kakaobutter, Kakaolikör etc.) am Markt angeboten werden.

ICCO passt Produktionsprognose nach unten an

Die Internationale Kakaoorganisation ICCO hat Ende August ihre Produktionsprognose für das laufende Jahr nach unten korrigiert. Im entsprechenden Report hieß es dazu, dass Daten zu eingehenden Ankünften und Käufen die Erwartungen an eine niedrigere globale Produktion für die Saison 2021/22 widerspiegele. Die Inflation hat auch die Kakaobauern getroffen. Mit der Folge, dass weniger Düngemittel eingesetzt wurden. Das hat zusammen mit ungünstigen Wetterbedingungen und Krankheiten zu dem beobachteten Abwärtstrend bei der weltweiten Kakaoproduktion beigetragen.

Während in der Elfenbeinküste, dem weltweit größten Produzenten, in dieser Saison eine starke Ernte erreicht wird, fällt diese beim zweitgrößten Produzenten, Ghana, deutlich geringer aus.  Das liegt auch daran, dass Goldschürfer durch ihre Aktivitäten rund zwei Prozent der Anbauflächen zerstört haben. In ihrem Report hat die ICCO daher das erwartete Angebotsdefizit auf 230.000 Tonnen angehoben. Der Kakaopreis wurde hierdurch aber nur zeitweise gestützt.

Anzeige

Gratis PDF-Report zu Infineon sichern: Hier kostenlos herunterladen

Die Nachfrage bleibt auf einem stabilen Niveau

Weiter erklärte die ICCO, dass die Kakaonachfrage den steigenden Kosten an mehreren Fronten getrotzt habe. Neben den hohen Energiekosten und den bekannten Lieferkettenproblemen erweisen sich auch die steigenden Zinssätze für Unternehmen als große Herausforderung.

Tatsächlich ist die Nachfrage während der Saison bislang aber sehr stabil geblieben. Die Verringerung des weltweiten Angebots hat am Kakaomarkt bislang keinen Stress ausgelöst. Es sei jedoch anzumerken, so die ICCO, dass die Kakaonachfrage angesichts der derzeitigen Verlangsamung der Weltwirtschaft vielen Unsicherheiten ausgesetzt ist.

Hershey’s hebt Umsatzprognose erneut an

Von einer abnehmenden Nachfrage will auch der US-Schokoladenhersteller Hershey’s bislang nichts wissen. Bei der Bilanz zum zweiten Quartal wurde die Prognose für das Umsatzwachstum in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal angehoben. Nach der aktuellen Guidance wird erwartet, dass die Erlöse um 12 bis 14 Prozent zum Vorjahr steigen.

Im Gegensatz dazu zeigen Daten der National Confectioners Association, dass die Kakaovermahlung in Nordamerika gegenüber dem Vorjahr etwas zurückgegangen ist. Für das erste Quartal wurde ein Rückgang von 2,8 Prozent auf 114.694 Tonnen gemeldet, für das zweite Quartal ein Rückgang von 6,29 Prozent auf 115.899 Tonnen.

Der Fachverband European Cocoa Association hatte für das erste Quartal einen Anstieg der europäischen Kakaovermahlung um 4,4 % auf 373.498 Tonnen gemeldet, so viel wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. Auch im zweiten Quartal nahm die Kakaovermahlung zu und stieg diesmal um 3,2 Prozent auf 364.081 Tonnen.

Schokolade bleibt ein Luxusgut

In Europa und in Nordamerika weist die Entwicklung der Kakaovermahlung somit in unterschiedliche Richtungen. Fakt ist, dass Schokolade und andere auf Kakao basierende Leckereien Luxus- und Festtagsprodukte sind, die sich in wirtschaftlich guten Zeiten einer starken Nachfrage erfreuen und in wirtschaftlich schlechten Zeiten weniger beliebt sind.

Die hohe Inflation zwingt die Menschen schon jetzt ihren Konsum auf das Nötigste zu beschränken. Sollte es zu einer globalen Rezession kommen, könnte sich die Nachfrage nach Schokolade weiter abkühlen. Das könnte den Kakaopreis weiter unter Druck setzen.

Neuste Artikel

01:13 Plug Power-Aktie: Wochenrückblick KW48finanztrends.de
Plug Power beendet die Woche mit einem Plus von 1,29 % (Endpreis: 15,75 USD). Nachfolgend finden Sie die wichtigsten Nachrichten der vergangenen Tage: finanztrends.de ? Freitag, 02.12. 15:28 BYD, ITM- und Plug Power: Neues von den Alternativen! BYD hat scheinbar die Lösung parat für ein kritisches Problem. ITM Power will mit neuem Chef durchstarten und Plug Power endlich dem Hype…
So Nio-Aktie: Wochenrückblick KW48finanztrends.de
Nio beendet die Woche mit einem Plus von 20,30 % (Endpreis: 12,09 USD). Nachfolgend finden Sie die wichtigsten Nachrichten der vergangenen Tage: Alexander Hirschler ? Freitag, 02.12. 07:38 NIO-Aktie: Hier lauern einige Gefahren! Die NIO-Aktie notiert seit Jahresbeginn mit fast 70 Prozent im Minus. Zuletzt haben Analysten ihre Kursziele nach unten korrigiert. NIO-Aktie seit Anfang 2021 im Abwärtstrend Seit Jahresbeginn…
So Amazon-Aktie: Wochenrückblick KW48finanztrends.de
Amazon beendet die Woche mit einem Plus von 1,67 % (Endpreis: 95,50 USD). Nachfolgend finden Sie die wichtigsten Nachrichten der vergangenen Tage: finanztrends.de ? Freitag, 02.12. 12:30 Amazon-Aktie: Etwas schlechter als zuvor! Bei der Amazon-Aktie hat sich der Stochastic Oscillator verschlechtert. Dadurch liegt das neue Rating bei 3 Punkten. Amazon-Aktie: Rating hat sich verschlechtert Stochastic Oscillator von 0 auf 49…
So Deutsche Bank-Aktie: Sewing geht auf Konfrontation mit der EZB!Marco Schnepf
Der Vorstandschef der Deutschen Bank äußert wieder einmal Kritik an der EZB. Auf einer Konferenz der Financial Times betonte Christian Sewing, dass die Bank keine Warnungen von der Bankenaufsicht benötige, um die Risiken in Sachen „Leveraged Loans“ zu reduzieren (via „Handelsblatt“). Leveraged Loans: Sewing weist Bedenken der Bankenaufsicht zurück Leveraged Loans bezeichnen im Prinzip Kredite, die an hoch verschuldete Unternehmen…
So RWE-Aktie: Das hat Potenzial!Andreas Göttling-Daxenbichler
Die Solarenergie ist eines der bestimmenden Themen mit Blick auf die (beschleunigte) Energiewende. Wie sich das Ganze sinnvoll nutzen lässt, will RWE derzeit im Tagebau Garzweiler unter Beweis stellen. Dort sollen fast 60.000 Solarmodule platziert werden, welche ab dem kommenden Frühjahr über 7.000 Haushalte mit Strom versorgen könnten. Damit das auch funktioniert, wenn die Sonne gerade mal nicht scheint, werden…
So Walt Disney-Aktie: Die Freude hielt nicht lange!Andreas Göttling-Daxenbichler
Die jüngsten Ergebnisse von Walt Disney enttäuschten auf ganzer Linie. Der Streaming-Dienst Disney+ entpuppt sich als teurer Spaß und auch sonst läuft es nicht rund. Erwartungen der Analysten wurden sowohl beim Umsatz als auch dem Gewinn je Aktie enttäuscht. Richten soll es nun Bob Iger. Der ehemalige Disney-Chef ist mit sofortiger Wirkung für zunächst zwei Jahre zurückgekehrt, um das Unternehmen…
So Porsche Automobil-Aktie: Kein gutes Jahr!Peter Wolf-Karnitschnig
Für die Porsche Automobil-Aktie war 2022 bislang kein gutes Börsenjahr. Seit Jahresbeginn hat die VW- und Porsche-Beteiligungsgesellschaft rund 30 Prozent an Wert eingebüßt. Warum entwickelt sich die Porsche Automobil-Aktie nur so schlecht? Die Zukunft von VW ist nicht mehr rosig Es hat in erster Linie mit der Kursentwicklung der Volkswagen-Aktie zu tun. Die Porsche Automobil Holding hält 53,3 Prozent der…
So SAP-Aktie: Damit war nicht zu rechnenBernd Wünsche
SAP ist derzeit in einem starken Aufwärtstrend unterwegs. Zuletzt schaffte die Aktie am Freitag zwar keinen weiteren Ausbruch, konnte jedoch an den Tagen zuvor deutliche Kursgewinne einfahren. Der Titel gewann am Donnerstag annähernd 2 % und konnte am Mittwoch nach einem vorhergehenden schwachen Dienstag einen Gewinn von 1,3 % verbuchen. Das Marktumfeld ist für SAP deutlich besser geworden. Dazu gesellt…
So PayPal-Aktie: Kommt ein Comeback?Peter Wolf-Karnitschnig
Der Abwärtstrend der PayPal-Aktie hält unvermindert ab. Am Freitag sackte der Kurs des Zahlungsdienstleisters um ganze fünf Prozent ab. Die Aktie notiert inzwischen nur noch hauchdünn über ihrem drei Jahrestief vom Juni. Warum meiden Anleger derzeit die PayPal-Aktie wie der Teufel das Weihwasser? Wie düster ist die Lage? Dafür gibt es wohl drei wesentliche Gründe. Grund 1: Das Wachstum hat…
So BP-Aktie: Das Öl-Wunder!Bernd Wünsche
Kurz vor dem Wochenende gab die Aktie von BP deutlich nach. Sie verlor am Freitag nach einem ohnehin schwachen Donnerstag noch einmal fast 2 %. Dies könnte als Umkehr interpretiert werden - diese Wahrnehmung jedoch entspricht der aktuellen Situation. BP ist eindeutig im Aufwärtstrend. BP Keine Preisabsprachen - gute Nachricht Die Ölpreis-Rallye durch den Schock des Kriegs in der Ukraine…
So Clear Sky Lithium-Aktie: Im Dunkeln ist gut munkeln!Andreas Göttling-Daxenbichler
Es liegt in der Natur der Sache, dass es von Rohstoffexplorern nicht täglich brandheiße Neuigkeiten zu hören gibt. Die Explorationstätigkeiten nehmen viel Zeit in Anspruch. Dadurch gibt es immer wieder Phasen, in denen schlicht nicht viel passiert. Eine solche scheint derzeit auch die Clear Sky Lithium-Aktie zu durchleben. Neuigkeiten gibt es hier schon seit einer Weile nicht mehr. Dennoch gibt…
So K+S-Aktie: Warum so kraftlos?Peter Wolf-Karnitschnig
Nach einem phänomenalen Jahresauftakt, in dessen Zuge sich der Kurs der K+S-Aktie mehr als verdoppelte, ging die Aktie des Düngemittelherstellers in eine anhaltende Schwächephase über. Bis Juli ging es mit dem Aktienkurs steil bergab. Seitdem befindet sich die K+S-Aktie in einem ausgeprägten Seitwärtstrend. Warum hat sie keine Kraft mehr für einen Aufschwung? Exzellente Zahlen An den Geschäftszahlen kann es kaum…
So Hensoldt-Aktie: Profiteur von Aufrüstungsplänen?Bernd Wünsche
Hensoldt ist in den vergangenen Tagen vergleichsweise schwach gewesen. Beobachter hätten vermuten können, dass die deutsche Aufrüstung dem Titel hilft. So wird Deutschland nun wohl verstärkt ein Augenmerk darauf legen, die Mängel in der Bundeswehr-Ausstattung rasch zu beheben. Die Aktie des Konkurrenten Rheinmetall konnte dabei massiv gewinnen. Hensoldt: Börse ist uneins Bei Hensoldt jedoch scheint der Zweifel größer zu sein,…
So HSBC Holdings - Aktie: Faktencheck!Die Aktien-Analyse
Die HSBC profitiert von dem steigenden Zinsniveau in Großbritannien. In den ersten 9 Monaten stieg der Zinsüberschuss um 17% auf 23 Mrd. Dollar. Zudem wurden die Prämieneinnahmen um 26% auf 10,3 Mrd. Dollar gesteigert. Dem stand ein hoher Buchverlust aus dem geplanten Verkauf des Frankreichgeschäfts gegenüber. Zudem mussten die Kapitalanlagen infolge des verschlechterten Kapitalmarktumfelds teilweise abgeschrieben werden. Solide Ergebnisse für…
So Credit Suisse - Aktie: Was ist hier nur passiert?Die Aktien-Analyse
Die zweitgrößte Schweizer Bank steckt tief in der Krise. In den vergangenen Jahren wurde viel Vertrauen verspielt. Allein im 3. Quartal zogen die Kunden 12,9 Mrd. Franken von der Bank ab. Anfang Oktober sorgten Gerüchte über die mangelnde finanzielle Stabilität der Credit Suisse für weitere Abflüsse. Neuer CEO und Konzernumbau soll Ausweg aus der Krise werden Die Bruttoeinnahmen brachen in…

Disclaimer

Die auf finanztrends.de angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information. Die hier angebotenen Beiträge stellen zu keinem Zeitpunkt eine Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlung dar. Sie sind nicht als Zusicherung von Kursentwicklungen der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren ist risikoreich und birgt Risiken, die den Totalverlust des eingesetzten Kapitals bewirken können. Die auf finanztrends.de veröffentlichen Informationen ersetzen keine, auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete, fachkundige Anlageberatung. Es wird keinerlei Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden übernommen. finanztrends.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinen Einfluss und vor Veröffentlichung sämtlicher Beiträge keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand dieser. Die Veröffentlichung der namentlich gekennzeichneten Beiträge erfolgt eigenverantwortlich durch Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen o.ä. Demzufolge kann bezüglich der Inhalte der Beiträge nicht von Anlageinteressen von finanztrends.de und/ oder seinen Mitarbeitern oder Organen zu sprechen sein. Die Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen usw. gehören nicht der Redaktion von finanztrends.de an. Ihre Meinungen spiegeln nicht die Meinungen und Auffassungen von finanztrends.de und deren Mitarbeitern wider. (Ausführlicher Disclaimer)