Inflationsdruck: Das ist kein gewöhnlicher Aufschwung!

Wenn die Geldpolitik eine Autobahn wäre, dann würden die Zentralbanken derzeit mit Tempo 200 auf eine Baustelle zufahren und dennoch glauben, alles unter Kontrolle zu haben. Die amerikanische Federal Reserve Bank (Fed) würde dabei vorneweg rasen. Denn obwohl die US-Inflationsraten im April auf deutlich über vier Prozent stiegen, werfen die Dollar-Hüter dennoch mit ihren Wertpapierkäufen weiter Unmengen frisches Geld auf die Märkte.

Bei Anlegern erregten die jüngsten Sprünge bei den Teuerungsraten auch in der Eurozone Ängste vor dauerhafter Inflation und hohen Zinsen – beides Gift für die Aktienmärkte. Die Währungshüter auf beiden Seiten des Atlantiks bleiben jedoch demonstrativ gelassen und beschwichtigen die Investoren, dass es sich um vorübergehende Phänomene handle. Bald würde sich die Inflationsdynamik wieder abschwächen.

Fed-Chef Jerome Powell und seine EU-Kollegin Christine Lagarde verbreiten bei jeder Gelegenheit stoisch, dass es noch eine ganze Weile dauern werde, bis Normalität einkehrt. Die westlichen Volkswirtschaften seien von der Corona-Pandemie derart geschwächt, dass Notenbanken und Finanzminister weiterhin Billionen in die Wirtschaft pumpen müssten.

Kein gewöhnlicher Aufschwung

Mein Eindruck ist jedoch: Lange wird die geldpolitische Raserei nicht mehr gutgehen. Die Notenbanken unterschätzen die derzeitige Wirtschaftsdynamik, da wir längst einen kräftigen Aufschwung erleben.

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Gerade in den USA ist der Boom schon mit Händen zu greifen: Die Impfungen schreiten voran, Freiheitsbeschränkungen sind aufgehoben und die Bürger gehen mit ihrem Angesparten wieder shoppen. Ihre Konsumnachfrage wird mit Joe Bidens historischen Konjunkturprogramm weiter angeschoben. Veranstalter, Gastwirte und Einzelhändler nehmen das zum Anlass, die Preise heraufzusetzen, um ihre Verluste der vergangenen Monate zumindest zum Teil wieder auszugleichen.

Ihr Angebot können viele Unternehmen jedoch gar nicht so schnell wieder hochfahren. Sie leiden unter Lieferengpässen, da Rohstoffe und Vorprodukte knapp geworden sind. Angesichts dessen bunkern Lieferanten Vorräte, was die Knappheit zusätzlich verschärft – und die Preise weiter anhebt.

Die aktuelle Entwicklung am Arbeitsmarkt wirkt ebenfalls lohn- und preistreibend. In den USA ist die Jobbörse bereits wieder leergefegt, sodass die Unternehmen kaum Leute finden. Auch in Deutschland gibt es wieder so viele unbesetzte Stellen wie seit Sommer 2017 nicht mehr – Tendenz steigend.

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Hinzu kommt: Durch die demografische Entwicklung werden Arbeitskräfte in den westlichen Volkswirtschaften knapper und die fortlaufende Deglobalisierung sorgt für höhere Produktionskosten. Auch diese Faktoren führen zu höheren Löhnen, die die Firmen in der Regel an die Konsumentenpreise weitergeben.

Die Natur dieses Aufschwungs ist zudem anders als alles, was wir seit dem Zweiten Weltkrieg erlebt haben. Unter den Industrienationen gab es in den letzten Jahrzehnten immer Staaten, die dynamisch wuchsen, während andere lahmten. Das hat das ganze System gewissermaßen stabilisiert. Die Corona-Pandemie synchronisiert nun jedoch die Wirtschaftszyklen. Anders als früher fahren außerdem auch die kleineren Notenbanken seit Beginn der Krise sehr ähnlich wie Fed und EZB: nämlich mit Vollgas.

Großes Rückschlagpotential

Das alles kann nicht mehr lange gutgehen. Wenn die Probleme auf der Angebotsseite nun auf den Nachfrage-Boom stoßen – und das alles weltweit weitgehend parallel stattfindet –, ist eine entgleitende Inflation in einer Lohn-Preis-Spirale kaum zu verhindern.

Die Notenbanken werden dann nicht tatenlos zusehen, wie die Kaufkraft ihrer Währungen schwindet – und rabiat in die Eisen steigen, indem sie die Anleihekäufe abrupt herunterfahren und die Zinsen anheben.

Zwar steigen seit Monaten die langfristigen Renditen auf den Anleihemärkten, was darauf hindeutet, dass die Märkte ihre Inflationserwartungen anheben. Eine geldpolitische Vollbremsung würde sie jedoch auf den falschen Fuß erwischen. Staaten, Unternehmen und Privathaushalte verlassen sich auf das Niedrig-Zins-Versprechen der Währungshüter, was ihre Verschuldung und die Bewertungen an den Börsen nach oben getrieben hat.

Das Rückschlagpotential wäre im Fall einer plötzlichen Kehrtwende der Geldpolitik entsprechend riesig. Die Risiken einer Finanzkrise inklusive Börsen-Crash und Pleitewelle wachsen daher mit jedem Zehntelpunkt bei der Inflation, den die Notenbanken ignorieren. Bleibt zu hoffen, dass die Währungshüter doch noch zur Vernunft kommen und frühzeitig vom Gas gehen. Der Sprit kann ihnen bei ihrer Irrfahrt jedenfalls nicht ausgehen.

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