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Hot Stock Porsche: Kaufen?

Die Sportwagentochter von Porsche soll an den Markt kommen - der Run ist groß.

Auf einen Blick:
  • Porsche - großer Run auf die Aktie gemeldet
  • Preisspanne für Aktie noch nicht bekannt
  • Porsche wird wahrscheinlich am Donnerstag im Handel sein

Liebe Leser,

in diesen Tagen schwanken die Börsen ausgesprochen stark. Die Konjunktursorgen sind immens, die Angst vor weiteren Zinserhöhungen zieht sich durch die Reihen und der Krieg in der Ukraine tobt weiterhin – dies sind keine guten Voraussetzungen für einen Börsengang. Oder? Porsche versucht es dieser Tage – und zahlreiche Investoren wollen vielleicht noch kaufen.

Porsche: Die Sportwagen-Kultmarke ist da

Porsche wird insgesamt 911 Millionen Vorzugsaktien an den Markt bringen. Die Frist zur Zeichnung läuft noch bis zum 28. September, wenn die Aktien denn verkauft werden können. Dabei zeichnet sich eine sogenannte Preiss-Spanne von 76,50 Euro bis zu 82,50 Euro je Aktie ab. Natürlich stellt sich allen die Frage, ob der Preis gerechtfertigt ist oder ob sich vielleicht sogar Kursgewinne nach dem Börsengang im normalen Handel erzielen lassen.

Wie stets weiß niemand, was nach einer Emission direkt passiert. Dabei lohnt sich der Blick auf das Wertpapier. Porsche wird vor allem deshalb derzeit recht hoch gehandelt – im Sinne eines guten Images -, weil das Unternehmen seine Sportfahrzeuge als E-Autos an den Markt bringt. Dies ist nicht nur ein Zukunftsgeschäft, sondern wahrscheinlich sogar ein gewinnträchtiges Geschäft. Dennoch erhebt sich unverändert die Frage, was das Unternehmen dann wert ist.

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Je nach Neuemissionspreis wird Porsche an der Aktie zwischen 70 und bis zu 75 Milliarden Euro taxiert werden. Im vergangenen Jahr schafften die Autobauer aus dem Ländle einen Umsatz in Höhe von 30,3 Milliarden Euro mit Fahrzeugen und insgesamt 33,4 Milliarden Euro über das Angebot an Finanzdienstleistungen.

Den Umsatz zugrunde gelegt, würde sich bei einer fortgesetzten Entwicklung ein Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von vielleicht 2,2 bis 2,4 errechnen. Das darf bei einem sehr profitablen Unternehmen durchaus als günstig gelten. Die Profitabilität hat Porsche bereits eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Immerhin schaffte Porsche 2021 ein operatives Ergebnis in Höhe von 5,3 Milliarden Euro. Der Nettogewinn wurde mit 4 Milliarden Euro angegeben. Den Nettogewinn zugrunde gelegt ergibt sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) in Höhe von vielleicht 18. Auch dies ist bei einem sehr profitablen Autokonzern eine durchaus angemessene und sogar günstige Bewertung.

Profitabel ist Porsche auch bei den Margen

Auch die Margen steigen, dass das Unternehmen profitabel ist. Immerhin schaffte Porsche 2021 eine sogenannte Bruttomarge in Höhe von 26,7 %. Dies ist nicht nur absolut betrachtet hoch, sondern auch eine deutliche Steigerung gegenüber den vorhergehenden Geschäftsjahren. Porsche schaffte 2020 eine Bruttomarge von 26,3 %, also knapp darunter. Noch 2019 lag die Bruttomarge bei 25,5 % und ist damit zum einen hoch, zum anderen aber signifikant unter dem Niveau von 2021 geblieben.

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Die Marge wiederum kann helfen, weniger große Sprünge beim Umsatz zu kaschieren. Fraglich erscheint, ob die Konjunkturentwicklung den Autobauer in diesen Jahren unterstützen wird. Typischerweise ist allerdings das Klientel von Porsche weniger anfällig gegen ein schwächeres Wirtschaftswachstum oder eine anziehende Inflation. Damit sollte sich Porsche relativ betrachtet im Vergleich zu anderen Automobilunternehmen recht gut aufgestellt sehen.

Aktuell stellt Porsche im Mittel 100.000 Euro pro ausgeliefertem Fahrzeug in Rechnung. Dies ist ein Aufschlag von über 100 % gegenüber den Durchschnittspreisen bei Audi, BMW oder auch Mercedes. Das Klientel scheint – wenig überraschend – hinreichend Geld zu haben.

Am Ende entscheidet der kurzfristige Erfolg der Aktie bzw. der Neuemission aber nicht der Blick auf die fundamentalen Zahlen, sondern vielmehr die Marktstimmung. Diese gilt es im Blick zu haben. Nachdem der Dax in den ersten Morgenstunden des laufenden Tages bereits wieder deutlich zulegte, kann es in den kommenden Tagen möglicherweise wieder eine kleine Erholungsrallye geben. Zu tief waren die jüngsten Einschnitte bei den Bewertungen an den Börsen, denn alle wirtschaftlichen Fakten sind zweifellos schon bekannt gewesen.

Wie die Aktien der Holding reagieren, zeigt dieser Chart.

Porsche Automobil Holding Aktie Chart
1T
1W
3M
6M.
1J
5J
max