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Hot Stock des Tages: Uniper-Rettung treibt die Börse

Uniper wird gerettet - und die Börsen feiern

Auf einen Blick:
  • Bundesregierung hilft dem Unternehmen Uniper mit Kapitalerhöhung und Anteilskauf
  • Uniper fährt weiterhin Verluste ein
  • Börsen spekulieren: +24 % in wenigen Stunden

Liebe Leser,

Uniper schaffte am Montagmorgen zum Auftakt des Handels einen gewaltigen Kurssprung, der die Aktie in einer Weise nach oben katapultierte, mit der wohl kaum noch jemand gerechnet hätte. Erst vor wenigen Tagen hatte die Regierung Uniper für annähernd 30 Milliarden Euro übernommen. Dies wiederum hat nun zu einer kleinen Euphorie geführt, die interessant ist.

Uniper: Das musste sein

Die Rettung ist nach Meinung von Beobachtern eigentlich alternativlos. Uniper ist Gasimporteur und muss an den Terminmärkten nicht nur das Gas kaufen, sondern künftige Lieferungen auch mit Zahlungen absichern helfen. Dies wiederum ist so teuer geworden, dass Uniper praktisch mit dem Rücken nicht nur zur Wand stand, sondern offenbar einen Schritt weiter nach hinten gerutscht ist.

Der Konzern gilt aber auf der anderen Seite auch als systemrelevant und sichert auf seine Weise die Energieversorgung in Deutschland ab. Der Gas-Importeur durfte, so äußerten es führende Politiker zwischenzeitlich, nicht in die Pleite rutschen.

Uniper ist “too big too fail”, also zu groß, um in den Bankrott gehen zu dürfen. Die Habeck-Behörde, das Wirtschaftsministerium, spricht davon, dass das Unternehmen eine “zentrale Säule der deutschen Energieversorgung” wäre.

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Immerhin sollen über 100 Stadtwerke das Gas bei Uniper beziehen. Die Stadtwerke versorgen vor Ort die Haushalte und Unternehmen wiederum mit Gas – eine Pleite von Uniper würde diese Gasversorgung stören und teils beenden.

Das große Problem für Uniper bzw. letztlich die deutsche Gesellschaft bestand darin, sich praktisch einseitig an Russland gebunden zu haben. Das Gas aus Russland wurde deutlich günstiger eingekauft als Gas etwa aus den USA als LNG – Flüssiggas hätte eingekauft werden können. Dies wiederum führte letztlich dazu, dass Uniper Gas auf dem sogenannten Spot-Markt einkaufen musste, also nach freien Verhandlungen.

Das Unternehmen gab an, die damit höheren Einkaufspreise – auch im Vergleich zum Endkundenpreis – führten zu täglichen Verlusten in Höhe von 100 Millionen Euro. Der Verlust hatte sich laut dem bisherigen Mehrheitsaktionär Fortum aus Finnland bereits auf 8,5 Milliarden Euro summiert.

Ein Ende der Verschuldung ist nicht in Sicht. Deshalb sprang die Bundesrepublik Deutschland ein. Der Staat möchte zunächst eine Kapitalerhöhung durchführen. Demnach werden neue Aktien ausgegeben, die der Staat kauft – für 8 Milliarden Euro. Der Bund erhält diese Aktien zum Stückpreis von 1,70 Euro.

Neben der Kapitalerhöhung wird der Bund immerhin 78 % des Unternehmens kaufen, indem er die Anteile von Fortum übernimmt. Dies kostet 0,48 Milliarden Euro, sodass sich die Gesamthilfen weiter summieren. Das Geld ist formal nicht besonders gut angelegt, insofern die Beteiligung im Normalfall keine neuen Sprünge machen wird. Die Verluste werden in dem Sinne kaum eingrenzbar sein, als sich an den Rahmenbedingungen wenig geendet hat.

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So zitiert die Tagesschau einen Wirtschaftswissenschaftler André W. Heinemann mit einer anderen Perspektive: ” Alle direkten und indirekten sozialen Kosten, die vermieden werden, weil dieser Gasimporteur gerettet wird, sollten diesen im Raum stehenden acht Milliarden Euro gegenübergestellt werden”.

Deshalb sei es kurzfristig betrachtet nicht relevant, ob der Staat ein direktes kurzfristiges Geschäft macht. Die volkswirtschaftlichen Kosten für den Fall, dass die Übernahme nicht stattfände, würden wohl wesentlich höher sein, so das Argument.

Immerhin würde, so eine andere Stimme, der Gasmarkt sich mit diesem Schritt stabilisieren bzw. auch stabilisiert haben. Eine Insolvenz von Uniper würde den Gasmarkt in ein Chaos überführen. Wenn alle Stricke gerissen wären, würden Millionen von Gaskunden der Stadtwerke nun vor dem Winter ohne Gaslieferung auskommen müssen. Dies dürfte nicht nur die Wärme in den privaten Wohneinheiten betreffen, sondern auch zahlreiche Unternehmen, ist ergänzend hervorzuheben.

Insofern wird es in den kommenden Wochen möglicherweise noch Folgekosten geben, die in dem Sinne sinnvoll sind. Die Verlustrechnung setzt sich fort. Das Unternehmen verkauft billiges Gas und muss dies vergleichsweise teuer am Markt erwerben. Die Kundenverträge sind teils langfristig. Wenn diese Verträge dann – reihenweise – auslaufen, wird auch Uniper die Konditionen hochsetzen. Die Verbraucher würden dann mehr zahlen – was allgemein auch der Stimmungslage entspricht.

Nun melden sich indes schon zahlreiche Versorger und Stadtwerke zu Wort, die offenbar wegen der steigenden oder explodierenden Kosten gleichfalls auf Entlastung setzen. Die Bundesregierung, so eine Meldung von Reuters, prüfe nun die Hilfsmaßnahmen, die möglich sind.

Wie sich die konkreten Investitionen in Uniper für den Bund rechnen, ist demgegenüber dennoch offen. Die Börsen sehen sich allerdings derzeit offenbar in einer guten Position.

Uniper Aktie Chart
1T
1W
3M
6M.
1J
5J
max

Der Kurs stieg in den ersten Stunden am Montagmorgen um über 24 %.

Performance

Tag
4,94 %
3,48 €

Woche
-33,56 %
5,50 €

Monat
10,73 %
3,30 €

3M
-27,21 %
5,02 €

6M
-84,38 %
23,40 €

1J
-90,68 %
39,19 €

3J
-86,18 %
26,45 €

5J
-83,48 %
22,13 €

Die Kursperformance der Uniper-Aktie

Die Aktie hat damit auf Wochenbasis sogar um gut 10 % zugelegt. In einem Monat verlor der Titel etwa -20,5 %. Seit Jahresanfang hat die neue Situation an den Aktienmärkten nun zu einem Minus von über 89 % geführt. Diese Entwicklung ist insofern bemerkenswert, als sie damit zumindest die Algorithmen-Trader beeindrucken dürfte.

Der Titel hat damit auch den GD100 als technischen Indikator um über -64 % verfehlt. Die Aktie hat zudem die 200-Tage-Linie um mehr als 79 % verpasst. Dies entspricht aus der Sicht der technischen Analysten einem klaren mittel- und langfristigen Abwärtstrend. Kurzfristig scheinen aber die Trader oder die Optimisten wieder zu gewinnen – die Aktie kletterte spekulativ erheblich.

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Uniper
DE000UNSE018
3,65 EUR
3,22 %

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