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H&M-Aktie: Extreme Unsicherheiten – warum die Aktie jetzt eine Blackbox ist!

Die Modebranche steht derzeit schwer unter Druck. Das zeigen nun die neusten Quartalszahlen der schwedischen Firma H&M.

Auf einen Blick:
  • Die Konsumlaune der Bürger ist auf einem Tiefpunkt
  • Das verhagelt die Perspektive von Modehändlern wie H&M
  • Dabei wird auch der Konzern selbst durch die hohen Kosten für Energie und Transport belastet
  • Im abgelaufenen Geschäftsquartal musste H&M deshalb einen enormen Gewinnschwund hinnehmen
  • Die H&M-Aktie bleibt vorerst eine Blackbox

Liebe Leser,

einfach war es für den Einzelhandel in den letzten Jahren nicht. Erst hatten die Corona-Pandemie und die Lockdowns das Geschäft zum Erliegen gebracht. Und nun sorgen die extrem gestiegenen Lebenshaltungskosten vor allem bei der Energie dafür, dass die Verbraucher ihre Ausgaben in anderen Bereichen überdenken.

Konsumlaune der Bürger auf einem Tiefpunkt

Wie heftig sich die Stimmung in der Bevölkerung während der letzten Monate eingetrübt hat, zeigt der GfK-Konsumklimaindex. Dieser spiegelt die Entwicklung des Privatkonsums deutscher Haushalte wider. Vereinfacht gesagt: umso niedriger der Indexwert, desto geringer die Kauflaune der Bürger. Im Folgenden sehen Sie die jüngere Index-Historie:

  • März 2022: -8,5 Punkte
  • April 2022: -15,7 Punkte
  • Mai 2022: -26,6 Punkte
  • Juni 2022: -26,2 Punkte
  • Juli 2022: -27,7 Punkte
  • August 2022: -30,9 Punkte
  • September 2022: -36,8 Punkte

Es ging also im Großen und Ganzen stetig abwärts. Doch das soll längst nicht das Ende der Fahnenstange gewesen sein. Das Marktforschungsinstitut GfK rechnet damit, dass der Index im Oktober auf -42,5 Punkte fallen wird. Das wäre ein weiterer Negativrekord für die Verbraucherstimmung in Deutschland.

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H&M: Neue Zahlen sorgen für bittere Enttäuschung

Gleichzeitig ist das ein Warnsignal für die Einzelhändler. Insbesondere für jene Firmen, auf deren Produkte die Bürger im Notfall verzichten können. Allen voran: die Modehändler.

Vor wenigen Tagen hat mit Hennes & Mauritz (H&M) der erste große europäische Player der Branche aktuellere Zahlen vorgelegt. Und die deuten auf eine Katastrophe hin.

Demnach lief es für die Schweden in ihrem dritten Geschäftsquartal (per Ende August) wesentlich schlechter, als die Analysten befürchtet hatten. Während die Nachfrage in dem Zeitraum noch einigermaßen stabil war, krachte die Profitabilität in sich zusammen. So erzielte man in den drei Monaten bis Ende August einen operativen Gewinn von nur noch 3,01 Milliarden schwedischen Kronen (rund 270 Mio. €). Damit brach das Ergebnis um mehr als die Hälfte ein und lag deutlich unter dem Analystenkonsens (4,34 Mrd. SKR).

H&M begründet den Profitschwund mit den enormen Kosten für Rohstoffe, Energie und Transport. Verschärft wird das Ganze durch den starken Dollar, der die Beschaffungskosten für bestimmte Materialien in die Höhe treibt. Und nicht zuletzt muss H&M wegen seines Rückzugs aus Russland hohe Abwicklungskosten hinnehmen, die im dritten Geschäftsquartal zu Buche schlugen. Die Schweden haben nach eigenen Angaben bislang mindestens 30 von insgesamt 172 Filialen in Russland dauerhaft geschlossen.

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H&M-Aktie schwer unter Druck

Für die Anleger war die Quartalsbilanz freilich ein Schlag ins Genick. Die H&M-Aktie krachte am Donnerstagmittag um 5 Prozent ein (Stand: 29.09.2022, 14:30 Uhr). Ein noch größerer Kursrutsch wurde wohl nur dadurch verhindert, da einige Aktionäre trotz anderslautender Analystenmeinungen mit einer solchen Hiobsbotschaft offenbar gerechnet hatten. Denn die H&M-Aktie hatte bereits in den Tagen zuvor ordentlich an Wert verloren, wie Sie dem folgenden Chart entnehmen können:

Hennes, Mauritz Aktie Chart
1T
1W
3M
6M.
1J
5J
max