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Goldpreis: Hoffen auf eine Rezession!

Der Goldpreis setzt seine Talfahrt fort und notiert inzwischen fast 18 Prozent unter den Hochpunkten von Anfang März. Eine Rezession könnte die Lage grundlegend ändern.

An den Goldmärkten bleibt die Lage weiterhin angespannt. Mit dem Bruch der 1.800-Dollar-Marke wurde Anfang Juli ein absteigendes Dreieck zur Unterseite aufgelöst, was den Abwärtsdruck weiter verstärkt hat. Inzwischen haben die Bären den Goldpreis bis zur 1.700-Dollar-Marke zurückkommen lassen. Die Unterstützungen bei 1.753 und 1.721/1.723 Dollar haben den Abverkauf nicht stoppen können. Nun müssen sich Anleger mit dem horizontalen Support bei 1.700 Dollar auseinandersetzen.

Tiefpunkte aus den Jahren 2020 und 2021 spannen zwischen 1.670 und 1.682 Dollar eine weitere Auffangzone auf, die in den kommenden Sitzungen ebenfalls eine wichtige Rolle spielen könnte. Zumal sich in diesem Bereich auch die 200-Wochen-Linie (EMA200) befindet, die in der Vergangenheit schon das ein oder andere Mal einen Wendepunkt markiert hat.

Der Goldpreis hat sich um fast 18 Prozent verbilligt

Gegenüber den Hochpunkten von Anfang März bei 2.070 Dollar je Feinunze hat sich das gelbe Edelmetall inzwischen um fast 18 Prozent verbilligt. Damit wurde Gold zwar nicht ganz so stark in den Abgrund gerissen wie Silber, dessen Preis gegenüber dem Höchststand von Anfang März um mehr als 31 Prozent gesunken ist, trotzdem handelt es sich ohne Zweifel um schmerzhafte Verluste.

Kehren die Gold-Bullen nicht schon bald an den Markt zurück, droht sogar das Abdriften in einen Bärenmarkt. Von einem Bärenmarkt ist nach der allgemein verbreiteten Definition die Rede, wenn sich der Kurs um mehr als 20 Prozent von seinen Höchstständen entfernt.

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Umso wichtiger wird es sein, die oben beschriebenen Supportlinien zu verteidigen. Andernfalls drohen dem Goldpreis weitere Rücksetzer in Richtung der 1.600-Dollar-Marke und weiter bis zum nächsten Supportbereich bei 1.562/1.557 Dollar.

Gold leidet in einem Marktumfeld mit steigenden Zinsen

Die vergangenen Wochen haben ganz klar gezeigt, dass Gold seinem Ruf als sicherer Hafen in einem Marktumfeld mit steigenden Zinsen nicht gerecht wird. Dabei wirken steigende Zinsen auf zwei Wegen negativ auf die Goldnachfrage und den Goldpreis ein. Zum einen führen steigende Zinsen dazu, dass Anleihen für Anleger wieder deutlich attraktiver werden. Gegenüber Gold haben sie den Vorteil, dass sie Zinsen abwerfen.

Zugleich hat die quantitative Straffung der US-Notenbank aber auch zu einer deutlichen Aufwertung des Dollarkurses gegenüber den wichtigen Auslandswährungen geführt. So erreichte der Dollarindex zuletzt einen Wert von 108,75 Punkten, den höchsten Stand seit mehr als 20 Jahren. Mit der Folge, dass Goldinvestments außerhalb des Dollarraumes für Anleger wieder deutlich teurer werden.

Goldspekulanten suchen das Weite

Das schwache Marktumfeld hat viele Goldspekulanten in den letzten Wochen in die Flucht getrieben. Gut zu erkennen ist dies anhand der Entwicklungen am Terminmarkt. Bei den Long-Positionen und bei Gold-ETFs hat es starke Abflüsse gegeben. Analysten der Commerzbank beziffern den jüngsten Abfluss bei Gold-ETFs auf 29 Tonnen. Das entspricht dem stärksten Rückgang seit acht Wochen.

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Zieht die Fed das Zinstempo noch einmal an?

Robuste Daten vom Arbeitsmarkt Ende letzter Woche und der Inflationsbericht für Juni aus dieser Woche haben an den Märkten Ängste vor einer noch drastischeren Zinserhöhung bei der nächsten Fed-Sitzung am 27. Juli geweckt. Einige Marktstrategen befürchten, dass die Notenbank den Leitzins auf einen Schlag nun sogar um 100 Basispunkte erhöhen könnte.

Dieser Sorge sind am Vorabend allerdings zwei der restriktivsten Fed-Gouverneure entgegengetreten, indem sie erklärten, dass sie auch weiterhin einen Zinsschritt um 75 Basispunkte bevorzugten.

US-Inflation steigt im Juni auf 9,1 Prozent

Im vergangenen Monat lag die Teuerungsrate im Jahresvergleich bei 9,1 Prozent. Das war deutlich mehr als die von Ökonomen im Vorfeld erwarteten 8,8 Prozent und bedeutete ein neues 40 ½-Jahres-Hoch. Die größten Preistreiber waren einmal mehr Benzin und Energie im Allgemeinen sowie Lebensmittel.

Angesichts des deutlichen Rückgangs der Ölpreise in diesem Monat gehen Analysten aber davon aus, dass die Inflation im Juni ihren Peak erreicht haben könnte. Dann könnte auch die dynamischste Phase der Straffung seitens der Fed bei der nächsten Sitzung am 27. Juli enden.

Darum würde eine Rezession Gold in die Karten spielen

Während steigende Zinsen und der bärenstarke Dollar derzeit für sehr viel Gegenwind bei Gold sorgen, könnte es im Falle einer Rezession aber wieder deutliche Aufwärtstendenzen geben. Denn dann wäre die Fed gezwungen auf die Zinsbremse zu treten und ihren restriktiven Kurs zu beenden, um weiteren Schaden von der Wirtschaft abzuwenden.

Ein untrügliches Zeichen, dass die Wirtschaft auf eine Rezession zusteuert, ist die inverse Zinskurve am Anleihemarkt. Unter der Woche haben Renditen für 2-jährige und 10-jährige Treasuries so stark invertiert wie zuletzt im Jahr 2000. Inversionen der Renditekurve werden vom Markt oft als Vorbote einer Rezession angesehen.

Der Wind könnte schon bald wieder drehen

Auch wenn das Marktumfeld für Gold derzeit alles andere als glänzend ist, könnte sich der Wind auch schon bald wieder drehen, da an der Börse schließlich die Zukunft gehandelt wird und der Markt eine Rezession nach und nach einpreist. Dann könnte es zu einem goldenen Comeback kommen. Zumal eine Gegenbewegung inzwischen überfällig wäre. Der Goldpreis notiert weit unterhalb seiner Durchschnittslinien, außerdem zeigt der Relative-Stärke-Index (RSI) schon seit einigen Tagen überverkaufte Bedingungen an.

  • Der Goldpreis ist in den vergangenen Tagen weiter unter Druck geraten
  • Die Abschläge gegenüber den Hochpunkten von Anfang März belaufen sich auf fast 18 Prozent – es droht der Eintritt in einen Bärenmarkt
  • Test der 1.700-Dollar-Marke – 200-Wochen-Linie (EMA200) ist fast erreicht
  • Steigende Zinsen und starker Dollarkurs wirken sich negativ auf Goldnachfrage aus
  • Goldspekulanten suchen das Weite – stärkster Abfluss bei Gold-ETFs seit acht Wochen
  • Rezession bietet Chancen auf ein glänzendes Gold-Comeback

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