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Goldpreis: Darum könnte es im zweiten Halbjahr zum großen Comeback kommen!

Der Goldpreis steht seit März unter Druck und konnte sich im Umfeld steigender Zinsen der allgemeinen Verkaufsdynamik nicht entziehen. Nun könnte die Wende gelingen.

Nach einem kräftigen Erholungsschub in der Woche zuvor sind die Märkte in der abgelaufenen Woche wieder etwas unter Druck geraten. Vor dem langen Wochenende (Anmerkung: in den USA wird am 4.07 der Unabhängigkeitstag gefeiert) haben die großen US-Indizes am Freitag zwar noch einmal etwas angezogen, letztlich landeten Dow Jones, S&P 500 und der Nasdaq 100 aber auf Wochensicht deutlich im Minus.

Während der Dow Jones-Index der Standardwerte Abgaben von 1,28 Prozent verzeichnete, sackte der breiter gefasste S&P 500 um 2,21 Prozent ab. Für den Technologiewerteindex Nasdaq 100 standen am Ende der Woche sogar Verluste von 4,3 Prozent zu Buche. Enttäuschende Daten zum Verbrauchervertrauen und das Bekenntnis hochrangiger Fed-Vertreter zu weiteren kräftigen und raschen Zinserhöhungen haben am Markt die Rezessionsängste weiter befeuert.

Silber und Gold tun sich im aktuellen Zinsumfeld schwer

In diesem Marktumfeld tun sich auch Edelmetalle wie Silber und Gold enorm schwer. Seit Mitte April und einem Hoch bei 26,215 Dollar je Unze hat der Silberpreis mehr als 24 Prozent eingebüßt und ist zuletzt sogar unter die charttechnische bedeutende 20-Dollar-Marke gerutscht.

Der Goldpreis hat sich etwas robuster gezeigt und im selben Zeitraum 9,5 Prozent verloren. Gegenüber dem 2022er-Hoch vom 8. März bei 2.070 Dollar je Feinunze belaufen sich die Abschläge auf 12,66 Prozent. Der Silberpreis hat gegenüber seinem 2022er-Hoch bei 26,945 Dollar 26,45 Prozent eingebüßt. Die Statistik zeigt, dass der Goldpreis besser durch die turbulenten Zeiten gekommen ist als Silber und die drei Schlüsselindizes, seinem Ruf als Krisenwert und sicherer Hafen dabei aber nicht gerecht geworden ist.

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Steigende Zinsen bremsen die Goldnachfrage

Es hat sich gezeigt, dass Gold in einem Umfeld steigender Zinsen ebenfalls Schwäche zeigt. Steigende Zinsen wirken dabei von zwei Seiten negativ auf die Goldnachfrage und den Goldpreis ein. Zum einen hat Gold gegenüber Staatsanleihen den Nachteil, dass es keine Zinsen abwirft und damit allein deswegen an Attraktivität verliert. Zum anderen führen steigende Zinsen in der Regel auch zu einer Aufwertung des Dollarkurses, sodass Goldinvestments speziell für Anleger außerhalb des Dollarraums teurer werden.

Hinzu kommt, dass Rohstoffe und Metalle in den vergangenen Wochen im Allgemeinen starke Preiskorrekturen erfahren haben. Der Kupferpreis verzeichnet zuletzt den stärksten wöchentlichen Rückgang seit einem Jahr. Auch die Preise für andere Industriemetalle oder auch Holz gingen deutlich zurück. Gleiches gilt für Öl oder Agrarerzeugnisse wie Weizen.

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Durchbricht Gold die 1.800-Dollar-Marke?

Aus charttechnischer Sicht richtet sich der Blick der Goldinvestoren daher zwangsläufig zunächst einmal weiter gen Süden. Wichtig wird es sein, den horizontalen Support bei 1.800 Dollar zu verteidigen. Bei einem Bruch würden die Tiefpunkte aus dem Dezember im Bereich von 1.750 Dollar schnell wieder in den Fokus rücken.

Auf der Oberseite liegen die ersten Widerstände bei 1.834 und 1.850 Dollar. Als ein schweres Hindernis dürften sich auch die gleitenden Durchschnitte der letzten 50 und 200 Tage (EMA50; EMA200) erweisen, die beide fast auf einer Höhe im Bereich der 1.850-Dollar-Marke liegen. Doch Vorsicht: Bei der jüngsten Kreuzung hat der EMA50 den EMA200 nach unten durchkreuzt und dabei ein sogenanntes Todeskreuz (Death Cross) gebildet, das den Abwärtsdruck nun weiter erhöhen könnte.

Goldman Sachs: Schwäche auf dem Goldmarkt auch wegen Yuan-Schwäche

Aus Sicht der Analysten der US-Investmentbank Goldman Sachs könnte die aktuelle Goldschwäche auch in Zusammenhang mit einem schwächeren Yuan stehen. Dass die chinesische Währung derart schwächelt, liege an den Auswirkungen der zahlreichen Corona-Lockdowns auf die chinesische Wirtschaft. Auch in anderen Schwellenländern stand die Wirtschaft zuletzt unter großem Druck. Dies hat laut Goldman Sachs zu einem „Vermögensschock“ geführt und die Goldnachfrage negativ beeinflusst.

In der mittel- bis langfristigen Perspektive halten die Experten von Goldman aber dennoch an ihrer bullischen Einschätzung fest. „Der Vermögensschock scheint seinen Höhepunkt erreicht zu haben, und wir erwarten eine Erholung der Goldnachfrage in den Schwellenländern in der zweiten Jahreshälfte.“ Die Experten attestieren Gold auf dem aktuellen Niveau „in Ermangelung eines Liquiditätsschocks“ sogar einen attraktiven Einstiegspunkt. Das 12-Monats-Ziel wurde bei einem Kurs von 2.500 Dollar belassen. Dies entspräche einem Aufwärtspotenzial von über 38 Prozent.

Die Inflationsrate dürfte lange Zeit hoch bleiben

Hinzu kommt, dass es trotz des rigorosen Umschwenkens der Zentralbanken wohl noch längere Zeit dauern wird, bis die Inflation auch nur in die Nähe ihres Zielniveaus von zwei Prozent zurückkehrt. Zum Ende dieses Jahres ist davon auszugehen, dass das Preisniveau immer noch deutlich erhöht ist. Für das Euro-Gebiet prognostiziert die Europäische Zentralbank für 2022 eine Inflation von 5,1 Prozent. Auch für das kommende Jahr ist nicht davon auszugehen, dass das Zielniveau erreicht wird.

Randy Smallwood, Präsident und CEO von Wheaton Precious Metals, ist sogar der Meinung, dass die Inflation ihren Höhepunkt noch nicht erreicht hat. Seiner Ansicht nach könnten Gold-Investments Anleger vor dem Preisverfall schützen. Er geht davon aus, dass der aggressive Straffungskurs der Fed zu einer schweren Rezession und einem Wachstumsrückgang führen wird. Die Geschichte gibt ihm Recht. So führten seit Mitte der 1950er-Jahre drei von vier Zinserhöhungszyklen der Fed zu einer Rezession.

Aus Sicht von Smallwood sollten Anleger Goldinvestments in Zeiten von geopolitischen Konflikten sowieso in ihren Depots aufnehmen. „Die Goldkäufe der Zentralbanken sind ein wirklich guter Hinweis darauf, was einige führende Ökonomen in der ganzen Welt glauben, was erforderlich sein könnte, um ein Gefühl der Stabilität zu erhalten“, erklärte er.

  • Gold befindet sich seit Anfang März im Abwärtstrend
  • Bessere Performance als Silber und die großen Aktienindizes
  • Aktuelles Zinsumfeld setzt der Goldnachfrage und dem Goldpreis zu
  • Chartbild angeschlagen – 1.800-Dollar-Marke im Fokus
  • Goldman Sachs sieht einen Zusammenhang zwischen Goldschwäche und den angeschlagenen Wirtschaften in Schwellenländern, v.a. China
  • Dieser Effekt sollte sich im zweiten Halbjahr auflösen – 12-Monats-Ziel von 2.500 Dollar
  • Inflation dürfte längere Zeit auf hohem Niveau bleiben – schützt Gold vor dem Preisverfall?

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