GOLDNACHFRAGE IN Q1 2021: GOLD-ETFS HABEN GOLDNACHFRAGE GEBREMST

Im ersten Quartal 2021 betrug die weltweite Goldnachfrage 815,7 Tonnen, unverändert gegenüber dem Vorquartal; sie lag damit 23 Prozent unter der Nachfragemenge in Q1 2020. Das zeigen die Daten des World Gold Council, die am 29. April 2021 veröffentlicht wurden.

Die Gold-Schmucknachfrage stieg um 52 Prozent gegenüber dem Vorjahr und erreichte 477,4 Tonnen.

Die Goldnachfrage für Technologiezwecke stieg um 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 81,2 Tonnen. (Elektronik: +13 Prozent auf 66,4 Tonnen, Industrie: +9 Prozent auf 12 Tonnen, Dental: -9 Prozent auf 2,9 Tonnen.)

Einen Einbruch der Goldnachfrage gab es bei den ETFs: Ihre Bestände gingen um 177,9 Tonnen zurück, das war ein Rückgang um 71 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die Goldnachfrage für Barren und Münzen erholte sich kräftig auf 339,5 Tonnen, ein Anstieg von 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr. (Physische Barren und Münzen: +36 Prozent auf 225,7 Tonnen, Offizielle Münzen: +22 Prozent auf 95,7 Tonnen, Medaillen: +25 Prozent auf 18,1 Tonnen.)

Die Zentralbanken reduzierten ihre Goldnachfrage um 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 95,5 Prozent.

Das weltweite Goldangebot fiel um 4 Prozent auf 1.096,2 Tonnen. Die Minenproduktion stieg um 4 Prozent J/J auf 851 Tonnen, während das Recycle-Gold um 8 Prozent J/J fiel und damit 270,2 Tonnen betrug. Das Netto-Produzenten-Hedging ging um 25 Tonnen zurück nach einem Rückgang von 28,1 Tonnen in Q4 2020.

Zusammenfassung: Vor allem der Abfluss aus dem Gold-ETFs hat die Goldnachfrage in Q1 2021 stark abgebremst. Der Grund dafür dürften die steigenden US-Zinsen gewesen sein, die die Kosten der Goldhaltung erhöht und damit die Nachfrage nach dem gelben Metall verringert haben. Wir glauben jedoch, dass die Zinsen nicht mehr viel weiter ansteigen werden, und dass die Zentralbanken ihre Inflationspolitik unbeirrt fortführen werden – dass also die Kaufkraft von US-Dollar, Euro und Co unter die Räder kommt, sei es durch Konsumgüterinflation oder durch Vermögenspreisinflation.

Das Halten von physischem Gold und Silber ist und bleibt eine Möglichkeit in Aussicht, der Geldentwertung zu entkommen. Für langfristig orientierte Anleger sind die aktuellen Gold- und Silberpreise attraktiv: Sie empfehlen, eingegangen Positionen zu halten beziehungsweise zu erhöhen.

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