Gold. Und zwar physisch. Da weiß man, was man hat

Auch im digitalen Zeitalter gibt es gute Gründe, auf Gold zu setzen.
Und zwar auf Gold in physisches Form: Münzen und Barren. Ein gewichtiger
Vorteil des physischen Goldes: Es ist unter-komplex in einer überkomplexen
Welt.

GOLD-ETFS UND GOLDPREIS

Die Goldbestände der Exchange Traded Funds (ETFs) und verwandter Anlageprodukte
belief sich Ende März auf 114,9 Millionen Feinunzen (oder 3.573,64 Tonnen)
– und lag damit 8,7 Prozent unter dem Rekordwert von 125,8 Millionen
Feinunzen am 15. Oktober 2020. Mit dem Rückgang der ETF-Goldnachfrage hat
auch der Goldpreis nachgegeben.

Die seit August 2020 angestiegenen US-Zinsen dürften dabei eine wichtige Rolle gespielt haben. Schließlich ist die Goldhaltung umso teurer, je höher der Zins ist (und umgekehrt). Die steigenden US-Zinsen sind nicht zuletzt auch Ausdruck einer sich verbessernden Konjunkturlage und abnehmenden Risikosorgen der Investoren.

GOLDNACHFRAGE IM ERSTEN QUARTAL 2021: GOLD-ETFS HABEN GOLDNACHFRAGE
GEBREMST

Im ersten Quartal 2021 betrug die weltweite Goldnachfrage 815,7 Tonnen,
unverändert gegenüber dem Vorquartal; sie lag damit 23 Prozent unter der
Nachfragemenge in Q1 2020. Das zeigen die Daten des World Gold Council, die
am 29. April 2021 veröffentlicht wurden.

Die Gold-Schmucknachfrage stieg um 52 Prozent gegenüber dem Vorjahr und
erreichte 477,4 Tonnen.
Die Goldnachfrage für Technologiezwecke stieg um 11 Prozent gegenüber
dem Vorjahr auf 81,2 Tonnen. (Elektronik: +13 Prozent auf 66,4 Tonnen, Industrie:
+9 Prozent auf 12 Tonnen, Dental: -9 Prozent auf 2,9 Tonnen.)
Einen Einbruch der Goldnachfrage gab es bei den ETFs: Ihre Bestände gingen
um 177,9 Tonnen zurück, das war ein Rückgang um 71 Prozent gegenüber
dem Vorjahr.

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Die Goldnachfrage für Barren und Münzen erholte sich kräftig auf 339,5
Tonnen, ein Anstieg von 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr. (Physische Barren
und Münzen: +36 Prozent auf 225,7 Tonnen, Offizielle Münzen: +22 Prozent
auf 95,7 Tonnen, Medaillen: +25 Prozent auf 18,1 Tonnen.)
Die Zentralbanken reduzierten ihre Goldnachfrage um 23 Prozent gegenüber
dem Vorjahr auf 95,5 Tonnen.

Das weltweite Goldangebot fiel um 4 Prozent auf 1.096,2 Tonnen. Die Minenproduktion
stieg um 4 Prozent J/J auf 851 Tonnen, während das Recycle-
Gold um 8 Prozent J/J fiel und damit 270,2 Tonnen betrug. Das Netto-
Produzenten-Hedging ging um 25 Tonnen zurück nach einem Rückgang von
28,1 Tonnen in Q4 2020.

An dieser Stelle ist ein Blick auf die Entwicklung der Goldnachfrage in den letzten
Jahren aufschlussreich. Abb. 2 zeigt die unterschiedlichen Komponenten der
weltweiten Goldnachfrage in Tonnen von Q1 2020 bis Q1 2021. Man erkennt,
dass die Gold-ETF-Nachfrage besonders schwankungsanfällig gewesen ist.

Zudem sieht man, dass in 2020 die Schmucknachfrage auffällig stark abgenommen
hat – vor allem in Indien (minus 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr) und in China
(minus 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr); diese Entwicklung ist sehr wahrscheinlich
maßgeblich getrieben durch die Coronavirus-Krise und lediglich vorübergehender
Natur.

Sehr auffällig ist, dass die Daten des World Gold Council seit etwa 2018 einen
sehr hohen Angebotsüberschuss im Goldmarkt ausweisen – das heißt, das Goldangebot
übersteigt die Goldnachfrage, die den einzelnen Goldnachfragemotiven
zurechenbar sind. (Siehe hierzu die Abb. a bis c in der linken Spalte.) In dieser
Zeit ist der Goldpreis um 35 Prozent (in US-Dollar gerechnet) gestiegen.

Vermutlich sind die Daten mit einer gewissen Skepsis zu interpretieren. Es ist denkbar,
dass sich hinter dem Angebotsüberschuss eine ungewollte Lagerhaltung verbirgt.
Es kann sich dabei allerdings auch schlichtweg (und das ist unsere Interpretation)
um eine unzureichende Zurechenbarkeit auf die Goldnachfragemotive handeln.

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GOLD UND BITCOIN

Von August 2020 bis April 2021 ist die Marktkapitalisierung des Bitcoin von
215,8 Mrd. US-Dollar auf 1.179,1 Mrd. US-Dollar gestiegen. Dies lag vor allem
an der Preissteigerung des Bitcoin, weniger an der gestiegenen Bitcoin-Menge.
Zum Vergleich Die Goldproduktion in 2020 belief sich auf einen Marktwert von
etwa 187 Mrd. US-Dollar. Während der Goldpreis ab August 2020 – vor allem
auch durch die steigenden Zinsen – abnahm, vollzog der Bitcoin seinen kometenhaften
Preisanstieg (siehe Abb. 3).

Und es ist nicht von der Hand zu weisen, dass es dabei erhebliche Umschichtungen gegeben hat: von Gold in Bitcoin. So mancher Anleger spekuliert vermutlich darauf, dass der Bitcoin „das neue Gold“ sei; allerdings sind die Dinge hier nicht so eindeutig, wie es scheinen mag.

Es gibt nach wie vor gute Gründe auf physisches Gold zu setzen. Zum einen ist
der Goldpreis weit hinter der Preisrallye im Krypto-Universum zurückgeblieben.
So ist der Bitcoinpreis (in US-Dollar gerechnet) von Anfang 2020 bis Anfang Mai
2021 um etwa 692 Prozent gestiegen.

Zum Vergleich: der S&P 500 hat um knapp 30 Prozent zugelegt, der Palladiumpreis um 55 Prozent, der Silberpreis um 51 Prozent, der Platinpreis um 25 Prozent und der Goldpreis um nur 18 Prozent. Angesichts der weltweit angeschwollenen Geldmenge (allein die US-Geldmenge ist seither um gut 25 Prozent angestiegen) liegt die Vermutung sehr nahe, dass
vor allem der Goldpreis beträchtliches Aufholpotential hat.

Weiterhin ist zu bedenken, dass das Gold in der zusehends digitalisierten und
damit über-komplexer werdenden Welt eine offenkundige Besonderheit aufweist:
Das Gold ist unter-komplex, es ist einfach zu verstehen und zu handhaben
Das „ultimative Zahlungsmittel“ (oder, wie der Autor dieser Zeilen das Gold gern
bezeichnet: als das „Grundgeld der Menschheit“) trägt kein Kredit- beziehungsweise
Zahlungsausfallrisiko. Geld kann, salopp gesprochen, nicht Pleite gehen.

Die Akzeptanz des Goldes erklärt sich durch seine physische Existenz, es ist ein
realer Gegenstand, der haptisch wahrgenommen werden kann, der seit Jahrtausenden
den Menschen als Geld beziehungsweise als Wertaufbewahrungsmittel
gedient hat.

GOLD IN DER DIGITALEN WELT

Die Empfehlung für Gold, die in diesem Aufsatz ausgesprochen wird, hat zwei
Aspekte: (1) Man sollte nicht denken, dass das Gold obsolet geworden sei durch
das Aufkommen der Kryptoeinheiten Bitcoin & Co. Die Gefahr, dass Kryptoeinheiten
von den Staaten gegängelt, bekämpft und sogar „unbrauchbar“ gemacht
werden, ist – leider – nicht zu vernachlässigen.

Dieser Gefahr ist natürlich auch das Gold ausgesetzt. Allerdings ist es in der Menschheitsgeschichte – auch in totalitären Systemen – niemals gelungen, das Gold zu beseitigen beziehungsweise seine Kaufkraft herabzusetzen. Über alle Regime hinweg hat das Gold seine Geld- und Wertaufbewahrungsfunktion nicht verloren. Bis auf den heutigen Tag.

(2) Wenn man sich als Anleger entscheidet, Gold zu halten, dann ist man gut beraten,
auf physisches Gold zu setzen, nicht auf „Papiergold“ – in Form von
Goldzertifikaten oder so manchem Gold-ETF/Gold-ETC. Physisches Gold hat, anders
als Papiergold, kein Erfüllungs- beziehungsweise Kontrahentenrisiko.

Zudem entzieht der Halter von physischem Gold einer Finanzindustrie die Unterstützung,
die die Illusion aufrecht erhalten will, physisches Gold und Papiergold in Form
von zum Beispiel Gold-Futures und –Optionen seien ein und dasselbe, so dass
der Goldpreis durch die Geschehnisse auf den Derivativmärkten beeinflusst werden
kann. Wer also physisches Gold anstelle von Papiergold hält, unterstützt den
„echten“, den physischen Goldmarkt, und er entzieht dem Papiergoldmarkt die
Unterstützung.

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Gold
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