Gazprom-Aktie: Ist alles verloren?

Hiesige Anleger müssen sich mehr und mehr darauf einstellen, dass die Gazprom-Aktie in ihren Portfolios völlig wertlos werden könnte – so die das nicht schon lange ist.

Schon seit einer ganzen Weile sind die ADRs von Gazprom an westlichen Börsen nicht mehr handelbar. Es sieht auch so aus, als würde sich daran so schnell nichts mehr ändern. Tatsächlich scheint Russlands Machthaber Wladimir Putin anzustreben, den Handel im Ausland auf Dauer zu unterbinden und ein Delisting im Westen zu erreichen.

Ein entsprechendes Dekret wurde bereits unterzeichnet. Wer noch Gazprom-ADRs im Portfolio hat, könnte diese im schlimmsten Fall ersatzlos verlieren. Ob es zu einem Umtausch in Stammaktien kommt, darf angesichts der aktuellen Lage wohl eher bezweifelt werden. Es droht damit nicht weniger als der Totalverlust.

Auch in Moskau unter Druck

Derweil nimmt der Druck auf die Gazprom-Aktie auch an der Heimatbörse immer weiter zu. Zwar gibt es ab und an auch grüne Vorzeichen zu sehen. Heute Morgen etwa konnten Zugewinne von 1,5 Prozent verzeichnet werden. Mit einem Verlust von über 30 Prozent seit Kriegsausbruch in der Ukraine ist die Richtung aber klar.

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Wohlgemerkt kamen diese heftigen Abschläge zustande, obwohl in Russland alles versucht wird, um die heimischen Aktien irgendwie noch zu stützen. Ein wichtiger Schritt dazu war und ist, ausländischen Investoren den Handel weitgehend unmöglich zu machen. Das schützt die Gazprom-Aktie vor dem Crash, nicht aber vor dem Abwärtstrend.

Die Gazprom-Aktie bleibt uninteressant

Gezwungenermaßen müssen hiesige Investoren sich von der Gazprom-Aktie derzeit fernhalten. Doch selbst wenn der Handel irgendwann in irgendeiner Form wieder möglich sein sollte, bliebe das Papier vollkommen uninteressant, und das nicht nur aus ethischen und moralischen Gründen.

Gazprom blickt derzeit schlicht auf keine Perspektive, welche in irgendeiner Weise Wachstum versprechen würde. Stattdessen dürften die Verantwortlichen gerade händeringend nach neuen Kunden suchen, welche die absehbar wegfallenden Bestellungen aus Europa langfristig ersetzen werden. Allerdings ist mehr als fraglich, ob dafür genügend Interessenten aufgetrieben werden können, dorthin überhaupt die nötigen Pipelines existieren und ob auch nur annähernd die Preise gezahlt werden, welche zahlungskräftige westliche Industriestaaten derzeit noch zahlen.

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