Beiträge von Alexander Hirschler

    GameStop hat zuletzt zwar weniger Verluste gemacht als erwartet, der Aktie damit aber nur zu einem leichten Kursanstieg verholfen. Fundamentale Faktoren werden bei dieser Aktie seit geraumer Zeit ohnehin wohlwissend ignoriert. Die Kursanstiege beruhen allein darauf, dass Anleger sich auf Message-Boards und in Online-Communities wie dem Reddit-Forum Wallstreetbets zu Käufen quasi verabreden. Und auf diese Weise den Kurs in die Höhe pushen. Ziel ist es, in kürzester Zeit hohe Gewinne zu machen. Zu empfehlen ist eine solche von fundamentalen und charttechnischen Aspekten losgelöste Strategie aber nicht, da man auch schnell auf hohen Verlusten sitzen kann.

    Der Meme Stock-Wahnsinn hat in den vergangenen Wochen wieder Einzug gehalten an den Börsen. Im Mittelpunkt stand dabei sicherlich die Aktie von Bed, Bath & Beyond, die in der Spitze mehr als 560 Prozent zulegen konnte. Daneben haben aber auch bekannte Meme Stocks aus dem vergangenen Jahr wie GameStop und AMC Entertainment deutlich zulegen können. Fundamental zu erklären sind die Kursbewegungen nicht, sondern werden allein durch Absprachen unter Privatanlegern auf Message-Boards oder in Online-Communities ausgelöst.

    Die vergangenen Jahre waren geprägt von sehr niedrigen Zinsen. Hierdurch war der Kauf einer Immobilie für viele Menschen sehr attraktiv. Mit der Zinswende und steigenden Zinsen verteuern sich dagegen die Gesamtkosten für Immobilienerwerber, was letztlich zu einer sinkenden Nachfrage führen könnte. Die Vonovia-Aktie ächzt unter dem schwachen Gesamtmarkt und dem veränderten Zinsumfeld und notiert seit Jahresbeginn mit mehr als 50 Prozent im Minus. Mit dem Fall unter das Juli-Tief von 26,95 Euro hat sich das Chartbild zuletzt weiter eingetrübt. Nun steuert die Aktie sehenden Auges auf die 20,00-Euro-Marke zu.

    Trotz schwacher Kursentwicklung hat es der Energietechnikkonzern Siemens Energy im September zurück in die erste Börsenliga geschafft. Das Unternehmen ersetzt den Essenszulieferer HelloFresh, der in den Index der mittelgroßen deutschen Werte absteigt. Erst im März war Siemens Energy aus dem Leitindex geflogen. Was den Vergleich mit HelloFresh angeht, kann man aber nur von dem etwas kleineren Übel sprechen, da beide Werte seit Jahresbeginn deutlich im Minus verlaufen. Mit dem Fall unter das bisherige Verlaufstief von 13,360 Euro hat die Siemens Energy-Aktie in dieser Woche ein frisches Verkaufssignal ausgelöst. Das könnte die Kurse nun weiter in Richtung der 10,000-Euro-Marke treiben.

    Nach einem famosen Anstieg zu Jahresbeginn setzte bei der K+S-Aktie in der zweiten Aprilhälfte eine kräftige Korrektur ein, die fast zu einer Kurshalbierung führte. Im Bereich der 20,00-Euro-Marke vollzog die Aktie von Anfang Juli bis Mitte August eine Bodenbildung. Ende August stiegen die Kurse bis auf 24,89 Euro, verpassten aber den Ausbruch über den Widerstand bei 24,76/25,03 Euro. Nach einem Rücksetzer versuchen Anleger die Aktie im Bereich der 200-Tage-Linie (EMA200) wieder zu stabilisieren. Bleiben die Bullen standhaft, könnte es zu einem weiteren Aufschwung bis 24,76/25,03 Euro kommen. Andernfalls droht ein weiterer Rücklauf zur 20,00-Euro-Marke.

    Die Daimler Truck-Aktie befindet sich seit Anfang März in einer Aufwärtsbewegung, muss dabei jedoch auch immer wieder stärkere Korrekturen hinnehmen. So auch in der zweiten Augusthälfte, als sich die Kurse wieder in den Abwärtstrend von Mitte Januar einordneten und der vermeintliche Ausbruch als Fehlausbruch interpretiert werden musste. In dieser Woche wurde der Abwärtstrend erneut getestet und von den Bären verteidigt. Aus charttechnischer Sicht läuft es angesichts steigender Tiefpunkte und fallender Hochpunkte auf eine Entscheidungssituation hinaus. Die Trendlinien bilden eine Keilformation. Typischerweise wird ein solcher Keil zur Oberseite aufgelöst.

    Die Aktie der Mercedes-Benz-Group ist in dieser Woche nach einem mehrtägigen Anstieg auf Höhe der 60,00-Euro-Marke wieder nach unten gedreht. Damit erfuhr der Abwärtstrend von Mitte Februar eine weitere Bestätigung. Aktuell bemühen sich die Anleger um eine Kursstabilisierung im Bereich der 50-Tage-Linie (EMA50). Gelingt dies nicht, drohen Abgaben bis zum 61,8 %-Fibonacci-Retracement des Juli-Aufschwungs. Das Retracement befindet sich bei 54,57 Dollar und gab dem Kurs bereits Ende August und Anfang September einen Halt. Darunter könnten sich die Korrekturen bis zu den Tiefpunkten im Bereich der 50,00-Euro-Marke ausweiten.

    Die Nordex-Aktie hat sich seit Anfang Juli nach zuvor starken Kursverlusten wieder etwas erholen können. Mitte August stieg das Papier im Hoch bis auf 11,096 Euro, musste anschließend aber dem schwachen Gesamtmarkt Tribut zollen. So verpasste die Aktie den Ausbruch über das 38,2 %-Fibonacci-Retracement (10,988 Euro) des März-Abschwungs. Nach dem Rücklauf zur 9,000-Euro-Marke zeigt die Aktie im September wieder Impulse nach oben, auch wenn es in dieser Woche zum Rückfall unter die 50-Tage-Linie (EMA50) kam. Steigende Tiefpunkte unterstreichen die Erholungstendenzen.

    Die großen Konzerne aus der Öl- und Gasbranche zählen zu den großen Gewinnern in diesem Jahr und zu den Profiteuren der Ukraine-Krise. Der Krieg und die gegen Russland verhängten Sanktionen haben zu einem enormen Preisanstieg bei Öl und Gas geführt. Das lässt bei Unternehmen wie Shell die Kassen klingeln. Die starke Geschäftsentwicklung hat der Aktie zum einem massiven Kursanstieg verholfen. Nach einer gut einmonatigen Kursdelle geht es für die Aktie seit Mitte Juli wieder aufwärts. Auf Jahressicht notiert der Anteilsschein mit fast 40 Prozent im Plus.

    Aktien von australischen Lithium-Werten (Produzenten und Explorer) haben sich in den vergangenen Wochen wieder prächtig entwickelt. Das gilt auch für das Papier des Lithium-Explorers Argosy Minerals. Seit dem 5. September stehen Kurszuwächse von mehr als 54 Prozent zu Buche. Nach neun Gewinntagen in Folge kam es nun zum Ausbruch über das Mai-Hoch bei 0,530 AUD. Der überkaufte Zustand im RSI mahnt etwas zur Vorsicht und könnte Gewinnmitnahmen auslösen. Zumal mit dem Mehrjahreshoch bei 0,560 AUD ein weiterer Widerstand den Weg versperrt. Darüber wäre der Weg frei bis 0,695 AUD frei. Hier befindet sich die 161,8 %-Fibonacci-Extension.

    Nach einem positiven Start in den Monat September steht die E.ON-Aktie seit einigen Tagen wieder unter stärkerem Abgabedruck. Nun droht der Bruch der 50-Tage-Linie (EMA50), was weitere Verkäufe zum August-Tief bei 8,282 Euro zur Folge haben könnte. Wird auch diese Marke durchbrochen, käme es zum Abschluss einer Doppeltopformation mit den Hochpunkten bei 9,610 und 9,344 Euro. Das Kursziel läge in diesem Fall bei 7,22 Euro und damit sogar unterhalb des bisherigen Korrekturtiefs (7,716 Euro). Ein solches Szenario gilt es daher unbedingt zu vermeiden. Das 61,8 %-Fibonacci-Retracement des Juli-Aufschwungs bietet der Aktie bei 8,440 Euro eine starke Unterstützung.

    Nach einer zweimonatigen Erholungsphase haben die Bären in der zweiten Augusthälfte wieder ihre Muskeln spielen lassen. Die Verkäufe ließen den Kurs der Microsoft-Aktie Anfang September bis auf 251,94 Dollar zurückkommen. Damit wurden in etwas mehr als zwei Wochen rund 78,6 Prozent der Aufwärtsstrecke abgetragen. Bei 252,78 Dollar befindet sich das 78,6 %-Fibonacci-Retracement des Erholungstrends. Kurzfristig sorgte das Retracement für steigende Kurse, doch auf Höhe des übergeordneten Abwärtstrends hat die Aktie diese Woche wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Nun befindet sich die Aktie erneut beim 78,6er-Retracement. Wird es unterschritten, rückt das Juni-Tief bei 241,51 Dollar wieder in den Fokus.

    Nach einem kräftigen Kursanstieg von Mitte Mai bis Anfang August ist die Evotec-Aktie in den vergangenen Wochen wieder deutlich zurückgefallen. Eine Zwischenerholung von Anfang September scheint nach dem scharfen Rücksetzer von Dienstag wieder Makulatur zu sein. Sollte die Aktie unter das jüngste Korrekturtief bei 20,94 Euro fallen, drohen weitere Abgaben bis zum 2022er-Tief bei 20,16 Euro. Unterhalb der 20,00-Euro-Marke befindet sich der nächste charttechnische Support erst wieder bei 18,14/18,19 Euro. Seit Jahresbeginn notiert der Anteilsschein mit mehr als 50 Prozent im Minus.

    Die Aktien der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft befinden sich seit Mitte Juli in einem kräftigen Aufschwung. Wie auch Banken profitieren Versicherungen von einem Marktumfeld mit steigenden Zinsen. Am Dienstag kletterte die Aktie Kurs im Hoch bis auf 268,7 Euro und erreichte damit den höchsten Stand seit Mitte Februar. Bei 265,8 Euro befindet sich das 78,6 %-Fibonacci-Retracement des Februar-Abschwungs. Zusätzlich erschwert wird der Anstieg durch das 2021er-Hoch bei 269,3 Euro. Oberhalb dieser Kursmarken wäre der Weg frei zum Doppelhoch der Jahre 2020 und 2022 bei 282,3 und 284,4 Euro. Nach unten hin ist die Aktie durch das 61,8er-Retracement bei 252,8 Euro geschützt.

    Die Volkswagen Vorzugsaktie befindet sich seit Anfang Juli wieder auf dem Weg nach oben. Auf Höhe des langfristigen Aufwärtstrends von September 2004 und auf Höhe der 200-Monats-Linie (EMA200) haben die Bullen nach einer rund 14-monatigen Korrekturphase wieder Zugriff bekommen. Der September könnte nun der dritte Monat in Folge mit Kursgewinnen werden. Zu einem nachhaltigen Rebound kommt es aber erst, wenn der seit Anfang Juni 2021 bestehende Abwärtstrend durchbrochen wird. Dieser befindet sich aktuell fast auf einer Höhe mit der 200-Tage-Linie (EMA200). Andernfalls könnte sich die Erholung auch bloß als eine weitere Bärenmarktrallye entpuppen.

    Die SAP-Aktie ist in der zweiten Augusthälfte wieder deutlich zurückgefallen und hat dabei die gesamte Erholungsstrecke von Mitte Juli bis Mitte August abgetragen. In der Hälfte der Zeit. Immerhin wurde ein nachhaltiges Absinken des Kurses unter das Juli-Tief von 83,34 Euro verhindert. Bei einem Break nach unten könnten sich die Korrekturen bis zur 161,8 %-Fibonacci-Extension bei 77,27 Euro ausweiten. Nach einer kurzen Erholungsphase haben die Bären auf der Höhe der 50-Tage-Linie (EMA50) in dieser Woche wieder die Kontrolle übernommen. Jetzt könnten die Tiefpunkte von Mitte Juli und Anfang September erneut in den Fokus rücken.

    Die Amazon-Aktie hat im Bereich der 100-Dollar-Marke (Split-angepasst) eine erfolgreiche Bodenbildung vollzogen. Sie war Ausgangspunkt der im Juni gestarteten Erholungsbewegung. Der Anstieg führte Mitte August zu einem Hoch bei 146,57 Dollar, doch das 61,8 %-Fibonacci-Retracement (144,25 Dollar) des Abschwungs von Ende März brachte die Bewegung wieder zum Erliegen. Das Retracement stellt das wohl entscheidende Hindernis auf dem Weg zu den alten Höchstständen dar. Nach dem scharfen Rücksetzer vom Dienstag befindet sich der Kurs nun wieder beim 38,2er-Retracement (127,84 Dollar). Wird dieses Niveau nachhaltig unterschritten, könnte es zu einem erneuten Rücklauf zur 100-Dollar-Marke kommen.

    Bankenwerte zählen zu den wenigen positiven Erscheinungen an den Aktienmärkten in den vergangenen Tagen. Für sie hellt sich das makroökonomische Umfeld durch die steigenden Zinsen auf. Das Kreditgeschäft wird lukrativer und die Einnahmen steigen. Da auch der Einlagenzins angehoben wurde, müssen Banken nun auch keine Strafgebühren für bei der EZB geparktes Geld mehr zahlen. Commerzbank-Chef Manfred Knof zeigte sich zuletzt zuversichtlich, in diesem Jahr einen Überschuss von mehr als einer Milliarde Euro zu erzielen. Das gibt der Aktie viel Rückenwind. Seit Ende August hat der Kurs mehr als 25 Prozent zugelegt.

    Beim finanziell in Schieflage geratenen Energieversorger Uniper reißen die Hiobsbotschaften nicht ab. Seit Ende letzten Monats fließt kein Gas mehr über Nord Stream 1 nach Deutschland. Für Uniper hat sich die ohnehin katastrophale Situation damit noch einmal verschlimmert. Schließlich muss das Unternehmen seinerseits Lieferverträge erfüllen und die ausbleibenden Gaslieferungen teuer ersetzen. Ohne staatliche Unterstützung wäre Uniper schon längst pleite. Die Aktie eilt von einem Rekordtief zum Nächsten. In der vergangenen Woche sind die Kurse bis auf 4,190 Euro abgesackt, konnten sich seitdem aber wieder etwas nach oben arbeiten. Ob der Tiefpunkt damit aber bereits erreicht wurde, lässt sich zu diesem Zeitpunkt nicht sagen.

    Die TUI-Aktie hat in der vergangenen Woche ein Absinken unter das Juli-Tief bei 1,4235 Euro verhindert und orientiert sich wieder nach oben. Am Montag stieg der Kurs im Hoch bis auf 1,6720 Euro, verpasste aber den Ausbruch über die 50-Tage-Linie (EMA50). Sie scheint den Bullen auch am Dienstag das Leben schwer zu machen. Bei einem Schlusskurs oberhalb des für die kurz- bis mittelfristige Perspektive relevanten gleitenden Durchschnitts könnte der Anstieg bis zur 1,700-Euro-Marke fortgesetzt werden. Hier befindet sich das 61,8 %-Fibonacci-Retracement des Abschwungs aus der zweiten Augusthälfte. Wird es überwunden, wäre der Weg bis zum Zwischenhoch bei 1,8735 Euro frei. Prallt die Aktie dagegen nach unten ab, könnten die jüngsten Tiefstände erneut in den Fokus geraten.