Beiträge von Andreas Daxenbichler

    Die Auftragsbücher sind prall gefüllt und nach dem eingeleiteten europäischen Abschied von fossilen Energieträgern aus Russland ist Windkraft wichtiger denn je. Das sollte eigentlich ein traumhafter Nährboden für die Nordex-Aktie sein. Die bewegt sich aber auf einem alles andere als erfreulichen Niveau, denn dummerweise sorgen exorbitante Preise für Rohstoffe und Energie dafür, dass der Konzern bei vielen langfristigen Aufträgen im roten Bereich operiert. Eine Besserung der Lage ist derzeit am Horizont leider nicht sichtbar.

    Die Shell-Aktie bleibt eng verwoben mit dem Ölpreis, und der ist dieser Tage kaum vorhersehbar. Grundsätzlich rechnen Experten zwar mit einem weiterhin knappen Angebot, doch Sorgen vor einer möglichen Rezession sorgen auch immer wieder für spürbare Preissenkungen. Ebenso holprig wie bei den Ölpreisen geht es mancher Tage bei der Shell-Aktie zu. Die kann sich bisher zwar noch auf hohem Niveau halten, traut sich an die Jahreshöchststände aber kaum noch heran. Ist das schon ein Zeichen für Schwäche?

    Als Daimler Truck Ende vergangenen Jahres an der Börse durchstartete, überschlugen sich die Analysten noch mit ihren Kurszielen. Von ursprünglich 28 Euro wurden Kurssteigerungen bis auf 50 Euro in Aussicht gestellt, einige Beobachter gingen sogar noch weiter. Erfüllen konnte die Aktie diese Erwartungen bisher jedoch nicht. Stattdessen wären die Anleger wohl dankbar, wenn der Ausgabepreis mal wieder erreicht würde.

    Vor dem Landgericht in Stuttgart konnte Mercedes-Benz kürzlich einen Erfolg erzielen. Dort wollte die Deutsche Umwelthilfe eigentlich erwirken, dass der Autobauer weltweit ab 2030 keine Verbrenner mehr herstellen darf. Das Gericht folgte der Argumentation der Klägerin jedoch nicht und verwies stattdessen darauf, dass es dem Gesetzgeber obliege, Maßnahmen für den Klimaschutz zu ergreifen. Mercedes ist damit vorerst aus dem Schneider, doch die Umwelthilfe kündigte bereits Klagen in höheren Instanzen an.

    Der große Hype um K+S liegt nun schon etwas zurück und mit den Kursen ging es wieder deutlich in Richtung Süden. Analysten sehen in dem Papier aber weiterhin großes Potenzial und begründen dies mit der Annahme, dass die Knappheit im Kalimarkt auf absehbare Zeit bestehen werde. JP Morgan gibt als Kursziel 44,50 Euro aus und stellt damit mehr als eine Kursverdopplung in Aussicht. Ob Anleger darauf vertrauen sollten, steht in diesen ungewissen Zeiten aber noch einmal auf einem anderen Blatt.

    Nur wenige Lithiumexplorer scheinen dem Schritt zum Produzenten derzeit derart nahe zu sein wie Argosy Minerals. Schon im Oktober wird die erste Produktion in Aussicht gestellt und die Vorfreude bei den Anlegern ist riesig. Auf Monatssicht konnte die Aktie des Unternehmens bereits um über 30 Prozent zulegen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Erwartungen der Anleger nicht doch noch enttäuscht werden.

    Nicht nur kündigt nun auch E.ON den ersten Kunden. Der Konzern langt bei Neuverträgen auch ordentlich zu. Eine betroffene Kundin berichtete gegenüber "n-tv", dass sie künftig rund 80 Cent je Kilowattstunde zahlen solle. Zuvor belief dieser Preis sich auf 25 Cent, Verbraucherschützer halten trotz der gestiegenen Beschaffungskosten Preise von rund 40 Cent für angemessen. Vermutlich preist E.ON hier bereits weitere potenzielle Preissteigerungen auf eigener Seite ein. Ob die Kunden da mitmachen oder sich nach der Kündigung nicht doch nach einem günstigeren Anbieter umsehen (sofern es einen solchen dann noch gibt) lässt sich wohl nur abwarten. Grundsätzlich ist das Vorgehen von E.ON aber symptomatisch für die Energiekrise, in der wir uns gerade alle befinden.

    Wieder einmal hat Microsoft mit schweren Sicherheitslücken zu kämpfen, welche dieses Mal in der Anwendung Teams aufgefallen sind. Bei Nutzern, welche Authentifizierungstoken nutzen, werden Anmeldedaten offenbar ungesichert in einer Datenbank gespeichert. Die potenziellen Risiken sind enorm, auch wenn bisher nicht bekannt ist, ob die Lücke bereits ausgenutzt wurde. Anleger haben sich an solche Nachrichten vielleicht schon fast gewöhnt und so gab es auch keine nennenswerte Reaktion an der Börse. Auf die leichte Schulter genommen werden sollte das Ganze aber nicht.

    Von ihren Rekordständen ist die AMC Entertainment-Aktie weit entfernt, doch angesichts der vielen Krisen könnte es für das Papier schlimmer aussehen. Zuletzt notierte es knapp unterhalb von 10 US-Dollar und damit rund fünf Mal so hoch wie zu den Tiefstständen im Jahr 2021. Das lässt sich fundamental allerdings noch immer nicht begründen und so sollten Anleger sich mit Euphorie weiterhin zurückhalten.

    Eigentlich läuft es für Siemens Energy insgesamt gar nicht so schlecht. Belastet wird die Aktie aber nach wie vor durch das katastrophale Abschneiden der Windkrafttochter Gamesa. Besserung ist hier kurzfristig nicht in Sicht und die geplante vollständige Übernahme dürfte die Bilanzen erst einmal weiter belasten. Wer hier auf ein großes Comeback hofft, braucht entsprechend einiges an Sitzfleisch.

    Verlust macht Gamestop noch immer, zuletzt aber weniger als erwartet. Für die Aktie ist das ehrlicherweise aber nur bedingt interessant, denn die hat sich von fundamentalen Überlegungen schon längst entkoppelt. Die Mutter aller Meme-Stocks ist weiterhin eine hochspekulative Angelegenheit und die Kursentwicklung ist allzu oft mehr von der Stimmung bei Reddit als der Charttechnik abhängig. Auch wenn der ganz große Boom längst vorbei ist und Gamestop sich auf einem höheren Niveau eingependelt hat, als die Kritiker es gedacht hätten, so bleiben die Risiken bei dem Papier enorm.

    Obschon steigende Zinsen eigentlich eine gute Nachricht für Immobilienkonzerne sind, findet Vonovia derzeit keinen Weg in die Höhe. Stattdessen mussten hier auf Jahressicht Verluste von 43,65 Prozent verzeichnet werden. Das dürfte vor allem an der Angst vor einer Rezession liegen und auch das Platzen einer Immobilienblase ist an den Märkten immer mal wieder Thema. Da beides noch eine ganze Weile aktuell bleiben dürfte, ergibt sich bei der Vonovia-Aktie aktuell keine große Aussicht auf einen schnellen Turnaround.

    Für Commerzbank und Co. winkt mit den steigenden Zinsen die Rückkehr zur Normalität. Das würdigten auch die Anleger in den letzten Wochen immer wieder mit teils kräftigen Kursaufschlägen. Dem gegenüber steht die Befürchtung, dass eine mögliche Rezession für größere Kreditausfälle sorgen wird. Welcher dieser beiden Faktoren am Ende überwiegen wird, darüber gehen die Meinungen auseinander und entsprechend gibt es auch beim Kurs der Commerzbank immer wieder Schwankungen zu sehen.

    Wieder einmal wird Amazon vorgeworfen, seine Marktmacht zu missbrauchen. Jüngst reichte die Generalstaatsanwaltschaft in Kalifornien eine entsprechende Kartellklage gegen den Online-Riesen ein. Auch andernorts wird das Thema heiß diskutiert. Amazon selbst äußerte sich zu den Vorwürfen bisher noch nicht und was bei der Klage herauskommt, bleibt erst einmal offen. Klar ist aber, dass Anleger sich auf noch mehr Gegenwind aus dieser Richtung einstellen müssen.

    Wer hätte gedacht, dass die SAP-Aktie ihre Tiefststände vom Corona-Crash noch einmal unterbieten könnte? Genau das ist jüngst durch den Sturz unter die 90-Euro-Linie passiert und an einer nachhaltige Erholung ist weiterhin nicht zu denken. Noch immer haben viele Anleger Zweifel daran, ob der deutsche Software-Riese nicht den Anschluss an die Konkurrenz verliert. Im Cloud-Bereich hat sich zwar einiges getan, es muss aber noch deutlich mehr kommen. Statt hier mit Innovationen zu glänzen, zieht SAP eher den Unmut der Kunden durch die Ankündigung automatischer Preiserhöhungen auf sich. Auch an der Börse kann das Unternehmen damit nicht punkten.

    Bei Volkswagen dreht sich derzeit alles um den geplanten Börsengang der Porsche AG. Der Autobauer wird dadurch Milliarden einnehmen, welche unter anderem in den Ausbau der Kapazitäten für Elektroautos gesteckt werden sollen. Das sind grundsätzlich nicht die schlechtesten Aussichten. Doch Geld allein führt noch nicht zum Erfolg. Es kommt in Zukunft auch darauf an, dass das Management die richtigen Entscheidungen trifft. Ansonsten kann schnell der Anschluss zur unglaublich starken Konkurrenz verloren werden.


    Die Volkswagen-Aktie befindet sich derzeit zweifellos in einer Phase der Erholung. Doch sowohl kurz- als auch langfristig wird der Titel von einigen Fragezeichen begleitet.

    Die Münchener Rück entwickelt sich zu einem Paradebeispiel für Glück im Unglück. In der jüngeren Vergangenheit machte manch einer sich noch Sorgen um den Rückversicherer, da immer neue Naturkatastrophen für beispiellos hohe Schadensbelastungen in der Versicherungsbranche sorgten. Allerdings werden dadurch auch die Prämien in die Höhe getrieben und mit Blick auf den Klimawandel und dessen Auswirkungen rechnen Experten fest damit, dass dieser Trend sich fortsetzen wird. Trotz hoher Kosten könnte die Münchener Rück-Aktie am Ende also wieder einmal als Sieger dastehen.

    Unbeeindruckt von der schlechten Marktstimmung im laufenden Jahr bastelt Evotec weiter an der eigenen Expansion und schluckte zuletzt Central Glass Germany, welches in Zukunft als Evotec Drug Substance firmieren wird. Das hinterlässt durchaus Eindruck und aus Richtung der Analysten gibt es weiterhin viele Kaufempfehlungen. Auf Jahressicht mag die Aktie derzeit mit gut 50 Prozent im Minus stehen. Für die Optimisten ergibt sich damit aber nur umso mehr Luft nach oben. Allerdings bleiben Risiken natürlich bestehen und längst nicht jeder teilt die Euphorie, welche Evotec mancherorts zuteil wird.

    Nel ASA konnte vor gar nicht langer Zeit den bisher größten Auftrag der Firmengeschichte eintüten. Das führte allerdings nur vorübergehend zu gesteigerter Kauflaune unter den Investoren. Die fragen sich jetzt wieder, ob es noch weitere Aufträge in dieser Größenordnung geben wird und blicken zudem sorgenvoll auf steigende Zinsen, welche das Wachstum teurer machen werden. In der Folge ging es unlängst wieder unter die Marke von 1,50 Euro und Träumereien über einen längerfristigen Aufwärtstrend müssen wohl erst einmal wieder begraben werden.

    Wie wird die Pandemie sich im Herbst entwickeln? Diese Frage beschäftigt nicht nur die Grundschullehrer im Land, sondern auch die Anleger von BioNTech. Kürzlich erhielt das Unternehmen die Zulassung für einen neuen Impfstoff gegen Corona, der an die Omikron-Varianten angepasst wurde. Grundsätzlich ist das eine gute Nachricht, doch offen bleibt, wie groß die Nachfrage ausfallen wird.


    Auf Anlegerseite herrscht etwas Verunsicherung und trotz der Erfolge der letzten Tage schafft BioNTech es derzeit nicht wieder über die Marke von 150 Euro. Das mag auch an den vielen Krisen sowie der einen oder anderen Klage gegen das Unternehmen liegen. Letztlich steht und fällt die Aktie mit dem weiteren Verlauf der Impfkampagne, welcher sich leider unmöglich vorhersagen lässt.