EZB bleibt auf Inflationskurs

Energiepreisschock und Güterknappheit treffen auf einen sehr großen „Euro-Geldmengenüberhang“, und genau das wird die Güterpreisinflation weiter antreiben.

Zinserhöhungen sind dringend nötig, um die Preisinflation wirksam einzudämmen.

Am 28. Oktober 2021 hat der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) beschlossen, die Zinsen unverändert zu lassen: den Leitzins bei 0%, den Bankeneinlagenzins bei minus 0,5%.

Zugleich scheint der EZB-Rat eine vertrauensbildenden Maßnahme ergreifen zu wollen: Er stellt in Aussicht, seine Anleihekäufe (unter dem „PEPP“) „moderat“ zu verringern; es sollen zwar weiter Anleihen gekauft und mit „aus dem Nichts“ geschaffenen Euro bezahlt werden, aber eben nicht mehr ganz so viele wie im zweiten und dritten Quartal 2021 geschehen.

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Der EZB-Rat ist sich vermutlich darüber im Klaren, dass die Inflationserwartungen in den Märkten mittlerweile in die Höhe schnellen, und dass nun vor allem auch die Inflationserwartungen der Konsumenten stark in die Höhe steigen – die Zweifel an der Verlässlichkeit der EZB wachsen also. Um dem entgegenzuwirken vermutlich also der Hinweis des EZB-Rates auf künftige geringere Anleihekäufe und Geldmengenvermehrungen.

Gleichzeitig wies EZB-Präsidentin Christine Lagarde Spekulationen über Zinserhöhungen in 2022 zurück. Ein unübersehbares Signal, wohin die geldpolitische Reise, das Schicksal der Euro-Kaufkraft tatsächlich geht.

Denn zusammengefasst ist festzustellen, dass der EZB-Rat unbeirrt an seinem Inflationskurs festhält. (Zur Erinnerung: Die jährliche Konsumpreisinflation in Deutschland wird im Okt. ’21 bei schätzungsweise 4,5% liegen (der harmonisierte Index deutet sogar auf 4,6% hin), im Euroraum lag sie im Sep. ’21 bei 3,4%, in Spanien im Okt. ‘21 voraussichtlich bei 5,5%. Zudem ziehen die Häuserpreise stark an, beispielsweise sind sie in Q3 ’21 in Deutschland um 13,3% gegenüber dem Vorjahr gestiegen.)

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Zwar wirken derzeit besondere und gewaltige „Kostenschubeffekte“ (aufgrund von hoher Knappheit bei Energie, Vorerzeugnissen, Transport, Logistik etc.), die sich in steigenden Jahresänderungsraten der Preisindices zeigen.

Das eigentliche Problem ist jedoch, dass die preistreibenden Angebots- und Nachfrageeffekte auf einen sehr hohen „EuroGeldmengenüberhang“ treffen: Seit Anfang ’20 ist die Euro-Geldmenge M3 dank der EZB um etwa 17% angestiegen, während die nominale Wirtschaftsleistung nahezu unverändert geblieben ist. Zudem wächst die Geldmenge M3 weiter stark an.

Im Sep. ’21 stieg M3 zwar mit 7,4% gegenüber dem Vorjahr etwas weniger als im Monat August (+7,9%), doch die dreimonatsdurchschnittliche, auf das Jahr hochgerechnete Rate war mit 6,8% (nach 6,4% im Vormonat) immer noch sehr hoch. Vor dem Hintergrund des bereits aufgelaufenen Geldmengenüberhangs dürfte das folglich die Preisinflation weiter antreiben – wenn die EZB nicht die Zinsen anhebt.  

Doch ein Umdenken, eine baldige Abkehr von der inflationären Geldpolitik ist leider nicht in Sicht. Vor allem auch deshalb nicht, weil die Politik des sich verschuldenden und ausgabefreudigen Staates wieder en vogue ist, und eine erhöhte Preisinflation kommt manchen Regierungen sogar zupass: Sie verringert die Staatsschulden in realer Rechnung, und sie treibt einen konjunkturellen Scheinaufschwung an. Die Kosten der Inflation – steigende Staatsausgaben, politisch-soziale Spannungen etc. – werden dabei geflissentlich ausgeblendet (oder vielleicht sogar wissentlich in Kauf genommen).

Empfehlung

In einem Umfeld weiter negativer Realzinsen und erhöhter Güterpreisinflation verursacht das Halten von Euro-Geld, von Bankguthaben, von Geldmarktfonds und Rentenpapieren Verluste; auf tröstende, beschwichtigende Worte, die Preisinflation werde in 2022 schon wieder nachlassen, sollte man sich nicht verlassen. Eine Möglichkeit, dem geldpolitisch verursachten Euro-Kaufkraftschwund zu entgehen, ist für langfristig orientierte Anleger das Halten von physischem Gold und Silber. Wer einen Anlagehorizont von 3, 5 oder mehr Jahren hat, für den sind die aktuellen Preise sogar eine attraktive Einstiegsgelegenheit, wie wir meinen. Auch die Kurse auf den Aktienmärkten werden angesichts der weitergehenden Geldflutung durch die Zentralbanken vermutlich noch weiter in die Höhe getrieben. 

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