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Europäische Aktienfonds erleiden hohe Mittelabflüsse – kommt nun die Wende?

Europäische Aktienfonds haben in den ersten acht Monaten so hohe Mittelabflüsse verzeichnet wie zuletzt während der Schuldenkrise 2011/12.

Auf einen Blick:
  • Aus europäischen Aktienfonds ist bis Ende August fast 100 Milliarden Dollar abgezogen worden
  • Das entspricht sechs Prozent des Nettovermögens
  • Laut Studien könnten die Märkte nun vor einer Erholung stehen

Hohe Inflationsraten, falkenhafte Notenbanken, gestörte Lieferketten und nicht zuletzt die wachsende Angst vor einer Rezession stellen eine große Belastung für die Weltwirtschaft dar. Der Krieg in der Ukraine hat obendrein auch noch eine schwere Energiekrise ausgelöst. Bei Unternehmen und Verbrauchern zeigen Stimmungswerte eine dramatische Entwicklung.

Diesem Umfeld können sich auch Aktien und Anleihen nicht entziehen. Viele von ihnen notieren auf Jahressicht und insbesondere seit Jahresbeginn deutlich im Minus. Der S&P 500 verzeichnete von Januar bis Juni mit einem Kursrückgang von 20,58 Prozent die schlechteste Performance in einem ersten Halbjahr seit 1970. Im Nasdaq 100 betrugen die Abschläge sogar fast 30 Prozent, während der Leitindex Dow Jones das Minus auf etwas mehr als 15 Prozent begrenzen konnte.

Nun hat es auch den Dow Jones Index erwischt

Doch inzwischen befindet sich auch der Dow Jones nach der offiziellen Lesart in einem Bärenmarkt. Nach der allgemein verbreiteten Definition beginnt ein Bärenmarkt, sobald eine Aktie oder eben ein Index mehr als 20 Prozent unterhalb des letzten Höchststandes notieren. Dieser Zustand wurde im Dow in dieser Woche erstmals erreicht.

Aktuell testen S&P 500, Nasdaq 100 ihre Tiefstände von Anfang Juni, der Dow hat diesen bereits unterschritten. Tun es ihm S&P 500 und Nasdaq 100 gleich, ließe dies für den Rest des Jahres nichts Gutes erahnen. Dann könnte der Bärenmarkt auch im Herbst und bis in den Winter hinein Bestand haben. Für Aktienfonds, Rentenfonds und Mischfonds wären dies ebenfalls keine guten Voraussetzungen.

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Stimmung unter Fondsmanagern wird immer schlechter

Eine von der Bank of America (BofA) zwischen dem 2. und dem 8. September durchgeführte Studie hat gezeigt, dass sich auch die Stimmung unter den globalen Fondsmanagern immer weiter eintrübt. Im August ist die durchschnittliche Kassaquote der von ihnen verwalteten Fonds von 5,7 auf 6,1 Prozent gestiegen. Seit Beginn der Datenerfassung hat es lediglich zum Zeitpunkt der Terroranschläge vom 11. September 2001 einen höheren Wert gegeben.

Während die Bargeldquoten auf einem historisch hohen Niveau liegen, sind die Aktienquoten so niedrig wie nie zuvor. Aus Sorge vor einer Rezession erklären aktuell netto 52 Prozent der institutionellen Anleger, dass sie Aktien “untergewichten”. Demgegenüber sagen netto 62 Prozent der Anleger, dass sie Bargeld “übergewichten”. Beide Zahlen stellen Höchstwerte dar. In der Terminologie der Umfrage bedeutet „netto“, dass es 62 Prozent mehr Investoren gibt, die Bargeld “übergewichten”, als solche, die das nicht tun.

Die Zahl der Anleger, die von einer Rezession ausgehen, ist zudem auf den höchsten Stand seit Mai 2020 gestiegen. Demnach rechnen inzwischen netto 92 Prozent der Umfrageteilnehmer damit, dass die Unternehmensgewinne im nächsten Jahr sinken werden.

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Europäische Aktienfonds beklagen hohe Abflüsse

Besonders dramatisch war die Entwicklung der Aktienmärkte in den USA und in Europa. Studien zeigen, dass aus europäischen Aktienfonds in den ersten acht Monaten bis Ende August rund 100 Milliarden US-Dollar abgezogen worden.

Zuletzt war ein derartiger Exodus während der Schuldenkrise in der Eurozone vor einem Jahrzehnt zu beobachten, wie Strategen der Citigroup erklären. Investoren, die entgegen der breiten Masse und damit antizyklisch handeln – sogenannte Verfechter der Contrarian-Strategie –, könnten darin durchaus auch ein Kaufsignal vermuten, wie es in einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg heißt.

Mittelabflüsse vergleichbar mit Schuldenkrise 2011/12

Die Abflüsse beliefen sich auf sechs Prozent des Nettovermögens und auf insgesamt 98 Milliarden Dollar, wie Experten der Citigroup auf Basis von Daten der EPFR Global ermittelt haben. Europäische Aktienfonds dürften nun den achten Monat in Folge Mittelabflüsse verbuchen. Die kumulierten Mittelabflüsse sind höher als zum Zeitpunkt des Corona-Einbruchs im ersten Quartal 2020 und vergleichbar mit den Abflüssen während der europäischen Schuldenkrise in den Jahren 2011–2012, so die Citi-Strategen Beata Manthey und David Groman.

In Analysen wurde festgestellt, dass sich der MSCI Europe Index nach früheren Abflüssen in der Größenordnung von sechs Prozent eigentlich fast immer deutlich erholen konnte. Zwölf Monate später betrug der durchschnittliche Kurszuwachs 16 Prozent, berichten die Citi-Strategen. Hiervon ausgenommen war globale Finanzkrise, da in diesem Fall die Verkäufe fortgesetzt wurden.

Fidelity MSCI Europe Index P EUR ACC Chart
1T
1W
3M
6M.
1J
5J
max

Goldman Sachs skeptisch, Barclays mit mehr Zuversicht

Nun könnte die europäische Wirtschaft erneut am Rande einer Rezession stehen. Der Benchmark-Index Stoxx 600 ist am Freitag in einen Bärenmarkt gerutscht, nachdem er von seinem Rekordhoch im Januar um mehr als 20 Prozent zurückgekommen ist. Und wenn es nach Goldman Sachs geht, dürfte die Lage angespannt bleiben. Die Strategen der US-Investmentbank gehen davon aus, dass die Unternehmensgewinne im kommenden Jahr um durchschnittlich zehn Prozent sinken werden.

Etwas mehr Zuversicht verbreiten dagegen die Strategen der britischen Investmentbank Barclays. Sie erklärten am Mittwoch, dass “europäische Aktien unterbewertet und sehr billig sind und gewissermaßen das Schlimmste schon eingepreist haben”. Im Vergleich zu den deutlich teureren und breit gehaltenen US-Aktien würden sie durchaus vielversprechend aussehen. Allerdings bezweifeln sie, dass die günstigen Bewertungen ausreichen werden, um eine Trendwende in Europa herbeizuführen, solange der Ukraine-Krieg nicht beendet ist.

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