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Encavis-Aktie: Deshalb jetzt ein Kauf?

Sie galten in Deutschland als ein großer Gewinner der Pandemie. Der Wind- und Solarparkbetreiber Encavis hat den Wert seiner Anteile vergangenes Jahr seit dem Corona-Crash mehr als verdreifacht. Im Januar 2021 erreichte der MDAX-Wert ein Hoch von 25 Euro.

Kurz darauf folgte jedoch die Ernüchterung für die Aktionäre. Die heftige Green-Tech-Korrektur im Frühjahr ging auch an dem deutschen Stromkonzern nicht spurlos vorbei. Der Titel büßte an der Börse innerhalb weniger Tage 20 Prozent ein und fiel in den darauffolgenden Wochen stetig weiter.

Anfang Juni bildete sich dann bei 14 Euro ein Boden und die Encavis-Anteile sind seitdem wieder leicht im Aufwind. Bietet der Turnaround nun einen günstigen Einstiegszeitpunkt? Ein Kurz-Ausblick.

Neue Umsatztreiber

Die Encavis AG ist nach eigenen Angaben der führende unabhängige Betreiber von Solar- und Windparkanlagen in Europa. Die Gesamterzeugungskapazität des Konzerns belief sich zuletzt auf 2,8 Gigawatt. 500 Megawatt kamen jüngst hinzu mit zwei spanischen Solarparks, die im September 2020 (La Cabrera) und im Januar 2021 (Talayuela) ans Netz gegangen sind.

Durch den Portfolioausbau wird das Unternehmen nach eigener Schätzung seine Zahlen weiter steigern. Der 2020 um 6,7 Prozent auf 292 Millionen Euro gestiegen Umsatz soll 2021 um mindestens 9,5 Prozent auf über 320 Millionen Euro zulegen. Beim operativen Ergebnis erwartet das Unternehmen nach einem Plus von 3 Prozent im Jahr 2020 nun eine Verbesserung von 7 Prozent auf fast 240 Millionen Euro.

Die längerfristigen Aussichten des Konzerns sind ebenfalls ambitioniert: Bis 2025 will Encavis seine vertraglich gesicherte Anlagen-Kapazitäten verdoppeln und peilt einen Umsatz von 440 Millionen Euro an sowie ein Ebitda von 330 Millionen Euro.

Der Haupt-Umsatztreiber soll neben den neuen spanischen Solarparks der Eintritt in das Geschäft mit langfristigen Stromabnahmeverträgen werden. Encavis vermarktet immer mehr Strom direkt an den Verbraucher, statt ihn gegen Fördergelder ins Netz zu speisen. Der Konzern geht davon aus, dass bereits im laufenden Jahr europaweit viermal so viel erneuerbarer Strom direkt vermarktet wird, als das im Jahr 2019 der Fall war.

Zu den Wachstumsaussichten kommen stabile Cashflows hinzu, die im laufenden Jahr bei über 210 Millionen Euro landen sollen. Das lockt Anleger und Private-Equity-Investoren. Der Konzern hat bei institutionellen Investoren wie Versicherungen und Sparkassen jüngst 480 Millionen Euro eingesammelt.

An den aktuellen Erstquartalszahlen erkennt man jedoch die Unberechenbarkeit der erneuerbaren Energien. Von Januar bis März setzte der Konzern 58, 9 Millionen Euro um – im Vorjahresvergleich ein Minus von rund 10 Prozent. Der Rückgang ist auf die schwächere Windperformance insbesondere in den ersten beiden Monaten des Geschäftsjahrs zurückzuführen.

Leerverkaufsquote täuscht

Seit einigen Monaten ist im Zusammenhang mit der Encavis AG in den Medien regelmäßig von Shortseller-Attacken die Rede. Tatsächlich liegt der Anteil an Short-Positionen bei dem Unternehmen recht hoch. Insgesamt sind rund 14 Prozent der Aktien leergekauft – nicht meldepflichtige Positionen unter der Grenze von 0,5 Prozent kommen noch hinzu.

Die automatische Interpretationen, dass die institutionellen Shortseller auf fallende Kurse von Encavis wetten, ist jedoch problematisch. Denn wie der Name bereits suggeriert, sind Hedgefonds in der Regel auf Absicherung aus.

Encavis-CEO Dr. Dierk Paskert verriet kürzlich in einem Interview, dass die meisten Leerkäufer des Unternehmens in den Hybrid-Convertible investiert haben. Es handelt sich somit um Gläubiger des Stromanbieters, die ein ureigenes Interesse am Unternehmenserfolg haben. Die Short-Positionen sind somit Absicherungen und keine Attacken.

Volatiler Gewinner

Der Markt für erneuerbare Energien wächst. Der Kostendruck bleibt für die Unternehmen im Green-Tech-Sektor jedoch weiter bestehen und damit auch eine Tendenz zu Konsolidierungen. Besonders Wind und Solar lassen sich kurzfristig eben nur sehr bedingt planen.

Der Encavis-Aktienkurs wird entsprechend wie der Strommarkt selbst volatil bleiben. Doch wenn Sie dafür genug Toleranz mitbringen, setzen Sie mit dem deutschen „Renewable Powerhouse“ auf einen zukünftigen Gewinner.

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