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E.ON-Aktie: Wasserstoff in Deutschland – droht ein Desaster?

E.ON sieht den Hochlauf der Wasserstoff-Wirtschaft in Deutschland in Gefahr.

Auf einen Blick:
  • Grüner Wasserstoff soll die Industrie dekarbonisieren
  • Doch jetzt hegt der Energiekonzern E.ON Zweifel am Ausbautempo in Deutschland
  • Das geht aus einer neuen Analyse hervor, die man nun regelmäßig aktualisieren will

In Deutschland soll grüner Wasserstoff die Wirtschaft und vor allem die Industrie in Sachen Klimaschutz revolutionieren. Doch der Weg dahin ist sehr weit, wie nun der Energiekonzern E.ON im Rahmen einer neuen Analyse mitteilte.

E.ON sieht Deutschland noch nicht „Wasserstoff-ready“

Demnach ist das Land nicht ausreichend auf den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft vorbereitet. Mit Blick auf das Jahr 2030 habe die Analyse ergeben, dass weder die inländische Erzeugungskapazität von grünem Wasserstoff ausreiche, noch der deutsche Importbedarf gedeckt werden könne. Außerdem mangele es an Infrastruktur, um Wasserstoff zu den Kunden zu bringen, so E.ON.

Laut der Analyse, die sich auf die bis zum Jahr 2030 konkret geplanten Projekte zum Ausbau der Elektrolysekapazität beruft, ergibt sich eine Erzeugungsleistung von 5,6 Gigawatt. Das sei nur etwas mehr als die Hälfte der von der Bundesregierung ausgegebenen Ziele. Wenn der Aufbau der nationalen Wasserstoffproduktion nicht schneller voranschreite, erhöhe sich der Importbedarf noch weiter, warnte E.ON. Das wiederum dürfte mit hohen Kosten einhergehen.

Energiekonzern nimmt Politik in die Verantwortung

„Wir brauchen einen Markt für grünen Wasserstoff – für eine nachhaltige Dekarbonisierung, aber auch für die Diversifizierung von Energiequellen. Der globale Wettbewerb um Investitionen in die Wasserstoffindustrie hat nun begonnen“, konstatierte E.ON-Vorstandsmitglied Patrick Lammers. „Wir stehen in Deutschland und Europa an einem Scheideweg: Jetzt wird sich zeigen, ob der Aufbau dieses neuen Marktes bis 2030 gelingt. Unsere Wettbewerbsfähigkeit und das Gelingen des Wasserstoff-Hochlaufs sind davon abhängig, ob nun zügig die richtigen Weichen in Politik und Regulierung gestellt werden.“

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E.ON moniert auch, dass es auf EU-Ebene immer noch keine Definition von grünem Wasserstoff gebe. Das hemme Investitionsentscheiden, „weil Anlagenbetreiber nicht wissen, ob ihre heutige Planung die Kriterien erfüllen wird.“

Zur Einordnung: E.ON will nun alle sechs Monate eine sogenannte „H2-Bilanz“ veröffentlichen. Auf wissenschaftlicher Datenbasis und in Kooperation mit der Universität Köln wolle man damit einen Beitrag leisten, dass an den richtigen Stellschrauben für einen erfolgreichen Wasserstoffhochlauf gedreht werde.

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