Dow Jones: Jetzt kommt es auf die Bullen an!

Der Dow Jones schloss den Handel am Mittwoch versöhnlich ab. Wie es mit dem Index nun weitergeht, haben die Käufer in der Hand.

Zugewinne im Dow Jones sind zuletzt ein seltener Anblick geworden. Umso mehr dürften die Anleger sich darüber gefreut haben, dass der Index am Mittwoch spürbaren Auftrieb erfahren hat. Zwar konnten die Bullen letztlich nicht für Tagesgewinne sorgen. Zumindest reichte es aber aus, um schwere Verluste im frühen Handel wieder auszugleichen. Das klingt erst einmal wenig sensationell, ist im derzeitigen Marktumfeld aber bereits eine Erwähnung wert.

Profitieren konnte der Index im späteren Handel davon, dass die Börsianer sich wieder etwas weniger Sorgen um eine mögliche Rezession machten. Ganz verschwunden sind derartige Ängste zwar noch nicht. Die Fed machte aber etwas Mut, indem sie für die nächste Zinssitzung keine Erhöhung des Leitzins in Aussicht stellte, die über bisher schon bekannte Niveaus hinausgeht. Konkret war die Rede davon, dass der Leitzins zum Ende des Monats um 0,5 oder 0,75 Prozent ansteigen könnte.

Der Dow Jones lebt von der Hoffnung

Zumindest einige Beobachter schließen daraus, dass die Notenbank die Wirtschaft derzeit nicht allzu sehr gefährdet sieht und eben diese Hoffnung machte sich dann auch an den Märkten breit. Es ist zugegebenermaßen ein dünnes Fundament, auf dem die Rückkehr des Dow Jones über die Linie von 31.000 Punkten steht. Es ist momentan aber auch so ziemlich der letzte Strohhalm, an den die Aktionäre sich noch klammern können.

Davon ab bleibt es erst einmal bei düsteren Aussichten von Seiten der Analysten. Die rechnen weiterhin mit einer Fortsetzung des Bärenmarkts und sehen die positiven Impulse aus den letzten Tagen allenfalls als kurzfristige Unterbrechung eines übergeordneten Abwärtstrends an. Anders ausgedrückt wird bei den Börsenprofis weiterhin fest mit fallenden Kursen gerechnet. Das ist erst einmal etwas ernüchternd, doch bekanntlich können auch Analysten mal falsch liegen. Die letzten beiden Jahre lieferten dafür mehr als genügend anschauliche Beispiele.

Sinkende Ölpreise machen sich beim Dow Jones bemerkbar

Eines der heißesten Themen im letzten Handel war der Ölpreis, der überraschend stark in Richtung Süden tendierte. Zum Teil sind es auch hier Rezessionssorgen, welche die Preise drücken. Weitere Impulse gab es aber auch aus Norwegen, wo ein Streik von Ölarbeitern von der Regierung zunächst beendet wurde. Außerdem beruhigten die Marktakteure sich etwas, nachdem Kasachstan ankündigte, mögliche Engpässe bei Gas und Öl in Europa zumindest teilweise ausgleichen zu wollen. Kurz gesagt besteht keine so große Furcht mehr vor Engpässen wie noch ein paar Tage zuvor.

Auf die Einzeltitel haben die sinkenden Ölpreise sich unterschiedlich ausgewirkt. Während die Chevron-Aktie dadurch ans Ende des amerikanischen Leitindex getrieben wurde, konnte der Chemiekonzern Dow ordentlich profitieren und sich um knapp 0,9 Prozent verbessern. Weitgehend unabhängig von den Ölpreisen gab es auch Erholungen bei Tech-Titeln zu sehen. Microsoft und Apple konnten sich mit dezenten Zugewinnen in die Top 5 des Dow Jones begeben.

Aktie Kurs (USD) (7.7.22) Differenz zum Vortag
UnitedHealth 515,29 +1,99 %
Cisco Systems 42,69 +1,74 %
Travelers Companies 169,90 +1,61 %
Microsoft 266,21 +1,28 %
Apple 142,92 +0,96 %
American Express 138,15 -1,07 %
Walt Disney 96,08 -1,13 %
Goldman Sachs 293,76 -1,16 %
Chevron 140,78 -1,32 %
Walgreens Boots Alliance 37,78 -1,90 %

Kein Grund für Euphorie im Dow Jones

Letztlich konnten selbst die Gewinner im Dow Jones am Mittwoch nicht genügend zulegen, um daraus in irgendeiner Form eine längerfristige Gegenbewegung ableiten zu können. Die Zugewinne fielen überschaubar aus und bieten das Potenzial, schon recht schnell wieder aufgefressen zu werden. Ob es dazu kommt, hängt jetzt ganz allein von der Kauflaune auf Seiten der Bullen ab. Können die sich noch einmal zu ähnlichen Kursgewinnen wie im späten Handel am Mittwoch hinreißen lassen, gäbe es gute Chancen, um Angriffe auf charttechnische Widerstände zu wagen und damit vielleicht das eine oder andere Kaufsignal auszulösen.

Die Voraussetzungen dafür waren am Donnerstag nicht schlecht, denn von anderen Indizes gab es zunächst ermunternde Vorgaben:

  • DAX +1,85 %
  • Hang Seng +0,26 %
  • Nikkei 225 +1,47 %
  • CAC 40 +1,62 %
  • FTSE 100 +1,11 %

Zwar werden die europäischen und asiatischen Märkte noch einmal von anderen Faktoren als die US-Märkte beherrscht. Dennoch können grüne Vorzeichen an diesen Handelsplätzen nicht schaden, um den Anlegerinnen und Anlegern jenseits des Atlantiks etwas mehr Mut zu verschaffen.

Es bleibt spannend im Dow Jones

Selbstredend sind die Kursbewegungen der laufenden Woche nur eine Momentaufnahme, die nur bedingt Einblick in die weitere Kursentwicklung des Dow Jones geben. Mittelfristig bleibt bei dem Index vieles offen. Große Fragezeichen gibt es etwa bei der Frage nach der Inflation in den USA. Neue Daten für den Juni werden für die kommende Woche erwarten und die dürften für deutlich stärkere Reaktionen sorgen als die Hoffnungen und Befürchtungen in den letzten Tagen.

Ablesen lässt sich aus der Teuerungsrate nicht zuletzt, welche Zinspolitik die Fed in Zukunft verfolgen wird. Sollte die Inflation unter dem Niveau aus dem Vormonat liegen, könnte das dafür sprechen, dass die bisherigen Maßnahmen wirken. Im umgekehrten Fall könnten die Währungshüter sich ermutigt sehen, noch mehr als bisher geplant an der Zinsschraube zu drehen. Genau das fürchten viele Börsianer am meisten und ein ähnliches Szenario ließ sich in den letzten Wochen beobachten.

Beim Dow Jones gibt es also weder eine Garantie für eine anhaltende Erholung, noch ist der nächste Kurssturz bereits in Stein gemeißelt. Aufgrund der hohen Nervosität dürfte uns aber eine enorme Volatilität erhalten bleiben. Auf eine gute Performance am Vortag allein können die Anleger sich da nicht verlassen, um auch tags darauf weitere Kursgewinne zu erwarten.

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