Dow Jones: Es wird eng!

Der Dow Jones hat einen weiteren schwachen Handelstag hinter sich, was den Index in immer gefährlichere Kursregionen abdriften lässt.

Die Stimmung unter den Börsianern scheint mal wieder einen neuen Tiefpunkt erreicht zu haben und US-Aktien werden dieser Tage besonders heftig abgestraft. Das macht sich sowohl bei S&P 500 als auch Nasdaq 100 und natürlich auch Dow Jones bemerkbar. Letzterer Index musste am Donnerstag Abschläge in Höhe von 0,82 Prozent verkraften und fiel dadurch bis auf 30.775 Punkte zurück.

Im frühen Handel waren sogar noch deutlich tiefere Kurse zu sehen und letztlich mussten die Bullen sich richtig anstrengen, um die Verluste zumindest etwas zu begrenzen. Die Kurve zeigt nun aber klar und deutlich nach unten und es fehlt nicht mehr viel, um den Bären einen Angriff auf die enorm wichtige Marke bei 30.000 Punkten zu gestatten.

Die alte Leider beim Dow Jones

Die Gründe für die Schwäche im Dow Jones sind nicht neu, sie scheinen aber wieder an Aktualität gewonnen zu haben. Kurs zusammengefasst ist es die Furcht vor einer möglichen Rezession, welche die Anleger immer wieder in die Defensive zwingt. Kurze Phasen der Erholung konnten bisher keine Trendwende herbeiführen, im Fachjargon ist da auch von einem Bärenmarkt die Rede.

Angetrieben werden die Sorgen der Marktakteure durch einen ganzen Haufen an Faktoren. Als wichtigste davon werden unter Experten die folgenden Punkte angesehen:

  • Krieg in der Ukraine
  • Hohe Inflation
  • Hohe Energiekosten
  • Niedrige Konsumlaune
  • Steigende Anleiherenditen
  • Steigende Leitzinsen

Vor allem letzterer Punkt ist an den Börsen immer wieder ein heißdiskutiertes Thema. Jede noch so kleine Meldung mit irgendeinem Bezug zur Konjunktur führt zu Spekulationen darüber, ob die US-Notenbank Fed bei ihren Zinserhöhungen womöglich mehr oder weniger aufs Tempo drücken könnte. Das wiederum beeinflusst, für wie wahrscheinlich unter den Börsianern das Aufkommen einer echten Rezession angesehen wird.

Daran wird man sich im Dow Jones gewöhnen müssen

Nun sieht es nicht danach aus, als würde das Thema in absehbarer Zeit an Aktualität oder Brisanz verlieren und so werden die Anleger sich noch eine ganze Weile länger mit entsprechenden Spekulationen und Gerüchten herumschlagen müssen. Schon in wenigen Tagen dürfte es Inflationsdaten für den gerade ausgelaufenen Juni geben, die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die kurzfristige Richtung im Dow Jones vorgeben werden.

Da selbst die Analysten bei ihren Prognosen zu Konjunkturdaten zuletzt gerne mal daneben lagen, können die Anleger sich derzeit auf wenig verlassen im Dow Jones. Der Index bleibt für den Moment eine Wundertüte mit einem klaren Abwärtstrend im ersten Halbjahr. Was bleibt, ist die Hoffnung, dass es im nun begonnenen zweiten Halbjahr wieder etwas besser laufen wird.

Kein klares Bild im Dow Jones

Bei einem Blick auf die Einzeltitel im Dow Jones gab es am Donnerstag zunächst keine größeren Auffälligkeiten. Abgestraft wurden unter anderem die Banken im Index und Schwergewicht Apple, was mit an den Konsumsorgen der Börsianer liegen dürfte. Ansonsten zeigte sich aber nicht, dass irgendeine Branche deutlich besser oder schlechter abgeschnitten hätte als andere.

Aktie Kurs (USD) (30.6.22) Differenz zum Vortag
Travelers Companies 169,13 +2,01 %
Procter & Gamble 143,79 +1,12 %
Honeywell International 173,81 +0,35 %
IBM 141,19 +0,34 %
Intel 37,41 +0,32 %
GoldmanSachs 297,02 -2,06 %
JPMorgan 112,61 -2,33 %
Caterpillar 178,76 -2,57 %
Salesforce 165,04 -3,26 %
Walgreens Boots Alliance 37,90  -7,27 %

Nur nicht aufgeben

Zugegeben, so schlecht wie im Moment sah es für den Dow Jones schon seit sehr langer Zeit nicht mehr aus und die Liste an belastenden Punkten ist geradezu ausufernd lang. Das ist aber kein Grund, um den Kopf in den Sand zu stecken oder das eigene Depot zu Schleuderpreisen aufzulösen. Stattdessen gibt es durchaus auch Gründe, um an eine Erholung zu glauben. Vielleicht sogar schon im Laufe des zweiten Halbjahrs 2022.

Schließlich wurden zahllose negative Faktoren in die Kurse mittlerweile eingepreist, von einem möglichen Gasstopp in Europa bis hin zu einer weiterhin anziehenden Inflation. Das bedeutet, dass negative Überraschungen mittlerweile nur noch eher schwierig möglich sind. Umgekehrt braucht es nicht viel, um inmitten der mehr als schlechten Stimmung die Börsianer mit einer guten Neuigkeit zu überraschen.

Selbstredend ist diese Aussicht etwas dünn, um darauf eine ganze Anlagestrategie aufbauen zu wollen. Doch wenn die Nachrichtenlage mitspielt und die schlechten Neuigkeiten im zweiten Halbjahr nicht ganz so dramatisch ausfallen wie in den letzten sechs Monaten, könnten die Bullen sich durchaus wieder etwas mehr aus ihrer Deckung heraustrauen.

Der nächste Tiefschlag für den Dow Jones?

Es sieht im frühen Handel am Freitag nicht danach aus, als könnte der Dow Jones vor dem Wochenende noch einmal eine Verschnaufpause bekommen. Zum Vormittag hiesiger Zeit waren bei den Futures Kursverluste in Höhe von 0,35 Prozent zu beobachten, was den Zählerstand bis auf rund 30.670 Punkte beförderte. Geht es in der kommenden Woche so weiter, könnte der Crash in Richtung Kurskeller tatsächlich gekommen sein.

Einige andere Indizes haben das schon hinter sich. Do fiel beispielsweise der DAX pünktlich zu Beginn des zweiten Halbjahres auf ein neues Jahrestief. Es ist zu befürchten, dass der Dow Jones diesem Beispiel letztlich folgen wird, schon allein aufgrund der noch immer schwer bedrückten Stimmung an den Märkten. An der Aussicht auf eine langfristige Erholung im Index würde das aber erst einmal nicht viel ändern. Wer die nötige Geduld mitbringt (möglicherweise Jahre), das kann mit dem Dow Jones und den Einzeltiteln aus dem Index sehr wahrscheinlich hohe Renditen erzielen. Für alle anderen bleiben die Zeiten aber schwer.

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