Dow Jones: Es bleibt gefährlich für den Dow!

Der Dow Jones zeigte sich in den letzten Tagen so freundlich wie schon lange nicht mehr. Das große Comeback ist damit aber noch nicht zwingend gestartet.

Trotz eines schwachen Starts in die laufende Woche können die Anleger beim Dow Jones zum Wochenende ein positives Fazit ziehen. Mit einem Wochenplus von gut sechs Prozent legte der Index das höchste Plus seit rund anderthalb Jahren hin, was manch einen vielleicht schon von einem Ende des Bärenmarktes träumen lässt.

Börsenexperten sehen als Grund für die ansehnliche Erholung allerdings vor allem, dass Schnäppchenjäger die niedrigen Kurse zum Einstieg nutzen. Animiert wurden sie dabei von der US-Notenbank Fed. Die ließ in einem kürzlich veröffentlichten Protokoll der letzten Zinssitzung keine Ambitionen erkennen, bei weiteren Zinsschritten höhere Steigerungen als bisher anzustreben.

Die Zinswende an sich ist damit zwar nicht gestoppt und es bestehen weiterhin Befürchtungen, dass eben jene der Konjunktur nachhaltig schaden könnte. Allerdings blicken die Börsianer nun auf etwas mehr Planungssicherheit, was die Bullen wieder etwas mutiger macht. Wie nachhaltig das Ganze ist, steht allerdings auf einem anderen Blatt.

Der Dow Jones hat noch viel aufzuholen

Auf rund 33.200 Punkte schaffte der Dow Jones es zum Wochenende und liegt damit weiterhin rund zehn Prozent unter den Höchstständen von Anfang Januar. Es gibt also noch viel zu tun, bevor hier von einer echten Trendwende die Rede sein kann. Eine solche auf die Beine zu stellen, dürfte sich weiterhin schwierig gestalten.

Potenzielle Gefahren gehen nicht nur vom Krieg in der Ukraine aus. Auch in den USA selbst gibt es Gegenwind. Die jüngsten Daten zum dortigen Konsum lassen eher nicht darauf hoffen, dass es im laufenden Quartal einen nennenswerten konjunkturellen Aufschwung geben wird. Manche Beobachter rechnen gar mit leichten Abschlägen. Sollten derartige Prognosen sich im Laufe der kommenden Wochen als zutreffend erweisen, könnte das dem Dow schnell wieder den Wind aus den Segeln nehmen.

Zumindest kurzfristig können Anleger sich also nicht allzu sicher fühlen. Auf der anderen Seite zeigt sich, dass die jüngste Krise noch lange nicht ausreicht, um einen echten Crash herbeizuführen. Die Tiefststände aus dem Jahr 2020, als Corona die Börsen komplett durcheinanderwirbelte, sind derzeit sehr viel weiter entfernt als vergangenen Rekordstände. Das mag manch einem Grund zur Hoffnung geben.

Tech im Dow Jones auf dem Vormarsch

Zu den größten Gewinnern der letzten Tage zählten die Tech-Aktien. Das zeigt sich nicht nur daran, dass der Nasdaq 100 noch stärker als der Dow Jones zulegen konnte. Auch in letzterem Index selbst fanden sich auf den vorderen Rängen Titel aus der Branche, darunter Apple, Microsoft und IBM. Übertroffen werden konnten deren Zugewinne noch von den Banken, allen voran JPMorgan Chase. Jene profitieren davon, dass mit der Zinswende wieder die Aussicht auf profitablere Tagesgeschäfte besteht.

Aktie Performance 5 Tage
JPMorgan Chase +11,87 %
American Express +10,68 %
Caterpillar +9,77 %
Boeing +9,55 %
Apple +8,76 %
IBM +8,40 %
Microsoft +8,19 %

Mitverantwortlich für die recht hohen Zugewinne ist dabei allerdings auch schlicht die Tatsache, dass es zuvor sehr steil in Richtung Süden ging. Im Falle von Apple etwa lassen sich trotz der Erfolge in der laufenden Woche noch Verluste von 9,6 Prozent auf Monatssicht feststellen. Für die Kollegen von Microsoft sieht es mit einem Minus von rund sechs Prozent nur unwesentlich besser aus. Das ist ein weiterer Indikator dafür, dass die Trendwende noch lange nicht in trockenen Tüchern ist.

Die große Hoffnung für den Dow Jones

Mit Blick auf die weitere Entwicklung hoffen die Börsianer derzeit vor allem darauf, dass die Inflation ihren Höhepunkt endlich überschritten haben könnte. Damit könnte dann endlich auch der Konsum wieder stärker zulegen und letztlich auch an den Börsen die Wende eingeläutet werden, noch bevor der Bärenmarkt richtig in Fahrt gekommen ist. Auch wenn ein solches Szenario alles andere als unmöglich ist, so ist es für den Moment kaum mehr als eine hübsche Aussicht.

Gerade im laufenden Jahr mussten die Anleger schon so manche unangenehme Überraschung hinnehmen und an den Märkten herrscht unverändert eine hohe Nervosität. Es ist davon auszugehen, dass die nicht einfach über Nacht verschwinden wird. Dafür sind die guten Nachrichten der letzten Tage einfach zu dünn und die diversen Krisen von gestörten Lieferketten bis hin zu all den politischen Querelen unserer Zeit sind aktueller denn je.

Auf lange Sicht wird der Dow Jones all das mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit unbeschadet überstehen und neue Rekordmarken dürften weiterhin nur eine Frage der Zeit sein. Geduld wird sich also für die Anleger wohl wieder einmal auszahlen. Für den Moment gilt es dennoch, die eigenen Erwartungen nicht allzu hoch zu setzen. Denn das könnte ansonsten zu unangenehmen Überraschungen führen. Aufgrund der vielen Unsicherheiten bleiben die Märkte recht volatil und schon Kleinigkeiten können den Dow sowie andere Indizes schnell wieder unter Druck setzen. Die jüngsten Gewinne dürfen trotzdem anerkannt werden, sollten aber noch mit etwas Vorsicht behandelt werden.

Diese Aktien im Dow Jones versprechen hohes Potenzial

Im Falle einer Erholung ergeben sich für Anleger fraglos gute Chancen auf ansehnliche Renditen. Als heiße Kandidaten für sehr hohe Zugewinne im Falle einer Trendwende gelten vor allem folgende Aktien.

  • Walt Disney (-39 % zum Höchststand)
  • Intel (-34 % zum Höchststand)
  • JPMorgan (-18 % zum Höchststand)
  • Salesforce (-44 % zum Höchststand)

Natürlich sind hohe Verluste in den letzten Monaten allein noch kein Garant für kommende Kursexplosionen und es gilt viele weitere Faktoren zu beachten. Es ergibt sich bei solchen Aktien aber zumindest viel Luft für die Bullen, sollten die sich wieder etwas mehr aus der Deckung trauen.

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