Dow Jones: Die Stimmung ist auf dem Tiefpunkt – darin liegt die Chance!

Der Dow Jones setzt am Donnerstag den Erholungskurs fort und steigt um weitere 0,5 Prozent. Charttechnik und Marktsentiment deuten auf eine mögliche Bodenbildung hin.

Nach einem sehr bullischen Dienstag verlief der Mittwochshandel wieder sehr wechselhaft. Die großen US-Indizes starteten mit Abschlägen in den Tag, drehten im Tagesverlauf ins Plus, nur um im späten Handel wieder leicht in den roten Bereich abzurutschen. Die Verluste hielten sich jedoch in Grenzen. Für den Dow Jones-Index der Standardwerte endete der Handel mit leichten Abschlägen von 0,15 Prozent, für den breiter gefassten S&P 500 und den Technologiewerteindex Nasdaq 100 lautete das Minus am Ende -0,13 bzw. -0,16 Prozent.

Eigentlich also kein Grund sich Sorgen zu machen. Allerdings stellt sich die Frage, ob der am Freitag begonnene Erholungsschwung schon wieder zum Erliegen gekommen ist. Nach starken Verlusten in den letzten beiden Wochen hatten sich Anleger am Dienstag nach einem langen Wochenende (am Montag wurde in den USA der Feiertag vom Sonntag nachgeholt) mit großer Kauflaune zurückgemeldet und Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq 100 zu kräftigen Anstiegen von mehr als 2 Prozent verholfen.

200-Wochen-Linie (EMA200) als Wendepunkt

Als Einstiegsmarke erwies sich die 200-Wochen-Linie (EMA200), die sich schon in der Vergangenheit schon mehrmals als Wendepunkt fungiert hat. In den Jahren 1987, 1999, 2011, 2015, 2016 und Ende 2018 drehte der Leitindex an dieser Stelle wieder nach oben.

Der S&P 500 schlug in den Jahren 1994, 2004, 2011, 2016 und 2018 auf Höhe des 200-Wochendurchschnitts eine Erholungsbewegung ein. Beim Corona-Crash im Frühjahr 2020 gingen die Verluste noch etwas weiter. Hier bedurfte es eines Wochenschlusskurses unterhalb des EMA200, ehe die Erholungswelle einsetzte.

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Für den Nasdaq-100 ging es im Jahr 2010 und bei den Korrekturen im vierten Quartal 2018 auf Höhe der 200-Wochen-Linie wieder nach oben. Und auch nach dem Corona-Crash im Frühjahr 2020 gelang an dieser Stelle der Turnaround. Es ist also davon auszugehen, dass die Resistenz der Bullen in diesem Bereich besonders stark ausgeprägt ist.

Keine V-förmige Erholung zu erwarten

Von einer V-förmigen Erholung ist aber wohl nicht auszugehen. Vielmehr dürften die  Märkte auch im zweiten Halbjahr eine volatile Kursentwicklung erleben. Schließlich hat sich fundamental nichts verändert. Im Fokus stehen weiterhin die hohe Inflation und das Bestreben der Zentralbanken dieser mit steigenden Zinsen Herr zu werden. Und über allem schwebt die Gefahr, dass es zu einer Rezession kommt, wenn die Konjunktur durch einen zu aggressiven Straffungskurs abgewürgt wird.

Goldman Sachs und JPMorgan mit Rezessionssorgen

Am Mittwoch hat Fed-Chef Jerome Powell in einer Rede vor dem Bankenausschuss des Senats noch einmal klargestellt, dass die Notenbank entschlossen sei die Inflation zügig zu reduzieren und dabei auch vor weiteren Zinserhöhungen nicht zurückschreckt. Mittlerweile wurde der Leitzins in den USA auf ein Niveau von 1,5 bis 1,75 Prozent angehoben. Nach weiteren Zinsschritten soll das Zinsniveau am Ende des Jahres bei 3,4 Prozent liegen.

Analysten der großen US-Banken Goldman Sachs und JPMorgan sehen hierdurch das Rezessionspotenzial als deutlich erhöht an. Goldman Sachs-Analyst Jan Hatzius ist der Meinung, dass die Rezession sogar noch früher eintreten könnte als erwartet. Nach den Berechnungen von Goldman Sachs hat sich die Wahrscheinlichkeit einer Rezession im kommenden Jahr von 15 auf 30 Prozent erhöht.

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Für eine Rezession in den nächsten zwei Jahren liegt die Wahrscheinlichkeit nun bei 48 Prozent (zuvor: 35 Prozent). Hatzius gibt aber auch zu verstehen, dass die Rezession höchstwahrscheinlich nur oberflächlich verlaufen wird.

Michael Wilson von Morgan Stanleys sprach im Gespräch mit CNBc ebenfalls davon, dass die Wahrscheinlichkeit einer Rezession im kommenden Jahr signifikant zugenommen habe. Für den Fall einer Rezession gehe er davon aus, dass der S&P 500 nochmals um 15 bis 20 Prozent auf etwa 3.000 Punkte fallen könnte.

Bull & Bear-Indikator auf dem Tiefpunkt

An den Märkten ist die Stimmung auf dem Tiefpunkt. Der von der Bank of America bestimmte Bull & Bear Indikator ist zuletzt auf ein absolutes Rekordtief gefallen. Bereits in der vergangenen Woche wies der Indikator mit einer Ausprägung von 0,2 (Skala von 0 – 10) ein extrem bärisches Niveau auf, nun ist der Indikator sogar auf 0,0 abgerutscht. Will heißen, tiefer geht es nicht.

Und genau hierin liegt die Chance für die Anleger. Denn nun kann das Marktsentiment eigentlich nur noch besser werden. Zusammen mit der charttechnischen Ausgangslage leiten sich hieraus gute Möglichkeiten für eine erfolgreiche Bodenbildung ab.

Dow Jones setzt Erholungsschwung fort

Am Donnerstag nimmt die Wall Street den Erholungskurs wieder auf und sieht Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq 100 weiter nach oben klettern. Der Dow Jones schiebt sich im frühen Handel um 0,55 Prozent nach oben. Damit hat sich das wohl berühmteste Börsenbarometer der Welt ganz dich an das Verlaufstief aus der zweiten Maihälfte bei 30.636 Punkten herangeschoben.

Oberhalb davon kann der Anstieg in Richtung der 50-Tage-Linie (EMA50) fortgesetzt werden. Zu einem nachhaltigen Rebound kommt es aber erst, wenn der steile Abwärtstrend aus der zweiten Aprilhälfte nach oben durchbrochen wird.

Salesforce-Aktie an der Spitze des Dow Jones

Bester Performer im Dow Jones ist am Donnerstag die Aktie des Softwareunternehmens und Cloud-Computing-Spezialisten Salesforce, die um 2,6 Prozent steigt und damit den vierten Tag in Folge zulegen kann. Der Kursverlauf der vergangenen Wochen war aber trotzdem alles andere als berauschend. Seit Jahresbeginn stehen Verluste von fast 33 Prozent zu Buche.

Damit sich das Chartbild aufhellt, bedarf es eines nachhaltigen Anstiegs über die 50-Tage-Linie (EMA50), die aktuell bei 176,89 Dollar angesiedelt ist. Gelingt es daraufhin auch noch das Juni-Hoch von 192,68 Dollar zu überwinden, wären Anschlusskäufe bis zur 200-Tage-Linie (EMA200) möglich. Aktuell befindet sich der EMA200 bei 210,54 Dollar.

  • Wall Street setzt Erholungskurs fort – Dow Jones legt weitere 0,5 Prozent zu
  • Bull & Bear-Indikator auf dem Tiefpunkt: Extrem bärische Stimmung
  • Es kann nur besser werden: Zusammen mit der charttechnischen Ausgangslage (200-Wochen-Linie/EMA200) die Chance zur Bodenbildung
  • Rezessionssorgen werden die Märkte auch weiterhin begleiten – daher ist keine V-förmige Erholung zu erwarten
  • Salesforce-Aktie bester Performer im Dow Jones – vierter Gewinntag in Folge

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