Dow Jones: Die Spannung steigt!

Der Dow Jones zeigt am Mittwoch vor den mit Spannung erwarteten Fed-Protokollen keine großen Veränderungen. Die Chevron-Aktie setzt ihren Sinkflug fort.

Sorgen vor einer Abschwächung der Konjunktur und dem Abrutschen in eine globale Rezession haben die US-Börsen zum Auftakt in die neue Handelswoche begleitet. Aufgrund des Nationalfeiertages am Montag griffen Anleger erst am Dienstag in das Marktgeschehen ein. Trotz anfänglicher Verluste gelang es dem breit gefassten S&P 500 den Handel leicht im Plus zu beenden. Der Technologieindex Nasdaq 100 vollzog ebenfalls ein bullisches Reversal auf Intraday-Basis und schloss mit 1,68 Prozent im Plus.

Da am Dienstag aufgrund der Rezessionsängste vor allem konjunktursensible Standardwerte auf dem Verkaufszettel standen, fielen die Verluste im Dow Jones besonders kräftig aus. Zeitweise notierte der Dow mit 2,39 Prozent im Minus, dieses Defizit konnte zum Handelsende aber auf 0,42 Prozent reduziert werden. Am Mittwoch wagen sich zum Handelsauftakt angesichts der am Abend anstehenden Fed-Protokolle die Anleger aber kaum aus der Deckung.

Fed-Protokolle am Abend im Fokus

Bei der letzten Sitzung der Notenbank Mitte Juni hatten die obersten Währungshüter den Leitzins auf einen Schlag um 75 Basispunkte angehoben und damit so stark wie seit dem Jahr 1994 nicht mehr. Damit liegt der Leitzins nach drei Zinsschritten inzwischen wieder auf einem Niveau von 1,5 bis 1,75 Prozent. Geplant sind weitere Zinserhöhungen, sodass der Schlüsselsatz am Ende des Jahres einen Wert von 3,4 Prozent erreicht.

Der Markt rechnet bis zum Ende des Monats inzwischen mit einer weiteren drastischen Zinserhöhung um 75 Basispunkte. Während Anleger besorgt sind wegen des sich abschwächenden globalen Wirtschaftswachstums und der hohen Inflation, geben ihnen Gerüchte Hoffnung, wonach die Biden-Regierung überlegt einige zusätzliche Zölle auf China-Importe aufzuheben. Dies könnte den Inflationsdruck etwas verringern.

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Sorgen vor einer Rezession weiter akut

Nichtsdestotrotz sind die Sorgen vor einer Rezession weiterhin akut. Die Renditekurve von US-Staatsanleihen hat sich nun das zweite Mal in Folge umgekehrt, was eines der Warnsignale für eine Rezession ist. Die steigenden Anleihekurse drückten die 10-jährigen US-Treasuries (US10YT=RR) am Morgen auf ein 5-Wochen-Tief bei 2,793 Prozent.

Befinden sich die USA bereits in einer Rezession?

Aktuelle Daten des BIP-Trackers der Atlanta Federal Reserve lassen darauf schließen, dass sich die USA schon jetzt in einer Rezession befinden könnte. Von einer Rezession im eigentlichen Sinne spricht man, wenn die Wirtschaft zwei Quartale in Folge gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum schrumpft. In den ersten drei Monaten des Jahres war das BIP in den Vereinigten Staaten um 1,6 Prozent gefallen. Für das zweite Quartal signalisiert der BIP-Tracker nun einen weiteren Rückgang um 2,1 Prozent.

Sollte sich dieser Rückgang in den offiziellen Zahlen von Ende Juli bestätigen, würden sich die USA bereits heute in einer Rezession befinden, obwohl Experten frühestens für das kommende Jahr mit einer solchen gerechnet hatten.

Eine Rezession könnte letztlich aber auch zu einem Umdenken bei den obersten Währungshütern führen und zu einem weniger aggressiven geldpolitischen Kurs. Der Präsident der Philadelphia Fed ist der Meinung, dass sich die Notenbank im Falle einer Abschwächung der Nachfrage am Ende des Monats auch auf eine Leitzinserhöhung um 50 Basispunkte verständigen könnten. Aktuell schätzen die Experten das Ziel für den Schlüsselsatz auf 3,8 Prozent im kommenden Jahr.

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Dow Jones verhindert Bärenmarkt

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte befindet sich seit Jahresbeginn zwar in einem klaren Abwärtstrend, hat die Verluste aber auf 19,75 Prozent begrenzen können. Damit wurde ein Abrutschen des Börsenbarometers in einen Bärenmarkt so gerade noch verhindert. Nach der allgemein verbreiteten Definition beginnt ein Bärenmarkt, wenn eine Aktie oder ein Index über 20 Prozent unterhalb des letzten Höchststandes notieren.

Mitte Juni ist der Dow Jones nach einem Test der 200-Wochen-Linie (EMA200) wieder nach oben gedreht und hat die Verluste seit dem Januar-Hoch mittlerweile auf 16,48 Prozent reduziert. Damit sich das Chartbild entscheidend aufhellt, müsste zunächst einmal der Anstieg über die 50-Tage-Linie (EMA50) gelingen. Ein wichtiger horizontaler Widerstand befindet sich zudem bei 33.150/33.279 Punkten.

Procter & Gamble attackiert den 50-Tagesdurchschnitt

Im Dow Jones zählen am Mittwoch die Papiere des Konsumgüterherstellers Procter & Gamble zu den besten Performern des Tages. Die Aktie gewinnt etwas mehr als ein Prozent hinzu und attackiert die 50-Tage-Linie (EMA50), die sich bei 146,03 Dollar befindet.

Mitte Juni war der Kurs auf ein 15-Monats-Tief bei 129,50 Dollar abgesackt, beim markanten horizontalen Support von 128/130 Dollar aber wieder nach oben gedreht. Seitdem orientiert sich die Aktie in nördlicher Richtung. Kursgewinne von fast 13 Prozent in diesem Zeitraum dokumentieren eine klare Aufwärtstendenz. So ist es gelungen den steilen Abwärtstrend von Ende April zu durchbrechen.

Kann der 50-Tagesdurchschnitt durchbrochen werden, wartet mit der 200-Tage-Linie (EMA200) bei 148,87 Dollar gleich die nächste charttechnische Hürde. Darüber sind Erholungsbewegungen bis zur 150-Dollar-Marke und zum horizontalen Widerstand bei 152 Dollar möglich. Werden auch diese Hindernisse aus dem Weg geräumt, rückt das Doppeltop von 165,32/164,90 Dollar wieder in den Fokus.

Chevron-Aktie setzt Abwärtsbewegung fort

Am unteren Ende landen wie schon am Tag zuvor konjunktursensible Werte wie Caterpillar, Boeing und der Ölkonzern Chevron, dessen Aktie unter dem Preisverfall an den Ölmärkten leidet. Sorgen vor einer weltweiten Abschwächung der Konjunktur haben die beiden für die Weltmärkte entscheidenden Rohölsorten Brent und WTI am Mittwoch unter die 100-Dollar-Marke und auf den tiefsten Stand seit dem 11. April gedrückt.

Darunter leiden die Kurse der Ölriesen, die bis zuletzt zu den stärksten Performern an den Aktienmärkten zählten. Seit dem 8. Juni und einem Hoch bei 182,40 Dollar hat der Kurs der Chevron-Aktie nun aber bereits mehr als 24 Prozent eingebüßt. Damit sind die Gewinne in diesem Jahr auf 17,64 Prozent geschmolzen. Zum Zeitpunkt des Juni-Hochs lag das Kursplus noch bei mehr als 55 Prozent.

  • Dow Jones am Mittwoch ohne große Veränderungen – Spannung vor den Fed-Protokollen
  • Gibt es am Ende des Monats einen weiteren Zinsanstieg um 75 Basispunkte?
  • BIP-Tracker der Atlanta Federal Reserve signalisieren schon jetzt eine Rezession
  • Rezession könnte Notenbank zu einem Umdenken bewegen
  • Dow Jones verhindert Absinken in einen Bärenmarkt
  • Procter & Gamble-Aktie mit kräftiger Erholung
  • Chevron-Aktie setzt Talfahrt fort – sinkende Ölpreise belasten

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Dow Jones
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