Dow Jones: Die schlechten Nachrichten reißen einfach nicht ab!

Der Dow Jones steht seit Wochenbeginn wieder unter großem Abgabedruck. Schwache Bankenbilanzen und die extrem hohe Inflation belasten die Stimmung.

Nach einem leichten Erholungsschwung in der vergangenen Woche stehen die Märkte in dieser Woche wieder unter Abgabedruck. Für Nervosität sorgt zum einen die beginnende Berichtssaison in den USA, wie der Dow Jones zeigt. Den Anfang machen die großen Investmentbanken JPMorgan, Morgan Stanley und Citigroup. Anleger erhoffen sich durch die Zahlen Hinweise auf einen möglichen wirtschaftlichen Abschwung als Folge der aggressiven Zinserhöhungen der Fed.

JPMorgan und Morgan Stanley melden Gewinnrückgang

So oder so ähnlich lassen sich die Zahlen auch durchaus interpretieren. JPMorgan gab am Vorabend bekannt, dass der Gewinn im zweiten Quartal zurückgegangen ist. Belastet wurde das Ergebnis durch höhere Rückstellung zur Deckung potenzieller Verluste. Im vorbörslichen Handel sackten die Papiere bereits um mehr als 3 Prozent ab.

Vorstandschef Jamie Dimon wies auf zahlreiche Bedenken wie die hohe Inflation, geopolitische Spannungen und eine „nie zuvor gesehene quantitative Straffung“ als Bedrohung für das globale Wirtschaftswachstum hin.

Ganz ähnlich erging es der Konkurrenz von Morgan Stanley. Auch dort gab es einen Rückgang der Gewinne, da aufgrund der hohen Marktvolatilität deutlich weniger Geschäfte und Transaktionen (Dealmaking) abgewickelt wurden. Die Aktien gaben vorbörslich um 2,6 Prozent nach. Die Citigroup wird ihr Zahlenwerk am Freitag vor Börsenbeginn präsentieren.

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Und das könnte nur der Anfang gewesen sein…

Die schwachen Zwischenbilanzen geben einen Vorgeschmack auf das, was noch folgen könnte. Am Markt wird befürchtet, dass die Gewinne vieler Unternehmen unter den Marktschätzungen liegen und zu einer Welle von Prognosesenkungen führen. Dann müssten Analysten ihre Gewinnschätzungen überarbeiten und Kursziele nach unten anpassen. Die Bären bekämen damit weitere Argumente geliefert, um ihr zerstörerisches Treiben fortzusetzen.

Die Gewinnschätzungen der Wall Street sind zuletzt ohnehin weiter gesunken. Erwarteten Analysten zu Beginn des zweiten Quartals bei den Unternehmen aus dem S&P 500 noch durchschnittliche jährliche Gewinnsteigerungen von 6,8 Prozent, liegen die aktuellen Prognosen laut Daten von Refinitiv nur bei einem Gewinnwachstum von 5,7 Prozent.

Dow Jones verhindert Abgleiten in Bärenmarkt

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte hat im ersten Halbjahr mehr als 15 Prozent eingebüßt und notiert aktuell 16,72 Prozent unterhalb des Höchststandes von 36.953 Punkten. Das bisherige Korrekturtief liegt bei 29.653 Punkten und wurde am 17. Juni markiert. Zu diesem Zeitpunkt betrugen die Abschläge zum Rekordstand von Anfang Januar 19,75 Prozent. Bei Abschlägen von mehr als 20 Prozent spricht man nach der allgemein verbreiteten Definition von einem Bärenmarkt.

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Die Teuerungsrate steigt im Juni auf 9,1 Prozent

Im Gegensatz zum breiter gefassten S&P500 und dem technologielastigen Nasdaq 100 hat der Dow Jones damit bislang zu jeder Zeit ein Abrutschen in den Bärenmarkt verhindern können. Seit Wochenbeginn hat der Verkaufsdruck aber wieder zugenommen. Zumal der aktuelle US-Inflationsbericht keine Entspannung brachte. Wie das US-Arbeitsministerium am Mittwoch vor Börsenbeginn mitteilte, lag die Teuerungsrate im vergangenen Monat im Jahresvergleich bei 9,1 Prozent. Das war deutlich mehr als die von Ökonomen im Vorfeld erwarteten 8,8 Prozent und bedeutete ein neues 40 ½-Jahres-Hoch.

Die größten Preistreiber waren einmal mehr die hohen Energiekosten sowie die Preise für Lebensmittel. Von der US-Notenbank könnte die Teuerungsrate dafür interpretiert werden, den aggressiven Straffungskurs fortzusetzen, um den steigenden Preisen Herr zu werden. Auch wenn damit eine Rezession riskiert wird. Nach dem robusten Arbeitsmarktbericht von Ende letzter Woche und angesichts des nun vorliegenden Inflationsberichts gehen einige Experten nun sogar von einer Leitzinserhöhung um 100 Basispunkte bei der nächsten offiziellen Fed-Sitzung am 27. Juli aus.

Der deutliche Rückgang der Ölpreise im Juli lässt aber darauf schließen, dass der vergangene Monat den Höhepunkt der Inflation markiert. In diesem Fall sollte auch die dynamischste Phase der Straffung durch die Fed am 27. Juli enden, ganz gleich ob der Leitzins dann um 75 oder doch um 100 Basispunkte angehoben wird.

Die hohe Inflation verstärkt an den Märkten die Sorgen vor einer Rezession, die durch die schwachen Zahlen der beiden Großbanken zusätzliche Nahrung bekommen.

Dow Jones setzt Abwärtsbewegung fort

Für den Dow Jones geht es am Donnerstag weiter in Abwärtsrichtung. Aktuell notiert der Leitindex rund 1,5 Prozent leichter. Die Verluste für diese Woche weiten sich damit auf fast 3,3 Prozent aus. Damit rücken die 30.000-Punkte-Marke und die knapp darunter verlaufende 200-Wochen-Linie (EMA200) wieder in greifbare Nähe. Der 200-Wochen-Durchschnitt hatte dem Dow nach einem scharfen Rücksetzer in der ersten Junihälfte zu einem Rebound verholfen. Nach den jüngsten Entwicklungen muss man sich aber ernsthaft fragen, ob es sich dabei nicht wieder einmal nur um eine Bärenmarktrallye gehandelt hat.

Nur wenige Gewinner, Bankentitel fliegen aus den Depots

Während sich nur wenige Titel  (IBM, Apple, Wal-Mart) oberhalb des Strichs halten können, geht es für Bankentitel wie Goldman Sachs, American Express und JPMorgan kräftig nach unten. Die Papiere des Kreditkartenunternehmens American Express büßen 2,76 Prozent ein, Aktien von Goldman Sachs notieren aktuell 3,32 Prozent leichter.

Für die Papiere von JPMorgan, die aufgrund der schwachen Zwischenbilanz schon vorbörslich unter Druck geraten waren, geht es sogar um 3,86 Prozent nach unten. Die Aktie steuert mit großem Tempo auf die 100-Dollar-Marke zu (aktueller Börsenkurs: 107,83 Dollar) und hat gegenüber den Hochpunkten von Ende Oktober bei 172,96 Dollar fast 38 Prozent an Wert eingebüßt.

Zusammenfassung

  • Märkte geraten nach schwachen Zwischenbilanzen von JPMorgan und Morgan Stanley weiter unter Druck
  • Vorgeschmack auf Berichtssaison – deutlicher Gewinnrückgang befürchtet
  • US-Inflationsbericht: Teuerungsrate im Juni auf 9,1 Prozent gestiegen
  • Nach den robustem Arbeitsmarktdaten sehen einige Experten in der hohen Inflation einen Hinweis auf einen möglichen Zinsanstieg um 100 Basispunkte Ende Juli
  • Das treibt die Sorgen vor einer globalen Rezession weiter an
  • Dow Jones nähert sich erneut 30.000-Punkte-Marke und 200-Wochen-Linie (EMA200)

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