Dow Jones: Das sieht gut aus!

Obwohl die Krisen unserer Zeit längst nicht durchgestanden sind, nimmt der Dow Jones derzeit Anlauf zu einer Erholung.

Nach erneut viel zu hohen Inflationsdaten aus den USA fürchteten viele bereits, dass die dortige Notenbank Fed die Zinsen Ende des laufenden Monats noch deutlicher als bisher vermutet erhöhen könnte. Allerdings gab es bereits erste Anzeichen, dass es wohl bei einer Erhöhung um 0,75 Prozent bleiben wird. Eben das verhalf dem Dow Jones kurz vor dem Wochenende zu viel Auftrieb. Um über zwei Prozent konnte der Index sich in die Höhe schrauben.

Fraglich war dabei natürlich, wie nachhaltig diese Erholung sein würde und bisher lässt sich das noch immer nicht mit Sicherheit beantworten. Doch zumindest am Montagmorgen sieht es weiterhin gut aus für den US-Leitindex. Gute Vorgaben gab es sowohl von den asiatischen Börsen als auch aus hiesigen Gefilden, wo der DAX trotz bestehender Sorgen um die Gasversorgung über die Marke von 13.000 Punkten klettern konnte.

So darf es beim Dow Jones gerne weitergehen

Das dürften alles Faktoren sein, welche auch den Futures auf die Sprünge halfen. Zum Zeitpunkt des Entstehens dieses Artikels konnte hier ein Punktestand von 31.460 Punkten beim Dow Jones festgestellt werden, was einem Plus von 0,65 Prozent im Vergleich zum letzten Schlusskurs entspricht. Damit einhergehen dürften Hoffnungen, dass der Index erstmals seit Juni die Linie bei 32.000 Punkten wieder ins Visier nimmt. Das ist zwar ein noch recht großer Schritt, der mit den jüngsten Zugewinnen aber nicht mehr unmöglich erscheint.

Jene beförderten den Dow Jones mittlerweile auch auf Monatssicht ins Plus. Auch wenn Zugewinne von 2,48 Prozent angesichts der enttäuschenden Jahresperformance noch überschaubar ausfallen, so lassen sie doch zumindest vermuten, dass die Tiefststände überwunden sein könnte. Zudem muss sich der Index im internationalen Vergleich wahrlich nicht verstecken.

Index Punktestand (18.7.22, 10:30 Uhr) Performance 1 Monat
Nikkei 225 26.788,47 +3,95 %
Nasdaq 100 11.983,62 +3,78 %
CAC 40 6.100,50 +3,05 %
Dow Jones 31.288,26 +2,48 %
FTSE 100 7.259,86 +1,94 %
Hang Seng 20.846,18 -1,50 %
DAX 13.016,50 -1,94 %

Es läuft gut für den Dow Jones

Es sind nicht nur die Hoffnungen auf eine nicht ganz so straffe Zinspolitik der Fed, welche dem Dow Jones derzeit zu Auftrieb verhelfen. Darüber hinaus gibt es noch einige weitere Faktoren, welche derzeit für vorsichtigen Optimismus bei den Börsianern sorgen:

  • Gute Unternehmenszahlen
  • Nachlassende Inflationsängste unter Verbrauchern
  • Besser als erwartete Konjunkturdaten

Zu normalen Zeiten wäre das eine recht dünne Basis, um einen waschechten Aufwärtstrend auf die Beine stellen zu wollen. In dieser von Krisen geprägten Zeit klammern die Anleger sich aber an jeden Strohhalm, den sie finden können und tatsächlich ist es schon eine Weile her, dass es gleich mehrere positive Faktoren auf einmal zu sehen gab. Gleichwohl sind die Risiken nicht verschwunden und gleich zu Wochenbeginn wird es wieder spannend werden im Dow Jones.

Wichtige Termine für den Dow Jones stehen an

Gleich zu Wochenbeginn stehen weitere Unternehmensdaten an, welche einigen Einfluss auf den Dow Jones haben dürften. Goldman Sachs etwa wird einen Blick in die Bücher gewähren und zeigen müssen, ob die Anleger ebenso zufrieden sein werden wie in der vergangenen Woche bei der Citibank. Sollte das der Fall sein, könnten die Märkte durchaus noch weiteren Auftrieb erhalten. Allerdings sind Erfolge der Konkurrenz keinesfalls ein Garant dafür, dass auch hier die Zahlen stimmen werden.

Weitere wichtige Faktoren für den Dow Jones in der laufenden Woche kommen aus Übersee. In Europa steht vor allem der kommende Donnerstag im Fokus. Dann wird sich entscheiden, ob Russland die Gaslieferungen wieder aufnimmt oder vielleicht doch endgültig kappt. Vorgesehen ist für diesen Termin eigentlich die Wiederaufnahme des Betriebs der wichtigen Pipeline Nord Stream 1.

Am gleichen Tag kommt es auch zur nächsten Zinssitzung bei der EZB, welche wohl zum ersten Mal seit über zehn Jahren an der Zinsschraube drehen wird. Erwartet wird allerdings eine sehr sanfte Erhöhung um lediglich 0,25 Prozent, wovon Ökonomen sich keine nennenswerten Effekte auf die auch in hiesigen Gefilden viel zu hohe Inflation erwarten.

Die Erholung des Dow Jones hängt am seidenen Faden

Unter dem Strich sind die grünen Vorzeichen der letzten Tage im Dow Jones erfrischend und eine angenehme Abwechslung von den vielen verlustreichen Tagen im laufenden Jahr. Gleichwohl wäre es deutlich verfrüht, um schon die Sektkorken knallen zu lassen. Denn ob der Index die jüngsten Zugewinne auch verteidigen kann, hängt weiterhin von den Rezessionssorgen der Börsianer ab.

Die wiederum werden von etlichen Faktoren beeinflusst. Die Inflation an sich ist da nur ein Punkt von vielen. Eine große Rolle spielen auch Rohstoffpreise sowie die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie und natürlich die gerade begonnene Berichtssaison. Bisher fußen die Kursgewinne vor allem auf guten Hoffnungen. Das kann schnell ins Wanken geraten, sollten die harten Zahlen nicht das liefern, was sich an den Märkten erhofft wird.

Charttechnisch böte das Überwinden der Marke bei 32.000 Punkten die Möglichkeit von neuen Kaufsignalen im Dow Jones an. Wie bereits erwähnt liegt diese Linie aber noch in einiger Entfernung. So bleibt Anlegerinnen und Anlegern weiterhin kaum etwas anderes übrig, als das Beste zu hoffen. Darauf verlassen, dass die Trendwende im Dow Jones bereits eingeleitet wurde, kann sich aktuell aber leider noch niemand und gerade bei schlechten Nachrichten ist das Risiko eines schnellen Rücksetzers hoch.

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