Die DAX-Familie ändert sich wieder (Teil I)

DAX ade: Abstieg von ThyssenKrupp

ThyssenKrupp war einst Gründungsmitglied im DAX, doch muss nun die erste Börsenliga verlassen. Grund für die Herabstufung des Unternehmens ist der Verfall des Aktienkurses. Das teilte die Deutsche Börse in Frankfurt mit.

Der Aktienkurs des einstigen Industrieriesen stand 2007 bei 46,81 Euro und markierte damit einen Höchstkurs. Bis 2019 ging es jedoch abwärts zu einem Tiefststand von 9,27 Euro. Dass es auch schon einmal noch tiefere Kurse in den letzten 30 Jahren gab, ist wohl auch ein Fingerzeig auf die schweren Managementfehler, verbunden mit den großen Verlusten, die der Stahlriese in den letzten Jahren machte.

„Man muss aber auch ehrlich sein: Unsere Performance war zu schwach, daher ist der Gang in den MDAX die logische Konsequenz“, so der jetzige Konzernchef Guido Kerkhoff, der alles daran setzen wird, den 200-jährigen Dino in die 1. Liga des Frankfurter Börsenparketts zurückzuführen.

Axel Springer verlässt den MDAX

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Bereits am 29.8.2019 wurde eine weitere außerplanmäßige Änderung wirksam: Der deutsche Medien- und Digitalkonzern Axel Springer verlässt den MDAX.

Hintergrund des Ausscheidens von Axel Springer ist jedoch nicht etwa eine schlechte Performance des Konzerns, sondern die erfolgreiche Übernahmeofferte des US-amerikanischen Finanzinvestors KKR. Diesem wurden insgesamt 42,5 Prozent der im freien Handel befindlichen Springer-Aktien angeboten.

Insgesamt ist damit der Streubesitz, der als wesentliches Kriterium für die Indexfamilie gilt, nun auf deutlich unter 10 Prozent gesunken, da die Gründerfamilie Springer zusammen mit Springer-Chef Mathias Döpfner ebenfalls einen erheblichen Anteil der Aktien hält.

Damit war das Ausscheiden aus dem MDAX vorprogrammiert.

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Cancom – Aufstieg in den MDAX

Den dadurch frei werdenden Platz nimmt der IT-Dienstleister Cancom ein. Seit dem 16.9.1999 ist das 1992 gegründete Unternehmen an der Börse notiert. Die Cancom SE ist ein Münchner Unternehmen für IT-Dienstleistungen mit Fokussierung auf den Bereich Cloud-Computing. Cancom zählt mit einem Jahresumsatz von 1,38 Milliarden Euro (2018) sowie einer Marktkapitalisierung von 1,88 Milliarden Euro zu den größten Systemhäusern in Deutschland. Es beschäftigt rund 3400 Mitarbeiter, die an etwa 30 Standorten in Deutschland, Österreich, Großbritannien sowie den USA arbeiten. Nach eigenen Angaben wird rund die Hälfte des Konzernumsatzes im Bereich IT-Solutions erzielt, der Rest im Geschäftsbereich E-Commerce/trade.

Cancom deckt IT-Anforderungen von gewerblichen Kunden ab. Nach eigenen Angaben umfasst das Produktangebot circa 50 000 Artikel, die über Kataloge, im Online-Shop oder in den Systemhausniederlassungen vertrieben werden. Daneben bietet Cancom auch IT-Service an.

Der Chart der Aktie zeigt eine gesunde Entwicklung: Seit Jahresbeginn stieg der Kurs von 28,92 Euro auf aktuell rund 54 Euro. Das Allzeithoch von 56,35 Euro wurde vor einigen Tagen erreicht.

Aktuell gibt es Interessenten für eine Übernahme des Cloud-Spezialisten, die den Kurs noch weitertreiben könnten. Je nach dem, wie die Verhandlungsergebnisse mit möglichen Investoren ausfallen, könnte es nur ein kurzes Intermezzo für Cancom im MDAX werden. Cancom-Mitbegründer Klaus Weinmann, der zusammen mit zwei weiteren Mitgründern 10 Prozent der Anteile am Unternehmen hält, bestätigte den Eingang mehrerer Interessensbekundungen.

Norma – der Absteiger aus dem MDAX

Die Norma Group SE verlässt den MDAX im September 2019. Dort war die Gruppe von 2013 an vertreten. Der Verbindungstechnikspezialist und Autozulieferer aus dem hessischen Maintal ist – obwohl kein reiner Autozulieferer – von der unsicheren Autokonjunktur betroffen. Die internationalen Handelskonflikte sorgten für einen zusätzlichen Druck auf den Kurs der Aktie.

Dabei handelt es sich nicht um ein kleines Unternehmen: Die Norma SE unterhält 28 Produktionsstätten sowie weitere Vertriebsstandorte in Europa, Amerika und Asien und beliefert Kunden in rund 100 Ländern. Mit weltweit rund 8800 Mitarbeitern erwirtschaftete das Unternehmen 2018 Umsatzerlöse in Höhe von 1,084 Milliarden Euro. Der Bilanzgewinn wird für das vergangene Jahr mit 77,09 Millionen Euro ausgewiesen.

In den letzten zwölf Monaten halbierte sich der Wert des Papiers von 58 Euro auf 26,36 Euro. Das war zu viel. Auch wenn die Aktie, bedingt durch eine mögliche Entspannung im Handelsstreit zwischen China und den USA, zuletzt eine Erholung auf 33 Euro zeigte, muss sie dennoch in den SDAX absteigen.

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