Die Börsen im Auge des Sturms

Warum reagieren die Börsen nicht auf Corona? Mich erreichten zahlreiche Anfragen mit dieser Frage. Es ist ja auf den ersten Blick recht erstaunlich.

Liebe Leserin, lieber Leser,

bevor ich mich dem heutigen Thema zuwende, möchte ich Ihnen wie versprochen die aktuelle Marktlage mit Interpretation vorstellen.

In den USA präsentiert sich die NYSE, also der Gesamtmarkt, wie folgt:

63,89% der Aktien sind in einem Kaufsignal. Der letzte Spitzenwert lag bei rund 66%. Damit sehen wir eine Verringerung der Kaufdynamik. Diese ist aber noch nicht signifikant.

Mein Fazit: Weiterhin bleiben ausgesuchte Aktien kaufenswert. Aktuell sind keine Anzeichen für eine kurz bevor stehende massive Abwärtsbewegung in Sicht.

Warum reagieren die Börsen nicht auf Corona?

Mich erreichten zahlreiche Anfragen mit dieser Frage. Es ist ja auf den ersten Blick recht erstaunlich. Denn die Zahlen der Infizierten steigen aktuell wieder massiv an. Das hat mehrere Gründe. Maßnahmen wurden gelockert, der Winter steht vor der Tür. Die Impfquoten lassen unter anderem in Deutschland, Österreich und der Schweiz noch deutlich zu wünschen übrig.

Das ist eine bedrückende Kombination, die dann bei den meisten Staaten auch noch auf ein wirtschaftlich optimiertes Gesundheitssystem trifft. Und mit „wirtschaftlich optimiert“ meine ich ein durch Sparmaßnahmen deutlich geschrumpftes System.

Da wäre es doch mehr als logisch, dass die Börsen heftig nach unten ausschlagen, oder nicht?

Wir müssen trennen!

Bei der Beantwortung dieser Frage müssen wir strikt zwischen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen trennen.

Gesellschaftlich ist die aktuelle Lage mehr als bedrohlich. Das sehen wir übrigens jetzt schon an den ermüdenden und zeitraubenden Diskussionen über die Maßnahmen, vor allem über die Impfungen.

Bislang sind schon knapp 100.000 Menschen im Zusammenhang mit Corona verstorben. Und es werden wohl noch in diesem Winter viele dieses Schicksal teilen.

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Die Krankenstände werden sich auch diesen Winter stark erhöhen. Die Maßnahmen gegen Corona werden ebenso auch wieder einen Teil der Wirtschaft extrem belasten.

Das ist alles in seiner Gesamtheit eine mehr als schwer zu stemmende Lage. Aber diese Aussage bezieht sich primär eben auf die Bevölkerung.

Viele Branchen sind nur am Rande betroffen. Gleichzeitig schüttet der Staat Hilfen aus. (Ja, ich weiß, dass so manche Unterstützung gar nicht oder viel zu spät ankommt, aber in der Mehrzahl der Fälle kommt sie an.)

Diese Vorgehensweise ist in faktisch allen Industrienationen gleich. Auch in den USA läuft es ähnlich.

Durch die massiven Corona-Hilfen von staatlicher Seite steigt natürlich die Verschuldung der öffentlichen Hand massiv.

So stieg die Schuldenlast des Bundes seit Ende 2019 bis jetzt um rund +18,1%.

Aktuell beträgt die Pro-Kopf-Verschuldung satte 16 884 Euro. Ende 2019 waren es „nur“ 14.308 Euro.

Hohe Staatsverschuldung erst einmal gut für die Wirtschaft

Nun komme ich mit einer These „um die Ecke“, die bei vielen von Ihnen erst einmal Kopfschütteln wird.

Wenn die Staatsverschuldung hoch ist, werden die Regierungen weiter Druck auf die Zentralbanken ausüben, drohenden Inflationsgefahren nicht mit Zinserhöhungen im gewohnten Ausmaß zu begegnen.

Konkret: Die Zinsen werden weitaus langsamer steigen, als es unter ähnlichen Bedingungen bei einer geringeren Staatsverschuldung der Fall wäre.

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Das Ergebnis ist eine durchaus wahrnehmbare Inflation. Und diese ist erst einmal gut für die Wirtschaft.

Denn bei den Verbrauchern entwickelt sich dann folgende Haltung:

„Ich setze lieber umgehend eine geplante Anschaffung um, bevor die Preise noch weiter steigen!“

Inflation ist besser als Deflation (für die Wirtschaft)

Es wäre weitaus schlimmer, wenn die Preise nicht steigen würden. Denn dann würden Konsumenten abwarten. Denn dabei könnten Sie nichts verlieren. Warten wird hierbei belohnt. Denn die Preise sinken ja.

Seien wir einmal ganz ehrlich zu uns selber. Jeder von uns würde gerne mit dem Kauf eines Autos warten, wenn er wüsste, dass es in drei Monaten 10% günstiger ist.

Also ist die bereits mehr als nur spürbare Inflation eher ein positiver Faktor.

Aber jetzt noch etwas Persönliches

Mir fällt es auch als rational denkendem Menschen schwer, mich mit dem heutigen Thema auseinander zu setzen.

Mir ist es absolut bewusst, dass wir hier von Menschen sprechen, von denen viele schwer erkranken und sogar sterben.

Allerdings sehe ich es als meine Pflicht, Ihnen aufzuzeigen, dass eben der Aktienmarkt erst einmal eher von der aktuellen Lage profitiert.

Und ich könnte darauf sehr gut verzichten, wenn wir dafür die aktuellen Probleme nicht hätten.

Wann kann die Wirtschaft und damit der Aktienmarkt Probleme bekommen?

Wenn es uns absolut nicht mehr gelingt, das Gesundheitssystem aufrecht zu erhalten, dann entsteht auch für die Wirtschaft ein massives Problem.

Damit meine ich Millionen von akut Erkrankten, die eben nicht mehr an Ihrem Arbeitsplatz sind. Das würde natürlich einen massiven Effekt haben.

Wenn die Warenströme massiv zusammenbrechen, weil in diesem Bereich die Arbeitskräfte fehlen, auch das wäre fatal.

Das muss unbedingt verhindert werden und bleibt als Damoklesschwert über dem Aktienmarkt hängen, bis diese Pandemie irgendwann vorbei ist.

„Vorbei“ bedeutet übrigens nicht, dass der Virus verschwindet. Der bleibt uns in einer – hoffentlich – milderen Form als endemische Erkrankung erhalten.

Aber das ist noch nicht in Sicht.

Bis dahin bewegen wir uns voraussichtlich weiter im Spannungsfeld positiver Börsen und einer sehr schlimmen gesellschaftlichen Lage.

Bleiben Sie gesund!

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Jörg Mahnert

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